Thailand Zwei Emanzen in Thailand

Christel und Wilma hatten sich notdürftig mit den Laken bedeckt und ängstlich aneinander gekuschelt. Khun Khan Stand kerzengerade am Fußende des Bettes und fixierte die beiden Frauen abwechselnd mit eiskalten Blick. Ohne seinen Blick abzuwenden streckte er eine Hand in Richtung des Polizisten, der das Geld in den Händen hielt. Er nahm die beiden Scheine an sich und hielt sie den beiden Frauen vor die Nase. Der Polizist, der das Geld an Khun Khan gereicht hatte, stupste Christel mit seinem Schlagstock an die Schulter. Seine Stimme klirrte wie Eis.

„You! Puying hah gin! Mie bai ayunat tam ngarn mai?“

Christel und Wilma waren vollkommen geschockt. Sie verstanden nicht, was dieser Polizist so herrisch fragte. Christel hatte wohl erkannt, dass der Polizist am Fußende der Oberbefehlshaber dieser kleine Truppe war. Hilflos blickte sie ihn an, hoffte, dass er zumindest ein paar Brocken Englisch verstand. Mit zitternder Stimme wandte sie sich an ihn.

„What did he say? I did not understand.“

Khun Khan ließ Christel ein paar Sekunden zappeln. Sein Deputy hatte die Beiden als ‚Puying hah gin’ bezeichnet, wörtlich übersetzt bedeutete es ‚Frau sucht Essen’, so wurden alle Frauen genannt, die ihr Geld damit verdienten, sich, beziehungsweise ihren Körper anderen Männern anzubieten um sich mit dem Verdienst ihr überleben zu sichern. Die Wort für Wort-Übersetzung thailändischer Begriffe ist oftmals sehr bildhaft, farbig und lebendig aber in der alltäglichen Praxis oftmals zu umständlich sodass stets die interpretativen Übersetzung Anwendung findet und ‚Puying hah gin’ war entsprechend gleichbedeutend mit Prostituierte.

Khun Khan bereitete es unterbewusst ein diebisches Vergnügen, genoss die Verunsicherung der Beiden, die Ungewissheit, in der sie sich befanden. Er hatte genug von Som und Aeow erfahren und war informiert, was die beiden ausgeheckt hatten.

„He said, you are prostitutes and requested your work permission. Do you have that?“

Trotz des Schocks der Christel in den Gliedern steckte, brach in ihr ob dieser Vorhaltung das Temperament durch und sie richtete sich auf. Sie ahnte nicht, dass ein solches Verhalten von diesen autoritären Offiziellen keinesfalls geduldet werden würde.

„We are no prostitutes. We are liberated women and…“

Scharf fiel ihr Khun Khan ins Wort.

„Shut up! We just saw that you got paid!

Ein kurzes Nicken seines Kopfes genügte als Anweisung für den Polizisten zu seiner Rechten. Mit einer blitzschnellen Bewegung stieß er Christel zurück ins Bett. Bei dem Versuch sich abzufangen löste sie ihre Hand mit dem sei das Laken hielt. Das Laken rutschte herunter und entblößte ihre Brüste. Sie wollte wieder nach dem Laken greifen um ihre Blöße zu bedecken aber der erhobene Schlagstock des Braunen ließ keinen Zweifel daran aufkommen, was geschehen würde, setzte sie ihre Absicht um.

Die Polizisten ergötzten sich an dem Blick von Christels nackten Brüsten. Der Schock und auch die noch nicht abgeklungene Erregung bei ihr äußerte sich nach wie vor in ihren harten Nippeln.

Keiner der Polizisten hatten bis dato die Brüste einer Farang gesehen und mit Ausnahme von Khun Khan machten die vier Braunen keinen Hehl daraus.

Khun Khan warf einen kurzen Blick zu seinem Deputy zu Linken und der sah sich darauf im Zimmer um. Er fand Christel Tasche und durchwühlte sie als er plötzlich inne hielt und einen Blick zu Khun Khan warf.

„Whose bag ist that?“

Christel nickte.

„It is my bag. Why?“

Wieder nickte Khun Khan seinem Deputy zu. Der zog ein kleines Plastiktütchen aus der Tasche und reichte es Khun Khan. Der nahm das Plastiktütchen, führte es an seine Nase und sog hörbar die Luft ein.

„Ganschah, Marihuana!“
 
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Christel starrte entsetzt auf das kleine Plastiktütchen. In ihrem Schock vergaß sie, englisch zu sprechen.

„Das…das gehört mir nicht. Ich bin gegen Drogen!“

Wilma war vollkommen in sich zusammengesunken. Ihr ungutes Gefühl bei dieser gesamten Aktion war in den letzten Tagen immer stärker geworden und sie hatte selbst, wenn auch unbewusst, vor ein paar Tagen
damit begonnen, die Fessel Christel von sich abzustreifen, sich von Christel zu lösen. In diesem Moment war sie froh, dass der Polizist nicht ihre sondern Christels Taschen gewählt hatte.

„That are not my drugs, he put hem inside!“

Christel hatte gemerkt, dass sie die falsche Sprache benutzt hatte und sich korrigiert. Aber mit dem Vorhalt, dass der Polizist ihr das Tütchen untergejubelt hätte, beging sie wohl den gröbsten Fehler, den sie machen konnte.

Khun Khan fixierte sie.

