Martin hatte nur leichte Kleidung an. Für gewöhnlich trug er modische Shorts, ein leichtes Baumwollhemd und seine Markensportschuhe. Zumindest tagsüber und für seine Spaziergänge. Abends zum Ausgehen in die Disco oder zum Dinner trug er grundsätzlich lange Hosen. Er empfand es zumeist als recht stillos, wie manche Touristen hier durch die Gegend liefen, ohne Hemd mit freiem Oberkörper Bars und Restaurants bevölkerten, ihren Bierbauch nur überdeckt von einem oftmals sogar noch ärmellosen T-Shirt mit dämlichen Aufdrucken, wo Martin da bei so Manchem seine Zweifel hatte, dass sie er Geschriebene überhaupt verstanden, und um einen Auftritt in diesem amodischen Kuriositätenkabinett noch zu untermauern, Schlabbershorts, Sandalen und weißen Tennissocken. Martin hatte dies irgendwann einmal als unumgängliche Tatsache geschluckt und betrachtete diese absurden Gestalten kaum noch. Im Moment hatte er allerdings andere Sorgen und sah es zumindest schon einmal als positiv an, in der Nachbarzelle jemanden gefunden zu haben, der ebenfalls aus Deutschland kam.
Anfangs schalt er sich einen Narren, in dieser Situation an Sex denken zu müssen. Aber nach seinem Erlebnis mit dem Zimmermädchen schien eine Veränderung in ihm stattgefunden zu haben. Hatte er nach dem Tod seiner Frau Sexualität teilweise als bedrückend empfunden, schien sich das jetzt geändert zu haben. Vor seinem Urlaub hatte er häufig Lust verspürt. Unweigerlich schweiften seine Gedanken dann zu seiner geliebten Frau ab, die ihm immer höchste Erfüllung geschenkt hatte. Aber diese eigentlich angenehmen Erinnerungen wurden dann sofort von den schrecklichen Gedanken an den Tod seiner Frau überlagert und dämpften seine Sexualität derart, dass er kaum noch Lust verspürte, diese auszuleben. Erst dieses spontane Erlebnis mit dem Zimmermädchen hatte diese mentale Mauer durchbrochen und er spürte förmlich, wie seine Libido neu erwacht war und diese unwirkliche Mauer mehr und mehr davonspülte. Und er begann es zu genießen.
Wilma war ihm Inspiration in dieser kärglichen Umgebung, Versuchung und Verlockung zugleich. Immer wieder versank sein Blick in ihrem Ausschnitt und jedesmal, wenn Wilma ihren Oberkörper bewegte, hoffte er sehnlichst, etwas mehr zu sehen. Er hatte mittlerweile eine heftige Erektion, versuchte sie noch zu verbergen. Aber er sah auch, wie Wilmas Blick immer häufiger auf seine Shorts fiel und sie schien zu ahnen oder zu wissen, was sie ausgelöst hatte. Und offensichtlich schien es ihr Spaß zu machen, derart zu kokettieren. Martin beschloss, sich auf ihr Spiel einzulassen. Beim nächsten Blick Wilmas auf seine Shorts hob erseinen Arme um sich über sein Gesicht zu wischen und offenbarte so Wilma seinen Zustand für einen kurzen Moment, bevor sein Arm seine Erektion und die damit verbundene Ausbeulung in senen Shorts wieder verdeckte, tat so, als hätte er Wilmas Blick nicht bemerkt.
Wilma frohlockte innerlich, als Martins unvermutete Bewegung mit dem Arm für einen kurzen Moment die Auswirkungen seiner Erektion sichtbar werden ließen. Sie fühlte sich in diesem Moment ganz als Frau, als verführerische Eva, der es Spaß machte, Adam den Weg aus dem vermeintlich unschuldig reinem Paradies in ein sündiges Leben zu weisen. Ein Kribbeln fuhr durch ihren Leib in ihre Lenden, sie genoss ihre innerlich neu gewonneneFreiheit und gab sich ganz diesem herrlichen Gefühl hin.
Wilma drehte leicht den Kopf und warf einen vorsichtigen Blick auf Christel, hoffte inständigst, dass sie jetzt nicht aufwachen möge. Aber Christel war zur Seite geglitten, lag alles andere als bequem, aber der Dauerstress der vergangenen Stunden, hervorgerufen durch die Ungewissheit über ihre Zukunft, forderte seinen Tribut und hatte Christel in einen tiefen Schlaf geschickt. Auch Martin warf einen neugierigen aber wenig interessierten Blick zu Christel hinüber und war ebenfalls froh, dass diese erotische Situation zwischen ihm und Wilma nicht durch eine dämliche Emanze mit verqueren Ansichten zerstört würde.
