Thailand Zwei Emanzen in Thailand

Keine Bange, habe gerade Stress mit einem beschränkten Teamleader auf der Arbeit. Dumpfbacken gibt es leider überall.
 
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Soms Telefon klingelte. Sie meldete sich kurz und lauschte eine Weile dem Sprecher auf der anderen Seite. Sie beendete das Gespräch mit einem höflichen ‚khop khun kha’, der in Thailand für Frauen üblichen Redewendung, sich zu bedanken. Das Danke eines Mannes unterschied sich nur durch die letzte Silbe, an Stelle des kha gab es ein khrap. Som wandte sich Chris und Benny zu.

„Chris, Benny, your bitches are out of danger. The Rat is gone.“

Benny schien heute etwas schwer von Begriff zu sein.

„So, where ist this Rat gone?“

Aeow mischte sich ein. Ein Schmunzeln konnte sie sich allerdings nicht verkneifen.

„Benny, it should not be of interest for you where the Rat is gone. Just keep in mind, that she never will disturb our plans. No more requests. You understand? You even don’t want to know where the Rat is gone. Keep in mind again, that the Rat is just gone. Okay?“

Chris legte Benny, der gerade zu einer Erwiderung ansetzte, seine Hand auf die Schulter, sah ihn kurz an und Benny schien nun zu verstehen, das weitere Fragen über die Ratte unangebracht waren.

„Fahre mal die Laptops hoch, unsere beiden Schicksen dürften wohl schon wieder zurück sein.“

Benny tat wie ihm geheißen. Die Bildschirme erhellten sich. Allerdings war nur im Zimmer von Christel das Licht eingeschaltet. Christel und Wilma kamen gerade in diesem Moment aus dem Bad. Beide waren nackt, hielten sich an den Händen und ließen sich aufs Bett gleiten.

„Benny, schalte die Monitore ab. Ich glaube, wir lassen ihnen heute etwas Privacy. Wir sollten langsam drangehen, die letzten beiden Phasen unseres Plans in Angriff zu nehmen. Morgen bringen wir mal John und Neil mit ins Spiel.“

Benny bereitete die Aussicht auf ein Intermezzo mit John und Neil sichtlich Vergnügen. Er mochte diese beiden schrägen Expats sehr gerne. So manchen kurzweiligen Abend hatten sie mit ihnen schon verbracht und es kam nicht selten vor, dass ihnen am folgenden Tag noch die Muskeln vom vielen Lachen schmerzten. Chris schickte den beiden, die er als ausgesprochene Nachtschwärmer kannte, eine kurze SMS. Nur wenige Augenblicke später vermeldete sein Fone den Eingang einer SMS. Er las sie kurz durch.

„Okay, tomorrow we will meet them for lunch or better brunch at Casa Pascal on 2nd road. I think we goona break for today.“

Aeow und Benny zogen sich auf ihr Zimmer zurück und auch Som und Chris begaben sich zur Ruhe. Es dauerte allerdings bei allen noch eine Weile, ehe sie einschlafen konnten. An diesem Tag, oder besser gesagt, in dieser Nacht war zuviel geschehen, was noch im Dunkeln lag und aller Wahrscheinlichkeit nach auch dort verborgen bleiben würde. Die Einzigen, die eigentlich die Betroffenen gewesen wären, ahnten noch nicht einmal, welches Schicksal auf sie gewartet hatte.

Christel und Wilma schenkten sich gegenseitig Entspannung. Eng aneinandergekuschelt schliefen sie ein.