„You both are arrested, prostitution, violation of the alien business law and posession of drugs! Get dressed!“

Er nickte den Deputies neben dem Bett zu. Mit einer schnellen Bewegung rissen sie die Laken weg. Beide Frauen kreischten erschrocken auf und versuchten mit Händen und Armen ihre Blöße vor den neugierigen Blicken der Polizisten zu verbergen. Zwei der Polizisten warfen den Frauen ihre Blusen, Slips und Röcke zu. Mit etwas mehr Schärfe wiederholte Khun Khan seinen Befehl.

„Get dressed!“

Unter den begierigen Blicken schlüpften Christel und Wilma in ihre Sachen, nicht ahnend, dass noch eine weitere Demütigung bevorstehen würde. Als sie angezogen waren blickten sie zu Khun Khan.

„Handcuffs!“

Ehe Christel und Wilma realisierten, was dies bedeutete, hatten zwei der Polizisten ihre Handschellen hervorgeholt und sie mit geübten Griffen den beiden Frauen angelegt, bevor die auch nur dazu kamen, sich dem zu widersetzen.

„Where are your passports?“

Instinktiv blickten die beiden Frauen zum Safe.

„Code!“

Wilma hatte erkannt, dass hier jede Reaktion, die Widerstand auch nur erahnen ließ, möglicherweise unangenehme Folgen haben könnte. Sie nannte den Code und ein Polizist öffnete den Safe und entnahm die beiden Reisepässe. Das Geld, das noch offen im Safe lag, ließ er unangetastet und schloss die Tür wieder.

„Get up, we go!“

Die beiden Frauen fügten sich dem Befehl und standen auf. Khun Khan folgte den beiden Frauen, die wie Schwerverbrecher jeweils links und rechts eskortiert von einem Polizisten abgeführt wurden. Khun Khan war zufrieden. Hinter der Rezeption nickte er Khun Somsak kurz zu und die Gruppe verließ das Hotel. Die beiden Frauen mussten mit der Ladefläche des Pickup vorlieb nehmen und zwei Polizisten fanden ihren Platz ebenfalls dort. Die ganze Aktion hatte nicht länger als eine viertel Stunde gedauert. Der Wagen setzte sich in Bewegung, verschwand mit den beiden in sich zusammengesunkenen Frauen hinter der nächsten Kurve. Für die Frauen begann jetzt ein Weg, den sie niemals in ihrem Leben vergessen würden.

Chris und Benny klatschten sich ab. Die Aktion war ein voller Erfolg. Jetzt ging es nur noch darum, alles so zu Ende zu führen, wie Benny es geplant hatte.

„Som, Aeow, you did a very good job. We have a surprise for you.“

„Wow, a surprise? We didn’t expect that. What kind of surprise?“

Som und Aeow blickten Chris erwartungsvoll an. Benny, der wusste was jetzt kommen würde, stand auf und ging zum Kühlschrank. Als er zurückkam, hatte er eine große Flasche Champagner in der Hand und stellte sie auf den Tisch. Während Chris die Flasche mit einem leichten ‚Plop’ öffnete, holte Benny vier Gläser. Chris schenkte ein und reichte allen ein Glas.

„We want to celebrate this special day with a good champagne and..“

Som unterbrach Chris.

„Chris, thank yo so much, you know that we like champagne so much.“

Chris schmunzelte, die Überraschung für Som und Aeow schien zu gelingen. Die Beiden dachten wohl, dass der Champagner die Krönung sei.

„Wait darling, this champagne is only the small top up for what we want to give you.“

Es war ungewöhnlich für Som, dass sie einmal sprachlos dastand.

„Next time when we go back to Germany, we not go alone. You and Aeow will join us. What do you think.?“

Som und Aeow schauten Chris zuerst ungläubig an. Chris und Benny hielten Som und Aeow ihre Gläser entgegen um mit ihnen anzustoßen.

„Chok dee tirak!“

Sie stießen an und stellten die Gläser ab. Sowohl Som als auch Aeow waren gerührt und ihre Augen füllten sich mit Tränen der Freude. Selten hatten Chris und Benny die beiden Mädchen in einem derartigen Zustand der Sprachlosigkeit erlebt. Sie nahmen sie in die Arme und drückten sie fest an sich. Diese Überraschung war ihnen gelungen.
 
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Die Fahrt zur Polizeiwache dauerte nur ein paar Minuten. Christel und Wilma standen unter Schock. Immer wieder jagten die letzten Minuten durch ihren Kopf, spielten Möglichkeiten durch, die sie nicht in diese Situation gebracht hätten. Zwecklos wäre jede ihrer Überlegungen gewesen, da sie ja nicht ahnten, dass ihr eigenes Spiel sich jetzt gegen sie gewandt hatte.

Sie fühlten sich behandelt wie Schwerverbrecher, mit Handschellen gefesselt und den Blicken einer neugierigen Öffentlichkeit ausgesetzt. Die beiden Polizisten, die mit ihnen zusammen auf der Ladefläche saßen, fanden die Situation eher vergnüglich und sie machten Scherze über die beiden Frauen, beobachteten die ihre Blusen und schmunzelten jedes Mal ob der unvermeidlichen Bewegung darunter, wenn der Wagen durch Schlaglöcher fuhr. Geschmeidig sprangen sie von der Ladefläche nachdem der Wagen gestoppt hatte und halfen den Frauen, die durch ihre Handschellen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeengt waren, vom Wagen und eskortierten sie in einen Raum zum Verhör in die Wache. Mit gesenkten Köpfen saßen Christel und Wilma vor dem Schreibtisch und die Ungewissheit ihrer Zukunft wühlte durch ihre Köpfe. Nach wie vor blieben zwei Polizisten mit ihnen im Raum.

