Thailand Zwei Emanzen in Thailand

Su wollte nicht als Angestellte auftreten. Das Mädchen hinter der Rezeption kannte sie nicht und sie würde, wie Su wusste, ihre Schicht um 8 Uhr beenden und so konnte sie unverfänglich ihre Frage nach Martin stellen. Sie hatte etwas Angst vor der Antwort. Wäre er auf dem Zimmer, müsste sie wohl oder übel nachfragen, ob er alleine wäre. Sie fürchtete sich vor dem schmerzhaften Stich in ihrer Seele, würde diese Frage mit einem Ja beantwortet. Inständigst hoffte sie allerdings auf ein Nein. Als sie die Rezeption erreichte, klopfte ihr Herz bis zum Hals. In einem solchen Zustand, einem Gemisch aus Angst und hoffnungsvoller Erwartungshaltung, hatte sie sich noch nie befunden. Allerdings war sie dann doch überrascht zu erfahren, dass Martin noch gar nicht zurückgekommen war. Schlagartig breitete sich Sorge in ihr aus. Sie wusste um einige Gefahren in Pattaya und hoffte inständigst, dass Martin nichts passiert war. Die erhoffte Gewissheit, dass er sich nicht mit einem anderen Mädchen vergnügte, war einem anderen Gefühl gewichen, das nicht minder unangenehm war: Sorge um einen Menschen, in den sie sich verliebt hatte. Und diese Sorge brannte in ihr.

Su hatte sich umgezogen und ihre Arbeit begonnen. Allerdings konnte sie sich nicht auf selbst die einfachsten Dinge, die es zu verrichten galt, konzentrieren. Gegen 10 Uhr beschloss Su, sich bei ihrer Vorgesetzten krank zu melden. Glücklicherweise hatte Su eine hervorragende Reputation, war bis jetzt nicht ein einziges Mal zu spät zur Arbeit gekommen, hatte ihre Arbeit stets zur Zufriedenheit ihre Chefin erledigt. Die hatte sie mehrfach auf ihre besondere Art auf die Probe gestellt. Ab und an prüfte sie ihre Mitarbeiter auf deren Ehrlichkeit, ließ hier und da mal 100 Baht liegen und wartete darauf, ob diese 100 Baht den Weg zu ihr zurückfanden oder, wie es leider häufiger vorkam, in den Taschen des Reinigungspersonal verblieb. Das war dann meisten deren letzter Arbeitstag. Nicht so bei Su, sie übergab jedes Mal das Geld ihrer Vorgesetzten. So bereitete es dieser kein Kopfzerbrechen, Su mal einen Tag freizugeben. Das Hotel war eher dünn belegt und soviel Arbeit stand demnach nicht an.

Su wusste nicht so recht, was sie jetzt tun sollte. Sie war zurück in ihrer Wohnung und lief dort herum wie ein gereizter Tiger. Im Internet suchte sie nach der Nummer der Polizei in Pattaya und rief dort an. Sie fragte den Diensthabenden ob es in dieser Nacht einen Vorfall mit einem Farang aus Deutschland gegeben habe. Sie gab dem Polizisten eine kurze Beschreibung von Martin, rechnete zwar nicht mit einem Ergebnis, aber ihr erschien es als die Möglichkeit mit der höchsten Wahrscheinlichkeit, Informationen zu bekommen. Umso mehr war sie überrascht, als der Polizist ihr sagte, dass in der Nacht ein Farang eingesessen hätte und dieser eine leichte Kopfverletzung habe. Er sei gerade in das Pattaya Memorial Hospital gebracht worden.

Martin wachte irgendwann am Morgen auf. Wilma hatte ihre Position nicht verändert und lehnte sich nach wie vor so gut es ging an ihn an. Behutsam löste er sich von ihr. Martin hatte jegliches Zeitgefühl verloren und versuchte abzuschätzen, wie spät es wohl sei. Doch kurz nachdem er seine Morgentoilette verrichtet hatte, kam ein Polizist in Begleitung eines anderen Wärters als der vom Vorabend zu seiner Zelle. Der Polizist sprach ein leidliches Englisch.

"Good morning! You and me go hospital now!"

Der Wärter schloss die Tür auf und bedeutet Martin, seine Hände vorzustrecken. Martin kam der Aufforderung nach und nahm verwundert ur Kenntnis, dass ihm Handschellen angelegt wurden. Der Polizist lächelte ihm allerdings freundlich zu und erklärte ihm in gebrochenem Englisch, dass dies Vorschrift sei.