Da alle für ihre Verhältnisse in Pattaya früh zu Bett gegangen waren, wachten sie entsprechend zeitig auf. Sie ließen sich alle Zeit und trafen sich ausnahmsweise mal in der Lobby ihres Hotels. Chris hatte zuvor noch die Zimmer von Christel und Wilma gecheckt. Beide lagen noch in tiefem Schlaf. Chris vermutete, dass sie des Nachts noch einmal aufgewacht sind und sich auf süße Art und Weise einen angenehmen Erschöpfungszustand beigebracht hatten. Trotzdem bat er Som dafür zu sorgen, dass sie während ihrer Abwesenheit vom Hotel über die Bewegungen der Beiden auf dem Laufenden gehalten würden. Som kostete dies nur einen kurzen Anruf. Zu Fuß machten sie sich auf den Weg zum Casa Pascal. Das Casa Pascal war eigentlich ein gediegenes kleines Restaurant, in dem á lá carte gespeist wurde. Des Morgens gab es allerdings bis um 14 Uhr ein recht großzügiges Frühstücksbuffet nach dem Motto „All you can eat“ zu einem moderaten Preis. Und dies weitab von der minderen Qualität eines „All you can eat“-Frühstücks im Apex oder Lek. Das Casa Pascal befand sich in einer kleinen Soi der 2nd Road schräg gegenüber vom Royal Garden. Was Chris und Benny besonders schätzten war, dass das Casa Pascal zwar stets gut besucht war, aber zum Glück nicht von der Sorte Touristen, die Probleme hatten, sich einmal manierlich zu kleiden und zum anderen an gewissen Tischmanieren fehlte. Aber irgendetwas schien diese Billigheimer und Dumpfbacken davon abzuhalten, das Casa Pascal zu finden oder aufzusuchen. Vielleicht war es für diese besondere Spezies Pattaya-Besucher auch nur schon eine Location im Outback von Pattaya, bedenkt man, das viele der oben erwähnten Gattung einen Teller besiedelten, der seinen Rand an der Beach Road, Walking Street und 2nd Road hatte, eine scheinbar imaginäre Grenze, die sie daran hinderte, ein paar sehr interessante Locations in Pattaya aufzusuchen.
 
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Hoffentlich liest das keiner von denen. Ich war zwar noch nicht oft im Casa Pascal, aber gut gefallen hat es mir immer. Ich bin seinerzeit mal einer Empfehlung von paff gefolgt und habe es nicht bereut.
 
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John und Neil waren bereits im Casa Pascal und hatten zusammen mit ihren beiden festen Freundinnen einen großen Tisch belegt. Ihre Mädchen Gai und Malee hatten nicht den erfolgreichen Background von Som und Aeow, stammten aus Ubon und waren in Kong Chiam, einer kleinen Stadt am Mehkong etwa 100 Kilometer östlich von Ubon Rachathani aufgewachsen. Beide waren schon Mitte 30 und hofften in John und Neil beständige Partner für einen langen Lebensabschnitt gefunden zu haben. Beide Mädchen hatte das harte Leben in Pattaya geprägt, ihre Illusionen haben sich sehr schnell im Schatten einer teilweise harten und brutalen Realität verloren. Zwar hatten sie immer noch Hoffnungen auf ein besseres Leben außerhalb von Thailand, aber andrerseits stand es auch fest, dass dies mit John und Neil nicht möglich sein würde. Die Wünsche und Hoffnungen sind geblieben, die Illusionen haben sich aufgelöst und an ihrer Stelle stand nun die Erkenntnis und in letzter Konsequenz auch die Einsicht, sich mit der Realität zu arrangieren zu müssen. Und diese Realität hatte ihnen mit John und Neil zwei Menschen zugedacht, die das Leben genossen und sie als Menschen an ihrer Seite respektierten. Das war immerhin mehr als das, was der größte Teil der Mädchen in diesem Gewerbe in Pattaya erreichte oder erreichen würde.

Gai hatte eine hübsche Tochter, die gerade 18 Jahre alt geworden war, Malee hatte ebenfalls eine Tochter, die ein Jahr jünger als die Tochter von Gai war. Neil und John hatten sich mit ihren Mädchen arrangiert, sie sorgten dafür, dass deren Töchter weiterhin zur Schule gehen konnten um eventuell später einmal zu studieren. Damit hatten Gai und Malee zumindest eines ihrer Ziele erreicht: Zu vermeiden, dass ihre Töchter einen ähnlichen Weg einschlugen, den sie selbst beschritten hatten. Dies war ein Trend, der sich in den letzten Jahren mehr und mehr abgezeichnet hat. Viele Farang ehelichten Mädchen, die sie in Pattaya, Bangkok oder anderen Orten mit ausgeprägtem, touristischen Nachtleben kennengelernt hatten. In der Folge floss natürlich immer mehr Geld in die armen Provinzen des Nordosten Thailands, aus dem ein Großteil der Mädchen in die touristischen Zentren strömte. Die einstmals armen Provinzen erlebten einen Aufschwung und letztendlich machte sich das auch an anderer Stelle bemerkbar. Der Intention vieler in Pattaya oder Bangkok arbeitender Mütter ihren Kindern den Weg zu ersparen, den sie selbst gegangen sind, ist es zu verdanken, dass es mehr und mehr zu Einbrüchen im Zustrom junger Mädchen kommt. Noch tut es dem nächtlichen Treiben in den Hot Spots des Nightlife’s keinen Abbruch. Aber mit der nächsten oder übernächsten Generation wird sich das wohl ändern.