Es dauerte fast noch 10 Minuten bevor Khun Khan mit seinem Vorgesetzten den Raum betrat. Er erstattet ihm Bericht über den gesamten Ablauf ihrer Aktion und legte die Pässe, die 2000 Baht und das verschweißte Plastiktütchen mich dem Gras auf den Tisch. Khun Khan stellte sich demonstrativ neben seinen Vorgesetzten, der auf seiner Seite des Tisches gegenüber den beiden Frauen Platz nahm. Er nahm sich Zeit, die beiden zu mustern.

Christel und Wilma fühlten sich unter diesem Blick mehr und mehr unwohl. Im Moment wagte weder Christel noch Wilma etwas zu sagen. Aber Christel hielt dieses Schweigen nicht aus.

„Why are we here? We did not do something!“

Es schien, als würde ihr Gesagtes einfach durch den Vorgesetzten durchgehen. Der nahm beiläufig erst den einen und dann den anderen Pass in die Hand und musterte abwechselnd Christel und Wilma. Sein Blick blieb an Wilma hängen.

„You are here because of Prostituition and therefore of violation for the alien business law!“

Er wandte sich an Christel.

„And you are here because of Prostituition and therefore of violation for the alien business law in addition with the posession of drugs category 5!“

„This drugs are not from me. I never use drugs!“

Es war ein verzweifelter Versuch von Christel, den Offizier davon zu überzeugen, dass dieses Tütchen ihr nicht gehörte. Aber den Vorgesetzten interessierte das herzlich wenig. Die ihm geschilderten Fakten einer seiner besten Leute und die Vorliegenden Beweise reichten ihm vollkommen aus. Es würde jetzt Papierkram zu erledigen sein und die thailändische Justiz würde ihren Lauf nehmen. Er gab Khun Khan ein kurzes Handzeichen und der öffnete kurz die Tür und rief einen Untergebenen herbei und wies ihn an, die beiden Frauen mitzunehmen.

„You and you go with them!“

Christel und Wilma verstanden und standen auf und verließen das Zimmer. Christel wollte wissen, was weiter geschehen würde.

„What will happen with us now?“

„We will take your fingerprints and you will be our guest for a while. Sit down over there!“

Khun Khan wies die beiden an, an einem Tisch Platz zu nehmen. Er platzierte die 2000 Baht, die Passe und das Tütchen mit dem Ganscha auf dem Tisch. Er stellte sich neben die Beiden und wies sie an, auf die Gegenstände auf dem Tisch zu zeigen. Ein Fotograf fertigte ein paar Aufnahmen an und Khun Khan nahm den Beiden die Handschellen ab. Ein Polizist erschien mit einigen Formularen, einem Set um Fingerabdrücke anzufertigen und setzte sich den Frauen gegenüber. Er nahm sich den Pass von Christel und begann, die Daten zu übertragen. Anschließend nahm er die Fingerabdrücke von Christel ab und wiederholte das Gleiche mit Wilma. Khun Khan winkte einen Polizisten herbei.

„You follow him!“

Damit wandte er sich ab und für ihn war der Fall Christel und Wilma abgeschlossen.

Christel und Wilma folgten dem Polizisten. Sie wurden in einen anderen Raum geführt, der durch eine Stahlgittertür verschlossen war. Der Polizist stieß sie unsanft durch die Tür und führte sie in den hinteren Bereich. Mehrer Zellen befanden sich links und recht des Ganges und in jeder Zelle hielten sich vorwiegend Thais auf, die teils heruntergekommen wirkten, teils betrunken. Neugierige Blicke folgten ihnen. Der Raum war gewinkelt und der Polizist stieß sie in eine leere Zelle. So waren sie erst einmal vor den gierigen Blicken der inhaftierten Thais geschützt, lediglich in der Nachbarzelle lag ein Weißer auf dem kalten Betonboden, nutzte zwei Wasserflaschen als Kopfkissen und schlief wohl seinen Rausch aus.

Christel sah sich angewidert in der Zelle um. In einer Ecke war eine kleine Mauer als Sichtschutz hochgezogen hinter der sich ein Loch im Boden befand, daneben stand ein Eimer mit Wasser und Schöpfkelle.

„Christel, ich könnte dich mittlerweile verfluchen, dass ich mich überhaupt auf dich eingelassen habe, diese blödsinnige Reise zu unternehmen. Mittlerweile ist mir einiges klar geworden. Ich bin nicht wie du. Ich bin Frau und will als Frau leben, das ist mir in den letzten Tagen klar geworden. Und was ist jetzt passiert? Wir sitzen im Gefängnis und ich weiß nicht wie es weiter geht.“

Wilma ließ sich an den Gitterstäben hinuntergleiten, hockte sich hin, legte ihren Kopf auf die Knie und verschränkte ihre Arme davor. Sekunden später hörte Christel sie hemmungslos weinen. Christel setzte sich neben sie und nahm sie in den Arm.

„Warte mal ab, es wird sich schnell herausstellen, dass wir unschuldig sind und alles ein großer Irrtum ist. Vielleicht kommen die beiden Burschen noch mal zurück, erfahren, dass wir im Gefängnis sind und klären alles auf.“

„Und was ist mit dem Gras, was man in deiner Tasche gefunden hat? Wo kommt das überhaupt her?“

Wilmas Stimme zitterte als sie Sprach. Sie hatte nach und nach realisiert, in welcher Situation sie sich befand.