Bevor Martin die Zelle verließ, warf er noch einen Blick zu Wilma, aber die schlief nach wie vor. Der Polizist führte ihn durch die Wache und nach einem Blick auf die Wanduhr sah Martin, dass es schon auf 11 Uhr zuging. Er wurde zu einem Pickup gebracht und musste sich nach hinten setzen, flankiert von einem weiteren Beamten.

Von der Polizeistation in der Soi 9 war es nicht weit bis zum Pattaya Memorial Hospital und nach etwa 10 Minuten Fahrt hatten sie das Krankenhaus erreicht. Der Polizist wusste wohl, wo der Ladyboy untergebracht war. Gefolgt von neugierigen Blicken der Besucher des Krankenhauses fuhren direkt mit dem Aufzug in eines der oberen Stockwerke. Als Martin mit den Polizisten das Krankenzimmer des Ladyboys betrat erschrak Martin. Der Ladyboy lag mit bandagiertem Kopf in seinem Bett, rechts neben ihm gab es einen Ständer an dem eine Infusion hing. Der Ladyboy war wach, schien aber noch etwas benommen und sah Martin neugierig an. Martin hoffte nur, dass er klar genug und gewillt war, den Verlauf der Ereignisse zu schildern und ihn zu entlasten. Sprechen würde er wohl nicht können, da sein Kiefer fixiert war.

Der Polizist stellte ihm ein paar Fragen und Martin sah nur, dass der Ladyboy zaghaft nickte und ebenso den Kopf leicht schüttelte. Er schien Schmerzen dabei zu haben. Der Polizist stellte eine weitere Frage, zeigte dabei auf Martin. Martin wusste, dass diese Frage und die Antwort jetzt darüber entscheiden würde, wie seine nächsten Minuten ablaufen würden. Es war durchaus möglich, dass der Ladyboy log, vielleicht aus dem Grund, dass er befürchtete, für die Krankenhausrechnung selbst aufkommen zu müssen und es für ihn besser wäre, einen Unschuldigen zu beschuldigen, damit die Kosten an dem hängen blieben. Martin hatte keine Ahnung von dem Krankensystem in Thailand, ob es da eine Versicherung gab, die solche Kosten übernahm oder nicht.

Martin war erleichtert, als er sah, dass der Ladyboy nach kurzem Zögern den Kopf schüttelte. Die nächste Aktion des Polizisten war, dass er sich zu Martin umdrehte, sich entschuldigte und ihn umgehend von den Handschellen befreite.

Martin war erleichtert, zuckte aber kurz zusammen, als der Ladyboy kurz aufstöhnte. Der Polizist drehte sich um und Martin sah, wie der Ladyboy dem Polizisten bedeutete, ihm etwas zu schreiben zu geben. Der reichte ihm einen Notizblock und einen Kugelschreiber. Der Ladyboy schrieb etwas auf und gab Block und Kuli dem Polizisten zurück.

"Okay, sorry, you can go now. You free!"

Martin lächelte befreit auf, wünschte dem Ladyboy gute Besserung und ging zur Tür.
 
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Su durchlief bei der Auskunft dass Martin im Krankenhaus ist ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits hatte sie Martin ausfindig gemacht, andrerseits wirkte es fast wie ein Schock auf sie zu hören, dass Martin ins Krankenhaus gebracht worden sei. Su überlegte nicht lange und machte sich sofort auf den Weg ins Pattaya Memorial Hospital.

Das Hospital lag zum Glück nicht zu weit weg von ihrem Apartment, der Weg die Pattaya Klang hinunter war schnell zurückgelegt und getrieben von Ungeduld und Ungewissheit stand sie kurz darauf vor der Information des Hospitals. Sie bekam die Auskunft, dass Martin in Begleitung von zwei Polizisten auf ein Zimmer gebracht wurde. Nachdem sie die Zimmernummer erfragt hatte, drehte sie sich um und verschwand sofort in Richtung der Aufzüge. Sie bemerkte nicht, wie die Schwester an der Rezeption ihr noch etwas hinterher rief.

Su war außer sich vor Sorge. Sie stürmte auf das Zimmer zu, in dem sich nach Auskunft der Schwester an der Information Martin aufhalten sollte. Just in dem Moment als sie zur Klinke griff, öffnete sich die Tür und Martin stand vor ihr. Su brauchte ein paar Sekunden um dies zu realisieren. Aber Martin war ebenso erstaunt.

