Hallo @All
Es ist Spätnachmittag, wir lümmeln noch im Bett herum, hören geile Thaimukke und haben’s gut miteinand. Benehmen uns wie frisch Verliebte, knabbern ein bisschen aneinander rum, schieben mal den einen oder anderen Tanz ein (nackt natürlich), und machen uns dann so langsam ausgehfertig für den Abend. Geplant ist nichts Konkretes, ist ja auch schwierig, wenn man sich kaum verständlich machen kann – dafür läuft’s halt non-verbal recht gut.
Das Vertrauen zwischen uns wächst zunehmend, ich bin aufmerksam und sehr lieb zu ihr und Sie scheint zufrieden, ja geradezu glücklich zu sein. Alles nur gespielt? Das weiß nur Sie allein …
Ich schlage ihr vor nochmal bei ‚Kiss Food‘ in der 2nd Road zu speisen und Sie strahlt mich an. Gesagt – getan.
Danach bummeln wir noch durch den ‚Night Market‘, ich schenke ihr noch eine blaue Nike-Mütze, weil ihr die besonders gut steht, und weitere Wünsche hat Sie nicht. Sie muss nicht alles haben was ihr gefällt, auch das mag ich an ihr.
Während ich diese Zeilen hier und jetzt ein gutes halbes Jahr später schreibe und die unbeschwerte Zeit, die ich mit ihr zusammen hatte, Revue passieren lasse, spüre ich das LKS noch tief in mir. In einem geschützten Bereich meines Hirns – gut verschlossen in einer Art ‚Kapsel‘ – sind die Erinnerungen an Sie noch sehr präsent.
Da ich kein Romantiker sondern Realist bin, weiß ich wo ich hingehöre und eben dieser wichtigste Mensch in meinem Leben – meine Frau – wird zeitlebens (hoffentlich) nichts vom Inhalt dieser ‚Kapsel‘ erfahren. Und das ist gut so.
In einem ‚Eheratgeber‘ hab‘ ich vor vielen Jahren mal gelesen, dass eine Ehe dann besonders lange hält, wenn jeder ein eigenes Geheimnis hat, das er/sie aber unbedingt für sich behalten sollte.
Nach dem ‚Night Market‘ sind wir mit dem Bath-Taxi zum Dolphin Kreisel und von dort zu Fuß Richtung BR, quasi zu ihrem ‚Arbeitsplatz‘.
An der BR traf Sie dann 2 Bekannte, die dort chillend auf einer Matte saßen – eine Frau und ein Mann. Wir setzten uns locker dazu, begrüßten uns per Handschlag und es folgten die üblichen Floskeln: „Where do you come from usw. …“.
Der Mann (geschätzt um die 30) war nur mit seinem Smartphon beschäftigt und die Frau so etwa im gleichen Alter war sehr aufgeschlossen und sprach recht gut Englisch.
Da 7/11 direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite war, schlug Yin vor ein paar Flaschen Bier zu holen – super Idee. Ich gab ihr einen 500er und Sie sprintete los.
Ich fühlte mich wie ein 19jähriger, d.h. wie vor ca. 50 Jahren, wenn ich mit meiner ersten großen Liebe mit einer Gruppe von Freunden am Strand saß – tolle Erinnerungen, die da plötzlich geweckt wurden.
Yin saß rücklings zwischen meinen Beinen, ich hatte meine Arme um ihre Taille gelegt und meine Nase vergrub ich in ihren wunderschönen angenehm duftenden Haaren. Mir kommen echt die Tränen wenn ich daran denke wie ewig lange es her ist, dass ich mich in so einem tranceähnlichen Zustand befunden habe – Wahnsinn.
Nach einer Weile stieß noch eine richtig aufgedrehte Tussi zu uns. Als sie hörte, dass ich aus D komme, verfiel sie geradezu in Euphorie, denn sie war schon mal in Köln – wahrscheinlich zum Karneval. Stimmung mit zunehmendem Bierkonsum wurde immer besser, die Mädels unterhielten sich noch angeregt in ihrer Sprache und ich fand’s klasse. Ich fühlte mich gut integriert, zumal Yin öfter mal erwähnte, dass ich ein ‚good man‘ sei.
Irgendwann schliefen mir die Beine ein und ich machte Yin den Vorschlag, noch in eine Disse zu gehen. Gesagt – getan.
Gleich am Anfang der Walking Street auf der rechten Seite (Name vergessen) zog Sie mich in einen Schuppen mit großer Bühne, auf der sich neben einigen Sängern auch viele Tänzerinnen in tollen Kostümen bewegten.
Die Musik war genau richtig um mal so richtig wild abzutanzen. Ich fragte Yin, ob Sie uns was zu Trinken (Bier) besorgen könne.
Nach kurzer Zeit kam ein Typ mit einem Tablett, auf dem 8 (in Worten: acht) geöffnete Bierflaschen standen. Dass diese 8 Flaschen für uns Zwei bestimmt waren, begriff ich erst, als er mir die Rechnung präsentierte. Ehrlich gesagt war ich geschockt und fühlte mich ein Stückchen verarscht.
Ich reagierte ziemlich sauer und wollte gehen – Yin hielt mich zurück, der Typ checkte die Lage, zog mit den 8 Flaschen ab und kam kurze Zeit später mit 2 geöffneten Bierflaschen zurück. Ich zahlte, und da ich die an sich gute Stimmung nicht kaputt machen wollte, tat ich so, als wäre für mich die Sache erledigt.
War sie aber absolut nicht. Ich empfand diesen Affront als Vertrauensbruch zwischen Yin und mir und kann mir bis heute nicht erklären, was das sollte mit den 8 geöffneten Flaschen.
Darum meine Frage an die Experten hier im Forum: Habt ihr ähnliches schon erlebt? Ist das Thai-Logik oder was steckt dahinter?
Bin ich als D-Farang zu wenig locker und/oder zu wenig großzügig, um solche Situationen besser wegstecken zu können?
Oder einfach zahlen und abwarten was weiterhin geschieht?
Dieser ‚Bruch‘ sollte Folgen haben: Zurück in der Hotelsuite hab‘ ich als erstes neben meinem Portemoney alle elektronischen Geräte im Safe verstaut, denn durch ihr ‚Lady-Gaga-Verhalten‘ in der Disse war ich misstrauisch geworden. Ich selbst fragte mich dann, ob das wieder einmal typisch deutsches Verhalten meinerseits ist?
Das mit den 8 Flaschen hätte ich gern noch mit ihr ausdiskutiert, aber schon aufgrund der Verständigungsschwierigkeiten habe ich darauf verzichtet.
Außerdem war mir wichtig, Yin nicht eine Situation zu bringen, wo Sie hätte ihr ‚Gesicht verlieren‘ können.
Wie diese Nacht weiterhin verlief, ist vollkommen aus meinem Gedächtnis gelöscht.
Allerdings kann ich mich noch gut an den nächsten Morgen erinnern. Dazu mehr im nächsten Thread …
Sawatdii khap
Eri