„Wilma, du wirst mir doch keinen Drogenkonsum zumuten? Das muss mir einer von den Polizisten untergejubelt haben.“

„Ist schon gut, Khun Somsak hat gesehen, was mit uns passiert ist, er wird sicher jemanden verständigen, der uns hier helfen kann.“

Ein lautes ’Klock, Klock’ schreckte die beiden Frauen auf. Ein sadistisch-grimmig dreinschauender Wärter kam den Gang herunter und schlug mit seinem Knüppel gegen die Gitterstäbe. Der Blick, den die beiden Frauen von ihm auffingen, verhieß nichts Gutes. Schnell standen sie auf und entfernten sich von dem Gitter. Eiskalte Schauer liefen ihnen über den Rücken und sie beobachteten ängstlich, wie der Wärter seine Runde beendet und wieder aus ihrem Blickfeld verschwand. Beide Frauen hatten plötzlich ein ungutes Gefühl mehr im Bauch.
 
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Das werde ich nur machen, wenn ich das vorher mit der Forenleitung abgestimmt habe. Das ist ja dann kein Privatvergnügen mehr sondern kommerziell.
 
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Chris, Benny, Som und Aeow hatten allen Grund zu feiern, malten sich aus, wie es den beiden Frauen in ihrem neuen Apartment, das zwar direkt an der Ecke Beach Road/Soi 9 lag aber keinen Meerblick bot, gehen würde.

„Chris, what will happen next?“

Som wollte wissen, wie die Geschichte weiterlaufen würde.

„I think, you have to ask Benny, he is the master mind behind that. But first we have time, tomorrow is Friday and nothing will happen. Songkran will start on Monday, all government places are closed. On Thursday they will be brought to court. And tomorrow Christel and Wilma will get a special visit from someone.“

Ein Lachen stahl sich in Bennies Gesicht, als er den weiteren Ablauf noch einmal vor seinem geistigen Auge durchging. Dieser Jemand schuldete ihnen noch einen großen Gefallen und morgen würde er die Gelegenheit haben, diesen Gefallen einzulösen.

Christel und Wilma fühlten sich elendig. Die Zeit schien nur zäh zu fließen und sie hatten sich in eine Ecke gezwängt. Dieser Blick, den ihnen der grimmige Wärter zugeworfen hatte, ging beiden nicht aus dem Kopf. Zweimal ist er danach zu ihnen an die Zelle gekommen und hatte sie eindringlich gemustert und ist dann wieder gegangen. Ab und an wurde es unruhiger in den Zellen, welche die beiden Frauen nicht sehen konnten. Sie vermuteten, dass neue Gesetzesbrecher weggesperrt wurden. Im Großen und Ganzen war es recht ruhig, nur das Schnarchen des Betrunkenen in der Nachbarzelle störte die Ruhe. Letztendlich war es die Monotonie der Geräuschkulisse, die Christel und Wilma, die sich aneinandergekauert hatten, in einen Dämmerschlaf gleiten ließen.

Wilma vernahm unterbewusst eine Änderung in den Umgebungsgeräuschen. Sie wagte nicht sich zu rühren und war ebenfalls bedacht darauf, Christel nicht aufzuwecken, die ihren Kopf in Wilmas Schoß gelegt hatte und friedlich schlief. Wilma öffnete ihre Augen und nachdem sich ihre Augen an das Dämmerlicht gewöhnt hatten, sah sie die Ursache für die veränderte Geräuschkulisse. Der Betrunkene in der Nachbarzelle war aufgewacht und er schien das dringende Bedürfnis zu haben, seine Blase zu entleeren. Er war aufgestanden und ging mit unsicherem Schritt in die Ecke, in der sich das Klo befand. Er trug nur Schuhe, Shorts und T-Shirt und die unsichere Art wie er sich bewegte, legte den Schluss nahe, dass er immer noch reichlich alkoholisiert war. Allerdings quälte ihn daneben wohl noch ein typisch männliches Problem. Noch schien er nicht realisiert zu haben, dass in seiner Nachbarzelle jemand war, der ihn beobachtete.

Wilma kannte dieses Problem eines Mannes am Morgen. Oft genug hatte sie es genossen, Benny vor dessen Aufwachen anzuschauen, meistens allerdings an den Wochenenden und ließ dann die Gelegenheit nie aus, ihm ein besonderes Erwachen zu gönnen. Es war das erste Mal seit Jahren, dass sie sich dieser Erinnerungen wieder bewusst wurde. Mit etwas Wehmut blickte sie auf die Ausbeulung in den Shorts ihres Zellennachbars. Der hatte mittlerweile die Ecke erreicht, in der sich seine Toilette, Wilma wusste es nicht anders zu bezeichnen, befand. Immer noch im Glauben unbeobachtet zu sein griff er hinter den Bund seiner Shorts und schob sie nach unten. Wilma sah, wie ein halbsteifer Schwanz herausfederte und es dauerte eine Weile, bis der Typ es schaffte, seine Blase zu erleichtern.

Er schüttelte sich trocken und zog seine Shorts wieder hoch. Erst als er sich wieder zu seiner provisorischen Schlafstatt bewegte, nahm er die beiden Frauen wahr. Er wusste nicht, dass Wilma ihn bei seinem Geschäft beobachtet hatte. Wilma hatte ihre Augen soweit geschlossen, dass sie den Typen nur noch schemenhaft sah.