Martin benötigte ein paar Sekunden um zu realisieren, wer in der Tür stand. Ein Strahlen erhellte sein Gesicht, er breitete die Arme aus und Su hätte gar nicht anders gekonnt, als diese Angebot anzunehmen, erleichtert darüber, nicht auf Ablehnung zu stoßen. So standen sie da gefühlte Minuten. der Ladyboy sah ihnen so gut er konnte zu und im Gesicht des Polizisten war ein herzliches Lachen erschienen.

Su löste sich von Martin und sah ihm in die Augen. Sie spürte, wie sich ihre Augen etwas mit Tränen füllten, Tränen der Erleichterung, aber auch Tränen, die Martin zeigten, wie es in ihr aussah. Aber Martin erging es nicht anders. Er hatte schon die ganze Zeit überlegt, wie er das Zimmermädchen schnellstmöglich wiedersehen könnte. Nun, diese Frage hatte sich nun erledigt. Wortlos nahmen sie sich bei der Hand und verließen das Krankenhaus.

Der Polizist hatte diese ganze Szene mit leichtem Erstaunen verfolgt, freute sich aber mit den Beiden, dass sie offensichtlich glücklich waren. Er kommunizierte noch ein paar Minuten mit der bereits zuvor angewandten Methode mit dem Ladyboy. Anschließend griff er sein Funkgerät und gab ein paar Daten durch, die er vom Ladyboy bekommen hatte.

Boris hatte sich nach dem Zwischenfall mit dem Ladyboy sinnlos betrunken, ist irgendwann spät in der Nacht irgendwie in sein Hotel zurück und einfach ins Bett gefallen. Wahrscheinlich hatte er schon gar nicht mehr mitbekommen, wie er in die Kissen fiel.

Irgendjemand rüttelte heftig an seiner Schulter. Boris erwachte langsam aus seinem Koma, war unvermittelt wütend, dass jemand sich erdreistete, ihn derart unsanft aus
seinem Zimmer sein musste. Immer noch unter erheblichen Alkoholeinfluss entfachte sich seine Wut unbeherrscht. So gut es im mit seinem Restalkoholspiegel möglich war richtete er sich auf und ließ seine Fäuste schwingen. Immer noch nicht wahrnehmungsfähig spürte er, wie er wohl jemanden zweimal traf, hörte die Schmerzensschreie bevor er zwei Schläge mit einem Stock abbekam, von denen er lediglich nur den ersten noch bewusst wahrnahm.

Die Polizisten, die Boris aufgrund der Hinweise des Ladyboys in seiner Wohnung aufsuchten, waren nicht gerade zimperlich. Nachdem Boris anfing, wie wild um sich zu schlagen, machte der hinter ihm stehende Polizist kurzen Prozess und zog ihm zweimal mit seinem Schlagstock einen Scheitel, worauf Boris sofort zu Boden ging und sein Bewusstsein verlor. Vorsichtshalber brachten die Polizisten Boris im Anschluss an seine Verhaftung in ein Krankenhaus um ihn untersuchen zu lassen. Er blutete aus einer Platzwunde und würde vermutlich einige Tage im Krankenhaus betreut werden müssen. Das würde allerdings noch seine angenehmste Zeit im Polizeigewahrsam sein.

Wilma wachte aus ihrem Schlaf aus. Sie vermisste die Wärme an ihrer rechten Seite, das Gefühl das ihr Martin gegeben hatte, als sie zusammen mit ihm eingeschlafen ist. Sie öffnete die Augen und stellte im ersten Moment enttäuscht fest, dass die Nachbarzelle leer war. Schnell fasste sie sich wieder, Martin hatte ihr ja etwas derartiges prophezeit. Wilma schaut zu Christel rüber, die wohl ebenfalls langsam erwachte. Für einen Augenblick wusste Wilma nicht, wie sie sich gegenüber Christel nach deren nächtlichen Auftritt verhalten sollte. Aber das Gefühl währte nur einen kurzen Moment. Wilma fühlte sich befreit und eigenständig, würde mit Sicherheit nicht mehr zu Allem, was Christel von sich gab, Ja und Amen sagen. Sie stand zu dem Erlebnis mit Martin und dachte mit Wohlgefallen an die abwechslungsreiche Zeit der letzten Nacht zurück, bereute keine Sekunde davon.

