Indien Über Umwege zu Jay Jagannath und wieder zurück

Jaisalmer:

Jaisalmer ist vielleicht der Inbegriff einer Wüstenfestung und ragt imposant aus seiner Umgebung hervor. Es ist allerdings ebenso ein Epizentrum des touristischen Indiens und voller Reisegruppen, die von den Einheimischen mit allen Facetten zu Geldspenden aufgefordert werden. Der Reichtum für den Bau dieser Perle kam durch den Handel entlang der Seidenstraße und hat den Jain Tempelkomplex und eindrucksvolle Havelis entstehen lassen. Während die Mauern der Festung aus gelben Sandsteinblöcken bestehen und ihr den Namen der „Goldenen Stadt“ verschafft haben, wurde für die Havelis derselbe Stein verwendet, jedoch äußerst aufwändig bearbeitet. Die kunstvollen Gravuren samt Durchbrüchen sind optisch anspruchsvoll, dienen aber ebenso der Kühlung.

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Udaipur:

Udaipur war einst die dekorative Kulisse für einen Bond-Film, und der See sowie die Paläste sind zweifellos eindrucksvoll. Ich habe meine Besichtigungen jedoch auf den Stadtpalast beschränkt, da der Großteil der übrigen Paläste zu teuren Hotels umgewandelt wurde, die kaum zugänglich sind. Einen Überblick über die sehenswerte Siedlung habe ich mir von einem Tempel oberhalb der Stadt verschafft, dessen Name mir leider entfallen ist.


Für mich war jedoch viel wichtiger, dass ich gut in der Destination ankomme und mich adaptiere. In den teuren Touristenlokalen werden Thalis serviert, die 2014 rund 15 Euro kosteten. Während meiner Zeit in Rajasthan hatte ich mich jedoch bereits auf die lokalen Thali Eateries eingestellt. Dort bekommt man ein all you can eat Thali für 1 Euro, bei dem so lange nachgefüllt wird, bis man satt ist. Das umfasst meistens drei unterschiedliche vegetarische Currys mit Reis und Chapati, und damit ist der Magen gut versorgt.


Ansonsten schaue ich einmal pro Woche bei einem muslimischen Schlächter vorbei, und hole mir ein par Chicken Tikka mit Beilagen, denn ein wenig Fleisch möchte ich schon essen. Ich gehe nun einen Schritt weiter im Subkontinent Indien, nun geht es in den Gujarat.
 
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Der Gujarat ist ein dry state und sehr muslimisch, also ohne Alkoholverkauf, was für mich jedoch keine Auswirkungen hat. Ich beginne meine Besichtigungen in Ahmedabad. Die Menschen sind sehr freundlich, und alles wirkt äußerst authentisch. Welche Auswirkungen der dry state tatsächlich hat, wird sich später noch zeigen.

In Ahmedabad habe ich den Markt und mehrere Moscheen besichtigt, mehr gibt es hier ohnehin nicht. Wie authentisch die Destination ist, lässt sich bereits am Verhalten der Einheimischen erkennen. Ich werde meist von ihnen selbst von einer Moschee zur nächsten gefahren, damit ich deren Sehenswürdigkeiten besichtigen kann.
 
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Vadodara:

Ich habe mich damals dazu entschlossen, eine weitere muslimisch geprägte Stadt zu besuchen, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist, Champaner nahe Vadodara. Die Stadt ist seit Jahrhunderten verlassen, und in der unmittelbaren Umgebung befinden sich heute überwiegend einfache Siedlungen und ländliche Strukturen.

Vergleicht man das architektonische und städtebauliche Erscheinungsbild Champaners mit anderen islamisch geprägten Städten Indiens, zeigt sich dennoch ein sehr typisches Muster. Es existieren mehrere bedeutende Moscheen, darunter die Jama Masjid, eines der eindrucksvollsten Beispiele indo-islamischer Architektur im Gujarat, ebenso wie kleinere Moscheen wie die Nagina Masjid und die Kevda Masjid. Diese Bauwerke zeugen davon, dass Champaner einst ein bedeutendes religiöses und kulturelles Zentrum war.
 
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Vadodara:

Charakteristisch ist die Verbindung von hinduistischen und islamischen Stilelementen, die sich in Säulen, Ornamenten und Grundrissen widerspiegelt. Die Stadt war im 15. und frühen 16. Jahrhundert Hauptstadt des Sultanats von Gujarat, bevor sie nach der Eroberung durch die Moguln allmählich an Bedeutung verlor und schließlich aufgegeben wurde.

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Bhuj:

Bei mir geht es jetzt weiter nach Bhuj, eine richtige Backwater-Region und weniger bekannt. Wie ungewöhnlich diese Region ist, lässt sich leicht feststellen, am Gesicht des Busfahrers, der mir das Ticket verkauft, und an dem fragenden Blick, den er mir wegen meiner kommenden Destination zuwirft.

Bhuj hatte ein starkes Erdbeben vor etlichen Jahren und insgesamt ist die Region ziemlich arm, aber dafür authentisch. Ich teile meine Unterkunft mit Touristen aus Italien, die bereits seit über 20 Jahren Inden bereisen oder mit Japanern, die seit etwa zwölf Monaten in Nepal verweilen und hier ihr Visum erneuern.

Es ist nicht so wichtig, wie viele Touristen hierherkommen, ich suche Motive als Hobbyfotograf und die werde ich noch finden. Anfangs habe ich festgehalten, was Bhuj zu zeigen hat, doch das Erdbeben in den Vorjahren hat die Stadt stark geprägt.

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