Zwar saß bei Wilma der Schock über die Festnahme durch die Polizei noch tief, aber sie spürte immer noch die Auswirkungen der ihr und Christel verabreichten Generika wenngleich sie sich nicht bewusst war, dass ihr welche verabreicht worden waren. Der Typ hatte sich eine neue Position gesucht, von wo aus er die beiden Frauen im Blickfeld hatte. Wilma tat als würde sie sich im Schlaf etwas bewegen, spreizte ihre Beine etwas immer bedacht darauf, Christel nicht aufzuwecken. Mit einer Hand fuhr sie sich scheinbar unbedacht über das Gesicht und ihre Hand glitt weiter nach unten zu ihrer Bluse und es musste für einen unbeteiligten Zuschauer so aussehen, als wären dabei zwei weitere Knöpfe ihrer Bluse aufgegangen und diese klaffte jetzt soweit auf, dass der Einblick mehr als großzügig war. Wilma sah, wie sich der Blick ihres Zellennachbarn auf ihre offene Bluse fixierte.

Wilma hatte die Augen leicht geöffnet und blickte zu dem Typen herüber. Sie wusste nicht, ob er von dort sehen konnte, ob sie ihre Augen geöffnet hatte oder nicht. Sie bemerkte, dass er unruhig wurde und seine Hand fuhr immer wieder über die Ausbeulung in seinen Shorts.

Für einen Moment kam Wilma die Absurdität ihres von einer Libido diktierten Handelns in den Kopf. Sie saß zusammen mit Christel in einem Gefängnis, die verschiedenen Vorwürfe, von denen der schlimmste wohl der Beitz von Drogen war, lagen in der Luft und sie dachte in diesem Moment an sexuelle Vergnügungen.

Schnell schob sie die Gedanken wieder beiseite und widmete ihre Aufmerksamkeit dem Typen in der Nachbarzelle. Wie alt mochte er wohl sein. Wilma schätze ihn auf Ende Zwanzig. Jedenfalls schien bei ihm der Trieb ebenfalls übermächtig. Die Beule in seinen Shorts war nun ausgeprägt und glich einem Zelt. Wieder strich Wilmas Hand über ihr Gesicht, rutsche in ihre geöffnete Bluse über ihren Busen. Mit einem Finger berührte sie sanft ihre Brustwarze, spürte, dass sie hart wurde und ein Schauer jagte durch ihren Körper direkt in ihren Schoß. Ihre Hand rutschte scheinbar unbeabsichtigt zwischen ihre Schenkel und übte dort einen sanften Druck aus. Durch diese Bewegung hatte sich ihre Bluse noch etwas weiter geöffnet und ihre Brust lag fast frei.

Die Wirkung auf den Typen durch diesen offenherzigen Anblick zeigte sich sofort. Seine Hand glitt in seine Shorts und umfasste, was da so hart war. Wilma sah, wie sich die Hand in den Shorts begann, langsam auf und ab zu bewegen. Ihr Atem wurde etwas schwerer und mit der Hand zwischen ihren Schenkel übte sie rhythmisch einen leichten Druck aus und bewegte sie fast unmerklich um ihre eigene Erregung zu steigern. Der Typ schaute sich etwas unsicher um, vergewisserte sich, dass er weder von anderen Gefangenen gesehen werden konnte und auch der grimmige Wärter nicht in der Nähe war. Mit einer Hand griff er den Bund seiner Shorts und mit der anderen Hand zog er seinen Steifen heraus. Wilma starrte gebannt auf dieses Prachtstück und wie er ihn sanft und dann immer schneller massierte. Wilma spürte das Glühen in ihrem Schoß und verstärkte ebenfalls den Druck und ihr Arm bewegte sich dabei leicht über ihre Scham auf und ab, unmerklich für den Typen aber genug, um ihre eigene Erregung weiter zu steigern.

Es faszinierte Wilma immer wieder, heimlich zu beobachten. Die Bewegungen der Hand wurden schneller und Wilma sah, wie er sich anspannte und dann schoss der Samen aus seinem Schwanz und klatschte ihm auf das T-Shirt. Langsam ließ er die Bewegung abklingen und gab sich dem Gefühl eines abklingenden Orgasmus hin. Christel spürte ebenfalls, wie die Wellen sie durchströmten. Sie presste ihren Mund zusammen um nicht aufzustöhnen, hoffte gleichzeitig darauf, dass Christel durch die Bewegungen ihre Hand nicht aufwachte.

Aber Christel bekam davon überhaupt nichts mit. Der Schlaf hatte sie mit einem Mantel des Vergessens umgeben, schützte sie und gewährte ihr die Ruhe, die notwendig war, um am nächsten morgen einer Realität zu begegnen, von der sie es sich nie hätte träumen lassen, sie einmal zu erleben.
 
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Hasso fühlte sich gut. Er hatte sein Frühstück abgeschlossen und sein Mädchen, das er am Vorabend auf der Sukhumvit kennengelernt hatte, saß ihm immer noch gegenüber und lächelte ihn an.

Hasso liebte Understatement und wenn er in Bangkok verweilte, meist nur für ein oder zwei Nächte maximal, dann bevorzugte er das Freddy 2 auf der Soi Sri Bumphen nicht weit weg vom Malaysia Hotel, das während der Dreharbeiten zu dem Film Good Morning Vietnam mit Robin Williams als Hauptquartier der Amerikaner zur Kulisse gereichte, eine temporäre Berühmtheit erlangt hatte. Das Hotel war in den Jahren danach recht schnell wieder zu einer mittleren Absteige der schwulen Szene in Bangkok degeneriert. In der näheren Umgebung in der Silom Soi 2 gab es wohl die größte Schwulen-Meile in Bangkok und das Malaysia war eine beliebte Absteige für die Liebhaber dieser Szene.