"Wilma, was hat dir der Kerl gestern angetan?"

"Sag mal Christel, hast du jetzt keine anderen Sorgen, als dir darüber etwas zusammenzuspinnen, was ich gestern Nacht gemacht habe während du schliefst?"

"Der hat dich gestern vergewaltigt. Ich habe doch genau gesehen, wie er dich festgehalten hat!"

Wilma schüttelte den Kopf. Christel schien recht verwirrt nach dem zusammenhanglosen Zeug, das sie da von sich gab ohne auch nur einen blassen Schimmer vom Kontext zu haben. Scheinbar hatte sich ihre Einstellung und Sichtweise verselbstständigt. Möglich aber, dass sie Traum und Realität etwas vermischte und auch noch nicht ganz wach war.

"Christel, da war nichts mit Vergewaltigung. Wir haben uns gestern Abend kennengelernt. Martin ist ein ganz netter Kerl, geradeheraus, sagt was er denkt und lügt nicht das Blaue vom Himmel. Wir haben uns die ganze Zeit hier während du schliefst sehr nett unterhalten."

"Ach so, du nennst es also unterhalten wenn er dich von hinten bumst!"

"Christel, stopp!"

Christel biss sich unter diesem unerwartet harten Ausruf fast auf die Lippen. Die plötzliche Intensität in Wilmas Stimme war ihr unbekannt.

"Christel, Martin und ich sind uns näher gekommen und es ist halt passiert, dass wir uns auf besondere Art amüsiert haben, einvernehmlich, Hast du das kapiert?"

Christel war ob dieser knapp formulierten Erklärung und der Schärfe in Wilmas Stimme erschrocken. Zum ersten Mal wurde ihr in diesem Moment bewusst, dass mit Wilma wohl eine Veränderung vorgegangen war.

"Wilma, was ist los mit dir? So kenne ich dich gar nicht."

Wilma hatte sich zwar vorgenommen, erst in Deutschland mit Christel zu sprechen, befand aber in diesem Moment, dass es nicht falsch wäre, Christel darauf vorzubereiten anstatt sie in zuhause plötzlich mit einer für Christel wahrscheinlich neuen Realität zu konfrontieren.

"Das ist eigentlich ganz simpel, ich bin bei mir angekommen, habe endlich zu mir selbst gefunden. In Zukunft werde ich meinen Lebensweg danach ausrichten, was ich will und von dem ich meine, was mir gut tut. Wir reden darüber, wenn wir zurück in Deutschland sind!"

"Aber Wilma, ich..."

Wilma unterbrach Christel und war selbst überrascht, mit welcher Heftigkeit sie das tat.

"Christel, Schluss! Wir haben jetzt erst einmal andere Sorgen. Ich habe keinen Bock mehr darauf, hier eingekerkert zu sein. Ich will hier raus, möglichst noch vor Donnerstag. Wenn der Botschafter kommt, werde ich mal Klartext mit ihm reden. Ich habe etwas zwischen den Zeilen gelesen, als er hier mit uns gesprochen hat."

"Was meinst du damit?

Christel hatte Probleme, dieses plötzliche, selbstbewusste Auftreten von Wilma zu verarbeiten, wusste im Moment überhaupt nichts damit anzufangen, was Wilma gerade von sich gegeben hatte.

"Warte einfach ab bis der Botschafter heute kommt."

Wilma setzte sich an die Wand neben Christel. Als sie in Christels Gesicht sah, das Unverständnis und ihre offensichtliche Überforderung in Bezug auf ihren eigenen Wandel erkannte, legte sie ihren Arm um Christel und zog sie wortlos zu sich heran.
 
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Ich denke, das wird schon klappen. Einige Stränge haben sich ja erledigt. Der Hauptstrang sind Chris, Benny, Som und Aeow und in direkter Abhängigkeit Wilma und Christel. Den Weg der beiden neuen Protagonisten habe ich schon im Hinterkopf, also, lasst euch überraschen. Der Handlungsstrang von Boris ist geschlossen.

Da ich jeden Morgen um 5 aufstehe und mit der Bahn nach Köln fahre und abends auch wieder zurück nach Aachen, nutze ich die Zeit im Zug um zu schreiben. Sprich, die Geschichte ist schon ein klein wenig weiter als hier gepostet.
 