Die Begrüßung fiel wie zumeist herzlich aus. Man kannte sich halt untereinander schon einige Zeit. John und Neil waren zwei ehemalige angehörige der British Army of the Rhine, der britischen Rheinarmee, die in JHQ Rheindahlen bei Mönchengladbach stationiert waren. Sie hatten ihren aktiven Dienst als Offiziere kurz vor Bekanntwerden der Verlegung des JHQ im Jahr 2008 beendet und beschlossen, ihren Lebensabend in Thailand zu verbringen. So war es auch nicht erstaunlich, dass sie ein mit typisch britischem Akzent recht passables Deutsch sprachen. Und nach dem Motto, wer rastet, der rostet, nutzten sie die gelegentlichen Treffen mit Chris und Benny, ihren Wortschatz auf die Probe zu stellen und zu pflegen. Som und Aeow kannten Gai und Malee ebenfalls schon seit den Anfängen ihrer Zeit mit Chris und Benny und sie mochten sich untereinander. So war es nicht verwunderlich, dass sich sofort zwei Gruppen bildeten. Som und Aeow waren bereits eingeweiht in das weitere Vorgehen und ihnen oblag es nun, Gai und Malee für ihr Vorhaben zu gewinnen. Alle genossen aber zuerst einmal entspannt das großartige Büffet im Casa Pascal.

Chris klärte John und Neil erst einmal in einem Abriss über das bereits Geschehene auf. Die Ereignisse auf der Beach Road am Anfang des Urlaubs von Christel und Wilma führte bei John und Neil fast zu einem Lachkrampf.

„Wir wären zu gerne dabei gewesen.“

Bei Som und Aeow ging es im Gespräch ähnlich locker zu. Nur als es um den Zwischenfall mit der Ratte ging, wurde es für einen kurzen Moment etwas ruhiger und ernster. Eigentlich war klar, dass Gai und Malee mit von der Partie sein würden und Som gab Chris zu verstehen, das alles in trockenen Tüchern sei. Bei John und Neil war es ja vorweg schon klar, dass sie sich ein Event dieser Art auf keinen Fall entgehen lassen würden.

„Som, did you tell Gai and Malee that there also will be 2 more young ladies involved hanging around with John and Neil? I don’t want some problems with jealousy.“

Ursprünglich war geplant, Som und Aeow für diese Aktion einzuspannen. Aber durch ihren Einsatz als verführerische Masseusen waren sie den beiden Schlampen bereits bekannt und fielen somit aus. Stattdessen würden zwei junge und hübsche Masseusen aus ihrem Studio diesen Part übernehmen.

„Yes, I told them, it will be okay fort them.“

Genau das war einer der Punkte, die Chris etwas Sorgen bereitet hatte. Er wusste um die teilweise extreme Eifersucht speziell der Ladies aus dem Milieu. Er hatte es schon öfters mitbekommen, das dies ab und an mal blutig wenn nicht sogar tödlich endete. Zu groß war die Angst der Mädchen, einen Freund an eine Andere zu verlieren, aber noch größer und wahrscheinlich ausschlaggebend für dieses extreme Verhalten war der damit verbundene Gesichtsverlust. Der einzig gemeinsame Punkt in einer solchen Auseinandersetzung war, dass am Ende drei Verlierer übrig blieben. So nahm Chris es mit Erleichterung entgegen, dass es diesbezüglich seitens Gai und Malee keine Missverständnisse geben würde.

Im Groben sah ihr Plan lediglich vor, Christel uns Wilma bei ihrer dubiosen Ehre als Emanzen zu packen und sie einfach nur ins Lächerliche zu ziehen. Zwei als Chauvinisten aufgemachte, alternde Westler mit jeweils zwei ihnen an die Seite gestellten Ladies würden es wohl authentisch rüberbringen und es blieb zu hoffen, das Wilma und insbesondere Christel entsprechend darauf anspringen würden. Jedenfalls sollte alles noch am heutigen Tag stattfinden.