Das Freddy 2 war ein recht einfaches Guest House unter der Leitung von Mr. Luck, der auf Neulinge anfänglich zumeist emotional unterkühlt wirkte, sich dann aber sehr schnell als ein äußerst netter und hilfsbereiter Mensch erwies. Zugegeben, die Zimmer waren sehr einfach und mittlerweile gab es sogar zwei Zimmer mit Aircondition, aber letztendlich musste man sich mit 3 weiteren Parteien pro Etage ein Bad mit Toilette teilen und die Wände zu den Nachbarzimmern waren mehr als dünn, was positiv ausgelegt so manches heimliche Vergnügen ermöglichte.

Hasso suchte schon lange nach einem Mädchen, mit dem er mal etwas länger zusammen bleiben könnte, war aber bis jetzt noch nicht fündig geworden. In Pattaya hatte sich Hasso ein kleines Business aufgebaut. Er vermittelte Reisen an Urlauber, vorwiegend aus Deutschland, unterstützte die Liebeskasper bei der Visabeschaffung für deren Mädchen und vermittelte zusätzlich noch die für einen Visaantrag notwendigen Versicherungen.

Vor ein paar Monaten hatte er einmal in einer Massage ein Mädchen kennengelernt, das im auf Anhieb zusagte. Hasso sprach recht gut Thai und so war schnell eine gute Kommunikation zustande gekommen. Allerdings blieben seine Versuche ein Date mit ihr zu bekommen erfolglos. Sie sagte ihm, dass sie einen festen Freund hat und es nicht riskieren wollte, diesen wegen eines schnellen Vergnügens zu verlieren. Hasso war von der Standhaftigkeit aber auch von den Fähigkeiten seiner Masseuse beeindruckt. Er hatte jedes Mal ein unvergleichliches Happy Ending aber sie wehrte seine Versuche ihr körperlich etwas näher zu kommen freundlich aber strikt ab, was er dann allerdings auch akzeptierte.

Eines Tages hatte er wieder einmal das Bedürfnis nach einer Massage von ihr. Als er den Laden betrat, sah er seine Masseuse in den Armen eines Mannes, der sie gerade küsste. Seine Masseuse flüsterte dem Mann etwas ins Ohr und der blickte ihn daraufhin direkt in die Augen. Im ersten Moment fuhr Hasse ein Schreck durch die Glieder, hatte für einen Sekundenbruchteil die Befürchtung nun folgender körperlicher Gewalt.

Aber sofort nach diesem direkten Blickkontakt stahl sich ein Lächeln in das Gesicht seines Gegenübers, der sofort auf ihn zukam und ihm die Hand reichte. Wie sich für Hasso herausstellte, war dieser Mann genau der Grund, der ein Date mit Som, so der Name seiner Masseuse, unmöglich machte. Er erinnerte sich gerne an den Moment, wo er Chris und kurz darauf auch Benny kennenlernte. Zwischen den Dreien entwickelte sich recht schnell eine Freundschaft und die SMS, die Hasso am frühen Morgen bekommen hatte, ließ die Erinnerung an ihr erstes Kennenlernen vor seinem geistigen Auge ablaufen. Bedauerlich für ihn war nur, dass er sich mit Respekt auf ihre Freundschaft selbst auferlegt hatte, auf die besonderen Massageleistungen von Som zu verzichten. Chris hatte ihn gebeten, sich schnellst möglich mit ihm und Benny zu treffen.

Hasso hatte alle Rechnungen bezahlt und dem Mädchen schon am Abend zuvor 2500 Baht zugesteckt. Er nahm seine Sachen und ging mit dem Mädchen nach draußen, stoppte für sie noch ein Taxi und gab ihr noch 100 Baht extra für die Fahrt. Er überlegte kurz mit dem Bus zurück nach Pattaya zu fahren, entschied sich dann aber doch für ein Taxi. Er stoppte ein Taxi und handelte mit dem Fahrer einen Preis von 1200 Baht aus. Die Fahrt nach Pattaya würde keine zwei Stunden dauern. Er machte es sich im Fond des Wagens bequem und schickte eine SMS an Chris und teilte ihm mit, dass er gegen 11 Uhr in Pattaya sein würde.
 
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Chris und Som wurden am nächsten Morgen von Benny und Aeow geweckt. Sie fühlten sich alle etwas verkatert. Sie hatten das Schauspiel vom gestrigen Abend, der mit der Verhaftung von Christel und Wilma geendet hatte, ausgiebig gefeiert. Aber nun wurde es Zeit, den nächsten Schritt ihres Plans in die Tat umzusetzen. Christel und Wilma würden wohl eine schreckliche Nacht in einer der unangenehmsten Örtlichkeiten in Pattaya zugebracht haben. Vielleicht glaubten sie immer noch an ein übles Missverständnis und hofften, heute wieder auf freien Fuß kommen. Aber Chris wusste, dass sich deren Wunsch und Hoffnung in den nächsten Tagen nicht erfüllen konnte. Songkran stand vor der Tür und das übliche Prozedere sah vor, Christel und Wilma einem Richter vorzuführen, der dann eine Strafe gemäß dem thailändischen Strafgesetz verhängen würde. Nur würde dies wegen des bevorstehenden Wochenendes und dem Beginn des Songkranfestes am Montag mit seiner 3-tägigen Dauer erst am kommenden Donnerstag der Fall sein. Christel und Wilma stand entsprechend noch ein längerer Aufenthalt im Gefängnis bevor, aber das ahnten die Beiden noch nicht.