Wilma wurde sich ihrer Reize immer mehr bewusst, ganz so, wie es war, bevor Christel sie mit ihren aberwitzigen Ideen von Emanzipation, Gleichberechtigung und Kampf der Geschlechter mitgezogen hatte. Insgeheim hatte sie sich gefragt, wie sie es hatte geschehen lassen können. Aber sie hatte diesen Gedanken an das Warum schnell wieder beiseite geschoben, beschloss, dies später einmal zu ergründen und begann, ihre neue Freiheit zu genießen. Und genau jetzt fühlte sie sich danach, umzusetzen, was ihr an Verlangen durch den Kopf ging.
Wilma hatte sich ebenfalls niegrgelasse und so saßen sich Martin und Wilma nur getrennt durch die Gitterstäbe gegeüber. Wilma neigte ihren Oberkörper etwas zur Seite und stützte sich mit einem Arm auf dem Boden ab.Ihre Bluse klaffte dadurch etwas weiter auseinander und Wilma nahm zufrieden zur Kenntnis, das Martins Blick nun etwas länger im Ausschnitt versank.
Martin wusste nicht so recht, ob Wilma es absichtlich tat oder sie ihre Haltung nur aus Bequemlichkeit eingenommen hatte. Ihre Bluse klaffte nun weit auseinander und Martin erkannte in dem schwachen Licht der Zelle die Nippel unter dem Stoff. Er konnte sich dem nicht entziehen und er spürte das Verlangen pochend in seinem Schoß. Noch verdeckte er seine Erektion mit dem Arm. Ahnte Wilma, wie es um ihn stand? Er wusste es nicht, denn Wilma ließ sich nichts anmerken. Aber vielleicht war das genau ihr Spiel. Für einen kurzen Moment zweifelte Martin daran, dass eine Frau in dieser Umgebung unter dem Stress einer Haft überhaupt an Sex denken konnte. Andrerseits hatte er aber mal einen Artikel gelesen, dass viele Frauen und auch Männer sehr häufig Sex, sei es jetzt Selbstbefriedigung oder gemeinsam, bewusst oder unbewusst zur Stressbewältigung einsetzten. Martin beschloss, es darauf ankommen zu lassen und sich an ihrem Spiel zu beteiligen. Über seine zweifelnden Gedanken hatte seine Erektion etwas nachgelassen. Er hatte eine Idee und nutzte diesen Moment, um in das Spiel einzusteigen.
"Entschuldige mich für einen kurzen Moment, ich muss mal kurz zu dem hinüber, was hier so großspurig als Toilette bezeichnet wird."
Martin erhob sich geschmeidig und Wilmas Blick blieb an seinen Shorts hängen. Etwas enttäuscht nahm sie zur Kenntnis, dass Martins Erektion wohl um einiges nachgelassen hatte, schob es aber auf sein Bedürfnis, Wasser zu lassen. Martin verschwand hinter der halbhohen Mauerabtrennung zu dem Loch im Boden, aus dem ein widerlicher Geruch entströmte. Er vergewisserte sich mit einem kurzen Seitenblick, dass Wilma ihn bei seinem Geschäft nicht beobachten konnte. Die Mauer ging ihm bis knapp über die Hüfte und so war auch in dieser Umgebung ein Mindestmaß an privatem Bereich gewährleistet. Martin schlüpfte schnell aus seinen Shorts, entledigte sich seiner Unterhose und stopfte sie unauffällig in die Tasche seiner Shorts. Er erledigte sein Geschäft und zog seine Shorts wieder an. So wie es schien, hatte Wilma von seiner heimlichen Aktion nichts mitbekommen. Er ging zurück zu Wilma und setzte sich wieder auf den Boden.
"Du scheinst ja ziemlich viel Druck gehabt zu haben.Ich hoffe, du fühlst dich jetzt erleichtert. Es ist schon eine Umgewähnung, mit den Annehmlichkeiten eines Hotels nicht zu vergleichen."
"Ja, da hast du wohl Recht. Ich werde aber morgen schon wieder angenehm schlafen können, dessen bin ich mir vollkommen sicher."
Wilmas Gesicht nahm in diesem Moment einen etwas wehleidigen Ausdruck an und Martin bedauerte, daran mit seiner Aussage Schuld gewesen zu sein.
"Sorry, Wilma, tut mir leid. Ich hatte für einen Moment vergessen, dass es für dich noch ein paar Tage länger dauert."