Chris ließ es sich nicht nehmen, die Rechnung für das Buffet zu übernehmen und somit John und Neil, aber auch Gai und Malee dafür zu danken, dass sie die Hauptrollen in dieser kleinen Inszenierung übernommen hatten. Som, Aeow machten sich zusammen mit Gai und Malee auf den Weg in ihr Studio, dort würden die Mädchen Gelegenheit bekommen, sich etwas näher kennenzulernen. Bei der Gelegenheit würden sich die Mädchen entsprechend auftakeln um dem Bild einer Professionellen zu entsprechen.

Chris und Benny verabschiedeten sich von John und Neil, sie hatten vereinbart, dass sie heute den ganzen Tag auf Abruf bereit sein würden.

Wenig später fanden sich Chris und Benny wieder in ihrem Hotel ein. Ein kurzer Check der Zimmer von Christel und Wilma ergab lediglich, dass sie nicht anwesend waren. Chris überprüfte sein Handy und fand eine SMS von Khun Somsak. Er hatte den Eingang wohl überhört. Christel und Wilma relaxten am Pool und es hatte für den Moment nicht den Anschein, als würden sie das Hotel verlassen wollen.

„Ich hoffe, sie wollen heute nicht den ganzen Tag am Pool vertrödeln und sich dann einen gemütlichen Abend im Hotel machen. Hast du eine Idee, wie wir dem eventuell einen Riegel vorschieben können. Ich hatte eigentlich gehofft, dies heute Nachmittag durchziehen zu können.“

Chris überlegte kurz.

„Lass uns erst einmal abwarten, bist Som und Aeow zurück sind. Ich denke mal, die werden noch gut ein oder zwei Stunden benötigen. Eine Idee habe ich allerdings schon. Da müsste ich mich allerdings noch mit Khun Somsak kurzschließen.“

Chris rief Khun Somsak an. Er schilderte ihm seinen Plan und bat ihn um eine kleine Gefälligkeit.

„So, das wäre geklärt. Meine Idee war ja, das unser kleines Schauspiel in einer Umgebung stattfinden würde, die sowohl uns als auch John und Neil vertraut ist. Du kennst doch noch die kleine Bar mit dem Guest House in der Soi LK Metro. Da haben wir doch noch diese 2 Coupons für ein Freigetränk bekommen. Ich gehe kurz rüber zu Khun Somsak und gebe ihm die Coupons, er soll sie den Beiden aufs Zimmer bringen und etwas „auffällig“ drapieren. Ich bin überzeugt davon, dass Christel und Wilma einem geschenkten Gaul nicht ins Maul schauen.“

Chris machte sich schnell auf den Weg. Er blieb mit Khun Somsak in Kontakt. Es würde wahrscheinlich ihren gesamten Plan zum Einsturz bringen, ertappten ihn Christel und Wilma bei seinem kurzen Besuch in deren Hotel. Glücklicherweise ging alles gut und binnen 20 Minuten war diese Aktion abgeschlossen und Chris war wieder zurück im Hotel.

Knapp zwei Stunden nachdem sie sich im Casa Pascal getrennt hatten, kamen Som und Aeow zurück ins Hotel. Gai und Malee sind von der Massage direkt zurück zu Neil und John. Chris wollte gerade zum Handy greifen, als ein neue SMS eintraf. Christel und Wilma räumten gerade ihre Sachen und würden nun wohl auf ihre Zimmer gehen. Benny schaltete die Monitore ein. Chris schmunzelte, als er sah, was Khun Somsak unter auffällig verstand. Auf dem Bett lagen zwei über Kreuz gelegte rote Rosen, drapiert mit einer Schleife und darüber lag ein Briefumschlag.