Chris schickte eine SMS an Hasso. Sie hatten ihn bereits eingeweiht und Hasso hatte sich bereiterklärt, sie zu unterstützen. Hasso war selbst auch einmal in Deutschland verheiratet und die Beziehung zu seiner Frau hatte sich beständig verschlechtert und eine Scheidung stand an. Allerdings hatte Hasso, wenn man ein Unglück überhaupt als Glück bezeichnen kann, Glück im Unglück. Seine Frau fiel auf dem Weg zum Anwalt ohne Vorwarnung um. Hasso saß der Schock in den Knochen als er merkte, dass seine Frau nicht mehr ansprechbar war und kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Der sofort herbeigerufene Notarzt verbrachte seine Frau mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus wo man allerdings nur noch den Tod der jungen Frau feststellen konnte. Wie die Obduktion später ergab war ein Aneurysma ursächlich für ihren Tod.

Obwohl Hasso sich in der Beziehung nicht mehr wohlgefühlt hatte und die Gefühle zueinander längst erkaltet waren, erlitt er einen Schock. Ein solches Ende seiner Beziehung hatte er sich nicht gewünscht. Für ein paar Monate verfiel Hasso in eine Lethargie, versuchte, mit Alkohol Schuldgefühle zu ertränken, aber er merkte sehr schnell, dass diese Schuldgefühle sehr gut schwimmen konnten und so schaffte er den Absprung noch rechtzeitig. Zusammen mit seiner Frau hatten sie kurz nach ihrer Heirat Lebensversicherungen abgeschlossen, in denen sie sich jeweils gegenseitig als Begünstigte hatten einsetzen lassen. Die Versicherung machte infolge der eindeutigen Ergebnisse der Obduktion keinerlei Probleme und so sah sich Hasso wenig später mit einer größeren Summe von der Versicherung abgefunden.

Das erste, was er sich gönnte, war ein Recovery in Thailand. Ganze 3 Monate Auszeit gönnte er sich, bereiste Thailand und blieb letztendlich in Pattaya hängen. Nach und nach nahm nah eine Idee in ihm Form und Gestalt an und konsequent wie er war, setzte er dies um und baute sich eine kleine Existenz auf. Er besaß mehrere Condos die alle vermietet waren und monatlich genug Geld abwarfen, dass er sich allein davon schon ein gemütliches, wenn auch nicht ausschweifendes Leben führen konnte. Sein Geschäft, die Vermittlung von Reisen und Visaangelegenheiten war ihm mehr ein Bedürfnis als Mittel zum Broterwerb, er hatte Spaß dabei und das merkten seine Kunden und so florierte sein Geschäft hauptsächlich über Mundpropaganda und brachte ihm Zulauf hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum.

Chris und Benny kannten Hasso mittlerweile ebenfalls recht gut und schätzen seine lebensfrohe Art. In ihren Augen hob sich Hasso von diesem dummschwätzenden Pack derer ab, die sich großspurig Expats nannten, aber nichts anderes darstellten als recht konservativ eingestelltes Volk, Rentner, Aussteiger und Glücksritter, das nicht in der Lage war, sich auf die örtlichen Gegebenheiten einzustellen und krampfhaft versucht Deutschtum in seiner grässlichsten Form von Vereinsmeierei mit nach Satzung und Protokoll zu erfolgenden regelmäßigen Treffen, Volkstümelei zur Pflege deutschen Liedgutes und dergleichen in Pattaya zu etablieren, glücklicherweise ohne Erfolg.

Das Fone von Chris vermeldete den Eingang einer SMS.

„Benny, Hasso wird gegen 11 Uhr bei uns sein. Mich würde interessieren, wie es Christel und Wilma in der ersten Nacht ergangen ist. Lass uns mal etwas Menschlichkeit zeigen und die beiden etwas bemuttern. Khun Somsak wird sich dessen gerne annehmen. Er ist ja der Einzige, der offiziell weiß, was mit den Beiden passiert ist. Das wäre dann ja die perfekte Einleitung für den Besuch von Hasso.“

„Okay, dann lass uns frühstücken gehen und auf dem Rückweg schnüren wir den Beiden ein kleines Care-Paket.“

Khun Somsak legte sein Fone zur Seite nachdem er die SMS von Chris gelesen hatte. Es war ja vereinbart, dass er die beiden Frauen heute besuchen würde. Er unterrichtete kurz das Personal an der Rezeption, dass er gleich das Haus verlassen müsse um nach seinen beiden Gästen zu sehen. Er hatte natürlich das Personal kurz über die Zwangsabwesenheit der beiden Frauen informiert, stellte es aber in einem Licht dar, dass ihn, speziell seine Besorgnis über seine Gäste in einem positiven Licht erstrahlen ließ. Gegen 10 Uhr verließ er das Hotel und machte sich auf den Weg zur Polizeistation.

