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Die Rückkehr nach Montanita
Die folgenden Tage glichen sich wie ein Ei dem anderen. Ich verlor langsam aber sicher den Überblick über all die Kontakte und Nummern in meinem Handy. Ich genoss natürlich die ungewohnte Aufmerksamkeit so vieler hübscher Frauen, doch es wurde mit der Zeit auch anstrengend also entschloss ich mich den Kontakt mit Whitney zu vertiefen. Wir chatteten fast jeden Tag ein paar Stunden, da wir uns wegen dem Kind nicht so oft sehen konnten. Irgendwann schlug sie vor ein Wochenende in Montanita zu verbringen und sie erklärte mir, dass es sich dabei um den Partyort schlechthin handelte. Ich verschwieg ihr zunächst, dass ich bereits dort war und wusste was mich erwartet aber sie schien sich zu freuen mich überzeugt zu haben und konnte es kaum erwarten.
Wir suchten schnell gemeinsam eine Unterkunft für 2 Nächte und wurden schließlich fündig. Eine 4-Sterne Wohnanlage mit Pool, Sauna und Fitnessraum, genau das richtige für uns. Kurzzeitig drohte der Ausflug ins Wasser zu fallen, da sie urplötzlich keinen Babysitter finden konnte und ihre Mutter wohl nicht bereit sei auf das Kind aufzupassen. Spätestens als sie mich erneut fragte ob ich nicht die Kosten für einen Babysitter übernehmen konnte, verflog die bisherige Vorfreude ein wenig. Machen wir uns nichts vor, die Mädels hier gehen nicht mit mir aus weil ich so unglaublich attraktiv bin oder charmant oder sonst was, es ging einzig und allein ums Geld das war mir klar aber dennoch ging mir das ständige Lügen und förmliche Betteln irgendwann gehörig auf die Nerven. Ich machte ihr klar, dass die Unterkunft sowie Verpflegung bei mir liegt und ich nicht noch Gott weiß wie viel für einen Babysitter bezahlen werde. Sie machte mir ein schlechtes Gewissen und wurde zunehmend mürrischer aber ich blieb in dieser Sache unnachgiebig und beharrte auf meinem Standpunkt. Erst als ich drohte allein zu fahren, fand sich ganz plötzlich eine Lösung und die Reise konnte beginnen.
Wir trafen uns Freitag nach der Arbeit am Busterminal in Guayaquil und besorgten die Tickets. Die Stimmung im Bus war wie beim ersten Mal erstklassig nur hatte ich dieses Mal eine versaute Latina neben mir und nicht so einen bärtigen Hauself. Die Zeit verging wie im Flug und Whitney wurde mit jedem Kilometer aufgeregter. Sie erklärte mir, dass sie früher einige Male dort gewesen sei aber seit einigen Jahren kein Geld und keine Zeit mehr dafür habe. Spätestens als sie von ihrer Schwangerschaft erfuhr, änderte sich alles für sie. Ich nutzte die Gelegenheit um nach dem Vater des Kindes zu fragen. Sie erklärte mir, dass es sich um einen Schweden oder Schweizer (bin mir nicht mehr sicher) handelt und dieser sich nach dem er erfuhr, dass sie schwanger ist, nach Europa aufmachte und sie nie wieder etwas von ihm gehört habe. Außer den Vornamen und eine Handynummer die nicht mehr existiert, habe sie keine Kontaktdaten von ihm. Mich überkam eine Art von Scham, denn im Wesentlichen bin ich nicht viel anders als dieser verantwortungslose Kerl der die Lage der Frauen hier ausnutzt und dann verschwindet wenn es ernst wird. Ich entschuldigte mich bei mir selbst mit der Ausrede, dass ich immerhin für ein paar sorgenfreie Tage sorgen konnte und ich nicht selbst schuld an der Gesamtsituation sei. Mit diesem naiven Gedanken vertrieb ich alle negativen Schwingungen in mir und konzentrierte mich auf die kommenden Tage.