„Khun Somsak, du bist einfach genial. An dir ist wohl ein kleiner Don Juan verlorengegangen.“

„Ich denke schon, das unsere beiden Emanzen…“ das Wort Emanzen überzog Benny dabei gewaltig… „einer solchen Einladung nicht widerstehen können. Wollen wir wetten, dass der Event in trockenen Tüchern ist.“

„Benny, ich gehe keine Wette ein, bei der im Vorfeld schon feststeht, dass ich der Verlierer sein werde.“
 
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Christel und Wilma betraten das Zimmer und Christel fielen zuerst die zwei Rosen auf. Neugierig nahm sie den Umschlag auf und öffnete ihn. Als sie die Zeilen, die Khun Somsak ihnen geschrieben hatte, las, erhellte sich ihr Gesicht. Wilma war neugierig nähergetreten.

„Was ist das?“

Christel reichte Wilma wortlos den dem Umschlag beigelegten Zettel.

„Lies selbst!“

Dear Miss Christel, dear Miss Wilma,

I feel very sorry for any inconvenience. It is a honor for me to give you this spezial offer. Just take it and enjoy some free drinks in this nice bar. I really hope, that you like flowers.

Best regards and a pleasant stay.

Khun Somsak


General Manager’


„Mensch Christel, das ist ja wirklich nett. Ich denke, wir nehmen dieses kleine Geschenk an und wir sind es dem Somsak wohl schuldig. Er hat ja bereits viel für uns getan und solch eine Geste ist ja sehr nett und ich finde es schon bemerkenswert.“

„Die Idee ist gut.“

Christel, hör bitte auf, ich höre da schon wieder ein Aber zwischen den Zeilen. Kannst du nicht mal über deinen Schatten springen und nicht hinter jeder Nettigkeit eines Mannes eine zweideutige Absicht vermuten! Wir tun uns das heute noch an und gehen mal in diese Bar. Und ich möchte da von dir einmal keinen Widerspruch hören. Ich möchte auch etwas Urlaub machen und einmal einen Abend ohne Hintergründe und Planung erleben.“

Für einen Moment war Christel über diesen emotionalen Ausbruch von Wilma überrascht. Sie benötigte ein paar Sekunden um sich zu besinnen. Eigentlich hatte Wilma ja Recht. In der Tat lag ihr wieder einmal ein Aber auf der Zunge. Aber Wilma hatte es mit ihrem kleinen Ausbruch zum verstummen gebracht.

„Okay, ich bin einverstanden. Ich hoffe nur, der Laden gefällt uns, wenn nicht, dann verschwinden wir sofort wieder.“

Wilma schüttelte nur den Kopf, musste dann aber lachen.

„Christel, du bist wirklich unverbesserlich. Ein Aber kam zwar nicht, aber ein Hintertürchen hast du dennoch aufgestoßen.“

Chris und Benny hatten das Gespräch mit Spannung verfolgt. Erleichtert atmeten sie auf, als die Entscheidung gefallen war. Chris informierte John und Neil, und Som, die ebenfalls mitbekommen hatte, dass der Plan umgesetzt werden konnte, beorderte ihre beiden Mädchen zur Soi LK Metro. Sie hatten den Vorteil, dass sie schon bereit waren und eigentlich nur noch darauf warten mussten, dass es los gehen würde. Som wandte sich Chris zu.

„I know what you are thinking. You would like to know, what is going on when they are over there, right?“

Eigentlich war dies klar, dass alle gerne wissen wollten, was während dieser Stunde, denn länger würde es wahrscheinlich nicht dauern so wie Chris Neil und John einschätzte, in der Bar geschehen würde. Chris nickte nur.

„So don’t worry, after that event we can watch everything on video. I just ordered my friend to be there too.“

Wieder einmal waren sowohl Chris als auch Benny erstaunt nahmen die Aussage von Som zur Kenntnis und klopften sich innerlich auf die Schultern, wohl wissend, mit Som und Aeow zwei gleichwertige Weggefährten aber auch Gespielinnen an ihrer Seite zu haben.

Neil und John trafen mit Gai, Malee und den beiden Mädchen aus Soms Massage in der Soi LK Metro ein. Als Expats kannten sie so ziemlich alle Locations in Pattaya sehr gut und zu den Besitzern einiger Bars pflegten sie sogar freundschaftliche Beziehungen. Dem Besitzer der Bar in der Soi LK Metro waren sie allerdings nur flüchtig bekannt, aber das Wesentliche war, dass man sich kannte und auch die Staff, die hier arbeitete freute sich, wenn John und Neil in ihrer Bar waren. Einmal waren sie gute Gäste, die Spaß und Kurzweil versprachen und zum anderen gehörten sich nicht zu den Kiniaus, den Gezhälsen, sondern gaben in der Regel ein anständiges Trinkgeld. John checkte kurz die Situation in der Bar und wählte einen Platz aus, der für ihr Vorhaben am besten geeignet erschien. Neil orderte eine Flasche Jack Daniels, Eis und Coke sowie Soda zum mixen.