Christel war von schrecklichen Träumen geplagt worden. Erst einer ihrer letzten Träume gaukelte ihr ein Erlebnis vor, das sie auf wundersame Weise aus dieser Situation erlöste. Langsam nur kehrt sie aus der Welt ihrer Träume zurück und ihr Bewusstsein verdrängte die Imagination des Traumes durch harte Realität. Christel öffnete die Augen und sah zu Wilma, die nun ihrerseits ihren Kopf in ihren Schoß gelegt hatte. Christel sah die weit geöffnete Bluse von Wilma und ihren fast vollständig entblößten Busen. Schnell knöpfte sie Wilmas Bluse zu, hatte keine Ahnung, warum diese so weit geöffnet war. Sie hatte nicht bemerkt, dass sie die ganze Zeit von dem schrecklich aussehenden Wärter beobachtet wurde. Erst als dieser seinen Blick abwandte und sich bewegte, nahm Christel diese Bewegung wahr.

Wilma rührte sich nun ebenfalls und wachte auf. Auch sie benötigte ein paar Sekunden um aus ihren Träumen in die Realität zu finden. Sie setzte sich auf und blickte zu ihrem Zellennachbar hinüber, der aber immer noch zu schlafen schien. Beide Frauen hatten jegliches Zeitgefühl verloren und vermochten nicht zu sagen, wie spät es eigentlich war. Es wurde etwas unruhig unter den Gefangenen im Eingangsbereich. Die Zellentür zum Außenbereich wurde aufgeschlossen und ein gut gekleideter Ausländer kam in ihr Blickfeld. Der grimmige Wärter schloss die Zelle ihres Nachbarn auf, und der Ausländer sprach etwas zu dem Mann, der nur langsam aufwachte. Christel identifizierte die Sprache als Russisch und sie hörte auch die Antwort, hatte aber keine Ahnung, was die Beiden da miteinander besprachen. Aber nur wenige Sekunden später erhob sich der Zellennachbar und verließ die Zelle, verschwand mit dem gut Gekleideten und wenig später hörten sie, wie die äußere Zellentür wieder verschlossen wurde.

„Mensch Wilma, ich hoffe, wir kommen gleich hier genauso raus, wie dieser Typ!“

Wilma wusste keine Antwort und schwieg ganz einfach. Liebend gerne hätte sie jetzt mit diesem Typen getauscht.
 
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Ich denke, es wird noch Vergnügen geben, fragt sich nur für wen? :mrgreen:
 
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Khun Somsak hatte auf dem Markt etwas zu essen für die beiden Farang gekauft. In der Plastiktüte befanden sich neben den Styroporverpackungen für das Essen noch 4 Flaschen Wasser, zwei Zahnbürsten mit Zahnpasta und eine Box mit Tissues. In der Polizeistation sprach er mit dem zuständigen Beamten und wurde zu den beiden eingelassen, allerdings nicht ohne vorher kontrolliert worden zu sein. Khun Somsak sah die Beiden in der hinteren Zelle sitzen und als sie seiner gewahr wurden, sprangen sie sofort auf und kamen an das Gitter. Wahrscheinlich hatten sie jetzt die Hoffnung, dass er sie gleich mitnehmen würde.

Aber Khun Somsak wusste natürlich, dass das überhaupt nicht im Bereich seiner Möglichkeiten lag und ihm es eigentlich auch recht egal war, ob die beiden da jetzt versauerten oder nicht. Ihm ging es primär um zwei Sachen und an erster Stelle stand natürlich seine Arbeit als Manager seines Hotels und an zweiter Stelle, seinen Freunden Chris und Benny einen Gefallen zu erweisen. Aber das brauchten diese beiden Schlampen nicht wissen.

„Wilma, schau, da kommt Somsak, der Manager vom Hotel. Vielleicht hat er alles aufklären können und wir kommen gleich hier raus.“

Wilma sah allerdings die Plastiktüte die Khun Somsak da bei sich trug und sie zog wohl auch den richtigen Schluss daraus. Sie waren beide aufgestanden und zum Gitter gegangen.

„Christel, ich glaube nicht, dass er hier ist um uns abzuholen!“

„Sei still, ich will hier raus!“

Wilma erwiderte nichts und sah Khun Somsak an.

„Hi Mr. Somsak, you are not here to get us off!?“

Halb Frage, halb Feststellung.

„Mrs. Christel, Mrs. Wilma, sorry, you are right. I am not here to take you back to my hotel. I only want to bring you some food, something to drink and a stuff that you can clean yourself a bit. I am sorry, what happened to you. I really want to help you but my influence is limited. Today someone will come to see you here. It is a guy from Germany and maybe he has some connections to help you. But I can’t promise something. Don’t worry about your rooms and your stuff over there. I will take care. It will edpend on this guy coming to you if I come back tomorrow or not. But I think he will arrange something for you.“

Mit seinen Worten nahm und gab er ihnen etwas Hoffnung. Trotzdem sah er speziell in Christels Gesicht die Enttäuschung gleich einem Schlag. Wilma, so erkannte er, schien gefasster. Nun gut, sie hatte letztendlich auch die besseren Karten von den Beiden. Er hatte von Chris erfahren, dass die Plastiktüte mit dem Ganscha in Christels Tasche gefunden wurde. Er übergab Christel und Wilma die Sachen durch die Gitterstäbe.

„You need to drink enough and eat too. If there are changes I will come back and keep you up to date.“

Langsam dämmerte es Christel, dass ihr unfreiwilliger Aufenthalt in dieser Umgebung noch länger dauern würde. Der Schock über diese Erkenntnis ließ sie blass werden.

„How long do we have to stay here?“

Natürlich wusste Khun Somsak, dass es mindestens noch bis zum nächsten Donnerstag dauern würde. Er zuckte allerdings nur mit den Schultern.

„Sorry, I don’t know that.“

Er drehte sich um und ging aus dem Zellenblock ohne noch einmal zurückzublicken.
 
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