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Hasso hatte sich bei Chris und Benny eingefunden. Ihm war eine Idee durch den Kopf gegangen und darüber wollte er mit den Beiden sprechen.

"Chris, Benny, die von mir bereits angesprochene Veränderung von Wilma scheint sich bei ihr manifestiert zu haben. Sie hat sich aus dem Einfluss von Christel befreit und wenn ich mich nicht täusche, dann kriselt es zwischen den Beiden."

"Wie willst du das zu unserem Vorteil ausnutzen?"

Chris musste über Bennies Pragmatismus lachen. Im Stillen fragte er sich, ob Benny es bewusst überging, dass sich Wilma von Christel gelöst hatte und scheinbar im Begriff stand, wieder Frau zu werden.

"Das ist ganz einfach. Christel ist durch den Wind. Ich gebe ihr noch eine Nacht, dann ist sie reif. Aber vielleicht wäre es positiv für unser Projekt, wenn wir die Situation für Christel noch etwas verschärfen."

Chris horchte auf.

"Wie willst du das bewerkstelligen, was hast du vor?"

"Wie es aussieht, ist Wilma momentan Christels einziger Halt. Wenn wir ihr diesen Halt nehmen, fällt sie in ein Loch."

Benny hatte zuerst erfasst, was Hasso meinte.

"Du willst die Beiden trennen!"

Es war mehr Feststellung als Frage.

"Wie willst du das bewerkstelligen?"

"Das dürfte nicht zu schwer sein. Ich weiß ja, was gegen die beiden vorliegt. Eigentlich ist es ja eine harmlose Sache. Dadurch, dass bei Christel Gras entdeckt worden ist, wird sie mit aller Wahrscheinlichkeit gegen eine kleine Geldstrafe am Donnerstag auf freiem Fuß sein. Gegen Wilma besteht eigentlich nur der Vorwurf der illegalen Arbeit und der Prostitution. Ich denke mal, wenn ein paar braune Scheine den Besitzer wechseln, ist Wilma am Montag auf freiem Fuß."

"Hasso, du bist genial. Wieviel gedenkst du von Wilma abzuziehen?"

"Das weiß ich noch nicht. Ich werde heute mal mit ihr sprechen. Um wieviel willst du sie denn erleichtern?"

Benny überlegte ein paar Sekunden.

"Es scheint so, dass Wilma sich aus Christels Dunstkreis gelöst hat. Wenn ich dazu noch bedenke, dass Christel zu einem großen Teil Schuld an Wilmas Wandel war, dann werde ich mich wohl zusammen mit Chris an ihr schadlos halten. Ich denke mal, dass 1000 Euro bei Wilma reichen sollten. Ich bin da nicht so gierig. Bekommst du das hin?"

"Ich werde es versuchen. Ich hoffe Wilma lässt sich darauf ein. Mit etwas Bakschisch wird sich auch die Polizei darauf einlassen."
 
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Martin konnte sein Glück kaum fassen. Im Traum hätte er nicht damit gerechnet, dass Su ähnlich für ihn empfand, wie er für sie. Sie saßen zusammen im Starbucks an der Beach Road und genehmigten sich erst einmal einen Kaffee. Su schilderte offen was sie für ihn empfand und das es für sie das erste Mal war, solch vehementen Gefühle zu empfinden. Für Martin war es zwar nicht das erste Mal, allerdings war auch er überrascht, auf welch subtile Art und Weise und vor allem mit welcher Beständigkeit sich Su in seinem Kopf manifestiert hatte. Zum ersten Mal nach langer Zeit verspürte Martin wieder den Wunsch, sich auf das Abenteuer Beziehung einzulassen.

Su erzählte ihm von ihren Vorstellungen und Wünschen, insbesondere für ihr Interesse, ein Studium an einer Hochschule zu absolvieren. Su hatte beschlossen, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und Martin umfassend über ihre Lebensumstände und auch darüber, wie sie sich ein Zubrot verdiente, aufzuklären. Martin nahm es mit einer Ruhe und Gelassenheit auf, die ihn selbst etwas überraschte. Nun gut, Su hatte sich prostituiert, ging allerdings auch einer normalen Tätigkeit nach und ihr einziges Ziel war ein Studium.