Eigentlich sollte man meinen, dass Engländer bei harten Getränken ihren Scotch bevorzugten, aber John und Neil hatten sich während ihrer aktiven Dienstzeit häufig mit den in Teveren stationierten Amerikanern getroffen und in der Folge hatten sie zwangsläufig gelernt, Bourbon Whisky, zumeist Jack Daniels oder Jim Beam zu trinken und sind auf den Geschmack gekommen. Seit dieser Zeit zogen sie den blumig-weichen Geschmack dem im Gegensatz zum Scotch erdigen-harten Geschmack vor. Und im Gegensatz zu den Mädchen verdarben sie sich die Blume des Bourbon nicht mit irgendwelchen Verdünnern wie Coke oder Soda sondern fügten lediglich ein Stückchen Eis bei um den Whisky auf bester Trinktemperatur zu halten.

Sie mussten etwa noch eine halbe Stunde warten, bis ihre Opfer, Christel und Wilma, die Bar betraten. Christel und Wilma hatten sich wie gehabt sexy gestylt, Minirock, Blusen, deren obere Knöpfe geöffnet waren, sowie halbhohe Schuhe. Zumindest kamen sie sich in ihrem Outfit sexy vor und für Deutschland hatte das möglicherweise auch zugetroffen. Aber für Pattaya wirkten sie mit ihrer kräftigen Statur gegenüber den zierlichen Thais eher wie Elefanten. Zwar übertrafen sie mit ihren fülligen Brüsten die meisten Thais, aber damit hatte es sich auch schon. So sahen es zumindest John und Neil als sie Christel und Wilma angesichtig wurden.
 
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Christel und Wilma wirkten etwas unsicher. Sie hatten ihr Erlebnis in der Soi 6 noch nicht vergessen. Aber nach ein paar Sekunden stellten sie fest, dass sich diese Bar wohl erheblich von dem Amüsierbetrieb in der Soi 6 unterschied. Sie fanden die Bar mäßig besucht vor. Zwei Typen mit jeweils zwei Mädchen saßen an einem der Tische und schenkten ihnen nur einen kurzen Blick, als sie die Bar betraten. Sie setzten sich an den einzigen noch freien Tisch, der in der Bar vorzufinden war. Es war kein Zufall, dass John und Neil direkt ihrem Blickfeld gegenüber saßen. Eine Bedienung kam an ihren Tisch um eine Bestellung entgegenzunehmen. Christel übergab ihnen die Coupons und fragte, was sie dafür bekämen.

„Oh for this coupons you get a beer. Do you want San Miguel Light?“

Christel und Wilma willigten ein und kurz darauf wurde ihnen das Bier serviert.

„So etwas Besonderes ist die Bar ja nicht. Ziemlich ruhig hier. Findest du nicht?“

Wilma war es auch aufgefallen. Draußen auf der Straße war definitiv mehr los, Laufkundschaft, die aber offensichtlich andere Locations bevorzugten.

„Wahrscheinlich gehen sie in diese Bar an der Ecke mit dem blauen Licht, da wo die Mädchen so obszön in den Fenstern getanzt haben. Das ist wahrscheinlich genau das, was diese geilen Böcke wollen.“

John und Neil beobachteten die beiden Frauen unauffällig. Sie hatten, als die Beiden die Bar betraten, ihre Arme um die Mädchen gelegt und ihr Verhalten geändert. Es sah in der Tat etwas provozierend aus, aber genau das war ja Sinn und Zweck ihrer Aktion --- Provokation. Sie prosteten sich etwas auffälliger zu und ihre Stimmen waren lauter. Sie nötigten die Mädchen förmlich zum trinken und John fasste seinem Mädchen ungeniert an den Busen.

