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Das Kollegenschwein
Der Wecker hatte allerdings andere Pläne mit uns und klingelte gefühlt nach 10 Minuten (es waren wohl so etwas wie 3-4 Stunden). Ich erinnerte mich an meinen Kollegen von vor 2 Tagen und tat es ihm gleich. Ich schrieb ihm, dass ich heute im Homeoffice arbeiten würde und er ohne mich ins Büro fahren kann. Ich drehte mich also um, nahm Nicky in den Arm und schlief weiter. Ein paar Stunden später erwachte ich dann wirklich aus dem Schlaf und auch Nicky wurde munter. Die Wölbung unter der Decke wurde fachgerecht von ihr behandelt. Man könnte sagen wie weggeblasen. Ihre Technik machte es mir schwer nicht nach einer Minute zu entladen aber auch das Vorstellen von toten Robbenbabys half nichts und so ergoss sich meine Nachkommenschaft in ihrem Mund. Der gute Morgen Kuss fiel also erst einmal aus. Auf die Frage ob sie dennoch ein richtiges Frühstück möchte erntete ich einen bösen Blick mit anschließendem Lächeln und Nicken. Also gingen wir nach der gemeinsamen Dusche in eine Art Starbucks und gönnten uns ein Frühstück. Wir saßen gerade gemütlich im Sessel als mein Telefon klingelte und mein Kollege mich aufforderte sofort ins Plangebiet nach Durán zu kommen. Die Gelegenheit kam mir ganz gut immerhin konnte ich mich so schnell von Nicky verabschieden auch wenn ich sie gern wiedersehen würde, genoss ich meine Freiheiten so gut es eben geht. Ich rief ihr ein Uber dann mir, wir verabschiedeten uns mit einem Kuss und jeder ging seiner Wege. Zumindest Vorerst.
Ich kam gerade in Durán an als alle in die Pick Ups sprangen und loswollten. Mein Kollege erklärte mir, dass es beim letzten Regen eine Havarie im Pumpwerk im östlichen Teil der Stadt gab und wir uns die Schäden anschauen sollten, immerhin galt es in Zukunft diese Ereignisse zu vermeiden. Das Ergebnis überraschte uns nur wenig. Die Pumpen waren einfach nicht dafür ausgelegt und der lehmige Boden verhinderte eine Versickerung und trug somit zum Schadensbild bei. Erstaunlich war allerdings wie die Bevölkerung damit umging. Das Wasser floss mehr oder weniger durch die „Wohnzimmer“ aber die Bewohner schienen sich nicht besonders dafür zu interessieren. Andere Länder, andere Sitten. Am Ende also nichts Besonderes. Etwas verstimmt warum mein Kollege mich für diesen Mist aus dem Homeoffice holt ging es zurück ins Büro. Dort angekommen begrüßte mich Antonella mit sorgenvoller Miene und ermahnte mich nach Hause zu fahren und mich auszuruhen. Was zum Teufel hat der Schweinehund von Kollege ihr eigentlich erzählt? Ich erklärte ihr dass es mir gut geht aber sie bestand darauf, dass mit einer Lebensmittelvergiftung nicht zu spaßen ist und ich sofort wieder umkehre. Ich versuchte meinen Kollegen mit Blicken zu töten, was mir allerdings nicht gelang und so begab ich mich zum Parkplatz und wartete auf den Uber. Antonella wich nicht von meiner Seite bis ich auch wirklich sicher im Auto saß. Sie versprach mir unseren Abend bald nachzuholen und ich wurde noch trauriger und fuhr von dannen, allerdings nicht ohne meinem Kollegen mit allen Flüchen zu belegen die mir gerade einfielen.
Mein Kollege trottete irgendwann in die Wohnung und bekam sofort was zu hören. Er entgegnete mir, dass Antonella nach mir gefragt hatte und er nicht sagen wollte, dass ich mit einer anderen solange gefickt habe, dass ich heute nicht arbeiten könnte. Chapeau Monsieur, ich wurde kleinlaut und stellte nur seine Ausrede in Frage. Warum den ausgerechnet Lebensmittelvergiftung?!
Da die Wogen schnell wieder geglättet waren, fragte ich ihn nach seiner Nacht. Er habe mit Luiza ein paar schöne Stunden verbracht und sie dann nach Hause gebracht bzw. bringen lassen. Ich dachte mir schon, dass wir von Luiza wohl nicht mehr viel zu hören bekommen werden. Wir gönnten uns ein paar Bier und arbeiten tatsächlich noch etwas im Homeoffice.
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. In den wenigen lichten Momenten hinter ihrer Ideologie war sie ganz nett und korrekt. Sie zeigte uns einige Ecken der Stadt, die wir wohl nie gesehen hätten, u.a. die Galapagos Schildkröten der Universität oder ein Handcrafted Market für Souvenirs. Dennoch endete fast jeder Tag mit einem Streitgespräch über Männer und Frauen, wobei ihre Argumente oft ins Leere zielten und größtenteils haltlos waren. Ich kann ja verstehen, dass Frauenrechte in Ländern wie Ecuador mit Füßen getreten werden und natürlich sollte darauf aufmerksam gemacht werden aber diese Frau wollte keine Gleichberechtigung sondern einfach nur eine Bevorteilung für Frauen. Ihr nobel gemeinter Kampf für das Recht auf Selbstbestimmung bei Abtreibungen verpuffte angesichts ihres sinnlosen Gebrülls nach Zerschlagung des Patriarchats und war schon allein dadurch zum Scheitern verurteilt.