„Wilma, guck dir diesen scheintoten Greis an, wie der das Mädchen angrabscht. Das darf doch wohl nicht wahr sein!“

Christel schien in diesem Moment vergessen zu haben, was sie noch kurz zuvor in der Öffentlichkeit mit dem beiden mit Steely Dan gedopten Jungs gemacht hatten. Es war zwar nicht derart offensichtlich gewesen, aber Christel bewertete dies mal wieder mit zweierlei Maß. Allerdings versetzte sie auch in ungläubiges Erstaunen, dass die Mädchen scheinbar noch Spaß dabei empfanden.

„Die scheinen auch noch Spaß zu empfinden?!“

„Christel, jetzt beruhige dich. Vergiss bitte nicht, was uns an der Beach Road passiert ist. Bedenke, dass die Mädchen es für Geld tun. Es scheint ihr Job zu sein, Spaß dabei vorzuheucheln.“

Wilma schien die Situation der Mädchen in Thailand mittlerweile wesentlich sachlicher zu erfassen als Christel. Sie konnte allerdings auch nicht ahnen, dass dies alles für sie gestellt war. Wilma war allerdings wesentlich näher an der Realität als Christel.

John und Neil bekamen die Reaktionen von Christel und Wilma sehr wohl mit. Insgeheim freuten sie sich auf das kommende Schauspiel. Christel und Wilma würden mit Gai und Malee noch eine Überraschung der besonderen Art präsentiert bekommen.
 
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Immer mit der Ruhe, ich habe gerade zuviel Zeit zum Schreiben. :ironie:
 
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Ich denke, ich werde deinen Rat beherzigen.
 
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Chris und Benny hatten sich dazu entschlossen zusammen mit ihren Mädchen den Abend gemeinsam im Hotel zu verbringen. Sie waren gespannt auf den Ausgang des Abends. Für Christel und Wilma würde es wohl ein sehr ernüchterndes Erlebnis werden, ein Erlebnis von einer Seite, von der sie es nicht erwarten würden.

John und Neil hatten beiläufig zur Kenntnis genommen, dass die deutschen Mädels angebissen hatten.

Christel konnte ihre Blicke nicht von dem Szenario lösen. Zwar spürte sie, dass Wilma ihr die Hand beruhigend auf den Arm legte, aber ihr fiel es sichtlich schwer, sich im Zaum zu halten.

„Christel, komm runter, ich habe keine Lust auf weiteren Ärger. Hast du schon mal ins Auge gefasst, einfach mal zu reden und zu erfragen, was in den Menschen vorgeht? Und ich meine damit nicht nur die Männer sondern auch die Mädchen.“

Christel wirkte für einen Moment empört.

„Wilma, du wirst mir doch jetzt nicht in den Rücken fallen. Es hat ja schon fast den Eindruck, als hättest du Partei für diese Hurenböcke entwickelt.“

„Nein, nein, versteh mich bitte nicht falsch. Mir widerstrebt das Verhalten der Beiden auch. Aber du musst doch eingestehen, dass wir bis jetzt eigentlich noch nichts wissen und im Prinzip nur unser Verhalten und unsere Vorstellungen wie wir es aus Deutschland kennen, übertragen.“

Wilma schien aus den Ereignissen der letzten Tage wesentlich mehr gelernt zu haben als Christel oder um es etwas realistischer auszudrücken, Wilma hatte gelernt und Christel nicht.

Christel konnte ihre Blicke nicht von den Beiden lösen.

„Wilma, siehst du das, der greift ihr ungeniert unter die Bluse. Diese unverschämten Lustmolche. Dass die Mädchen sich das gefallen lassen, bedeutet doch nur, dass sie entweder unter Zwang handeln oder weil sie so arm sind, dass sie nicht anders können. Das ist doch menschenunwürdig, absolut erniedrigend.“

„Es sieht aber nicht so aus, als würden die Mädchen unter Zwang handeln. Ich sehe da nirgendwo Widerwillen.“

John und Neil hatten die Beiden aus den Augenwinkeln beobachtet. John sah die Zeit gekommen, aktiv zu werden. Er löste sich von seinem Mädchen, dass sich scheinbar gefügig an seine Seite schmiegte. Er fing den Blick von Christel auf.

„Hey you, ladies, where you come from?“

Wilma und Christel waren beide überrasch, so urplötzlich angesprochen zu werden. Diesmal hatte Christel, wohl emotional aufgebracht, die lockere Zunge.

„We are from Germany?“

Der verdutzte Blick von Wilma entging ihr. John antwortet in einem fast dialektfreien Deutsch.

„Oh mein Gott, autochthone Teutoninnen im falschen Paradies? Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich hoffe mal ihr heißt nicht Walburga und Klotilde.“

Während John seine kurze Ansprache hielt, konnte Neil es sich nicht verkneifen ihm feixend zuzustimmen. Er genoss insbesondere den Ausdruck in Christels Gesicht, die im ersten Moment den Mund nicht mehr zubekam. Christels Verstand blieb an dem Wort, das sie nicht verstanden hatte, hängen. Generell hielt sie sich anderen Menschen gegenüber überlegen. Wurde sie dann allerdings mal mit Begriffen konfrontiert, die ihren Wortschatz überforderten, hatte sie Probleme, dies zu übergehen.

„Wir sind bitte was, auto…autoto..,? Was bitte soll das sein?“

Innerlich beglückwünschte sich John dafür, dass er Christel auf dem falschen Fuß erwischt hatte.

„Oh, entschuldigen sie bitte, ich habe gedacht, es mit intellektuellen Menschen zu tun zu haben.“

Wieder fiel Christel die Kinnlade runter. Bevor sie etwas sagen konnte, führ John fort.

„Autochthon ist eine altgriechische Wortzusammensetzung und bedeutet soviel wie ‚eingeboren’, und Teutone dürfte ihnen wohl als Synonym für Deutscher ein Begriff sein. Haben sie kein humanistisches Gymnasium besucht?“

Christel traf ein jedes dieser Worte wie ein Stich mit einem Stilett. Gerade wurden ihr ein paar Grenzen aufgezeigt und der Sarkasmus in Johns Stimme war für sie wie ein Schlag ins Gesicht. Sie tat allerdings gut daran, ihre harsche Erwiderung zu unterdrücken. Die Wortwahl des Engländers und das Selbstbewusstsein mit dem er auftrat, hatte sie, obwohl sie es sich nicht eingestehen wollte, eingeschüchtert. Wilma hatte diese verbalen Sticheleien besser verkraftet.

„Entschuldigten Sie, ja, wir kommen aus Deutschland, aber unsere Namen sind weder Walburga noch Klotilde. Das ist Christel und ich heiße Wilma.“

Christel hatte diese paar Sekunden benötigt, um sich etwas zu beruhigen.

„Warum haben sie uns angesprochen.“

Neil ergriff das Wort.

„Oh, wir haben ihre Gespräche teilweise mitbekommen und irgendwie haben wir den Eindruck, dass sie für ihren Urlaub die falsche Richtung gewählt haben. Die Dom Rep mit den hübschen schwarzen Boys liegt Richtung Westen. Aber gut, wenn ihr kein Ebenholz wollt, etwas weiter südlich gibt es ja die Bali Beach Boys, die sind vom Teint etwas heller, sollen aber sehr einfühlsam sein.“

Eine Provokation jagte die nächste. Christel spürte förmlich, wie ihr Blutdruck nach oben schoss. Und auch Wilma fühlte sich zu Unrecht angegriffen fasste sich aber noch vor Christel.

„Wir sind keine Sextouristen, wir denken nicht einmal an so was. Im Gegenteil, wir verabscheuen es.“

John und Neil nickten sich lächelnd zu und auch Gai und Malee nickten beifällig. Die beiden Emanzen-Schlampen waren genau dort, wo sie sie haben wollten. John wandte sich den Beiden zu.

„Kommen Sie bitte, setzen sie sich zu uns, dann brauchen wir nicht den ganzen Laden zusammenzuschreien.“

Christel setzte zu einer Erwiderung an aber Wilma legte ihre Hand auf ihren Arm, zog ihren Kopf heran und flüsterte ihr ins Ohr.

„Christel, lass uns das Angebot annehmen. Vielleicht erfahren wir ja etwas und da sind vier Frauen, denen wir eventuell helfen können, ein normales Leben fern der Prostitution zu führen.“

Christel überlegte kurz und nickte Wilmas Vorschlag ab. Sie nahmen ihre Getränke und setzten sich zu der Gruppe an den Tisch.
 
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Oh man....:jil:

Ich schreibe ja schon weiter....
 
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