Martin überlegte, wie sich das mit seinen Wünschen in Einklang bringen ließ. Er hatte Su von seiner Frau und deren tragischen Unfall erzählt, auch dass er danach lange alleine gelebt, eine Krise durchgemacht hatte, die ihn fast zum Straucheln gebracht hätte. Und letztendlich dieser Thailandurlaub in Pattaya, damit er mal wieder auf angenehme Gedanken kommt und die Schönheiten des Lebens neu zu genießen lernt.

Anfangs, so erzählte er, hatte er sich ganz einfach geblockt, wollte seinen inneren Schweinehund nicht besiegen.

"Su, what you have done, has changed my life from one second to another. You have kicked me back into life. Thank you so much for that."

Su wusste bis zu diesem Gespräch natürlich nichts von Martins Vergangenheit, Aber es bewegte sie schon, erfüllte sie mit Anteilnahme als sie hörte, was Martin durchgemacht hatte.

"It seems, that Buddha has given me a good kharma. I feel so happy. Please, don't disappoint me!"

Martin beruhigte Su, sie bräuchte sich keine Sorgen zu machen.

" I am just thinking how I can help you to make your dreams com true."

Martin hatte während ihres Gespräches schnell gemerkt, dass Su kein Dummerchen war. Allein schon ihr Englisch hob sich immens von dem Englisch ab, was er so auf der Straße von den Thais gehört hatte.

"What do you think about visiting a university in Germany?

Su überlegte kurz. Scheinbar hatte Martin keine Ahnung davon, wie schwierig es mitunter sein könnte, ein entsprechendes Visum zu bekommen. Andrerseits hatte Su fleißig gespart und auf ihrem Konto befand sich ein hoher 6-stelliger Betrag. Für thailändische Verhältnis viel Geld. Aber sie wusste auch, dass in Europa andere Maßstäbe angelegt wurden.

"I think before we start to plan something like this, we should gather all neccessary information about that."
 
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Martin musste sich eingestehen, dass Su sehr rational sein konnte. Ihren Herzenswunsch mit Martin zusammen sein zu können, hat ihr klares Denken nicht beeinflusst und sie sofort den für diese Situation passenden Kontext finden lassen. Martins Achtung vor diesem Mädchen stieg. Wahrscheinlich hatte sich selten ein Mann die Mühe gemacht, mal zu versuchen hinter die Fassade dieses bildhübschen Mädchens zu schauen. Aber das wäre Su wahrscheinlich egal gewesen und es hätte ihr mit Sicherheit keine Mühe gemacht, einen durch Trieb gesteuerten Mann auf andere Gedanken zu bringen. Martin hatte sich getraut, Su zu fragen, was sie bei ihren Kunden so empfindet. Die Antwort überraschte ihn dann doch etwas.

"You must know, that I love to have sex. I am young, I am beautiful and I know that. If I want to have a special man, I get him and he will pay me the money I want to have. I can choose who will join me. I don't take everyone, no need and no wish to do that. It is funny sometimes because men think, they take me. But they never realize, that I am the one who takes them. I know how to play my game and when I do that, I also hav fun and enjoy. No lies, my emotions are true and that is the secret of my success. But when it is done and I am payed, it ist over. I can say it short: Fuck and forget! It is my way to run my business, true feeling I don't need for that, just for the moment, but not lasting. I have to do that to survive and to go my way."

Martin sah Su mit großen Augen an. Ihre Offenheit überraschte ihn, nahm aber dankbar zur Kenntnis, dass sie es überhaupt tat.

"Martin, today I have one day off. My worries about you were so strange, that I could not work. Okay, I fall in love with you but I still need to work!"

Martin verspürte die letzten Worte von Su wie Stiche mit spitzen Eisnadeln. Su sah förmlich, wie Martins Gesichtszüge entgleisten. Sie legte ihre Hand auf seine.

"I mean, I will work in my regular Job in our hotel. I believe in a future with you together. But we have just started and we have to look forward if we match or not. Be sure, that I would like to do everything to be your match and from you I expect the same!"

Langsam aber sicher wurde Martin klar, dass er mit Su eine Frau kennengelernt hatte, die bereits mit ihren jungen Jahren auf Augenhöhe mit ihm war. Es würde mit Sicherheit eine Herausforderung werden. aber Martin und wie er erkannte, auch Su, beide waren gewillt, sich dieser Herausforderung zu stellen und sie zu meistern.


 
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Wilma bemerkte Hasso zuerst. Gegenüber den Vortagen kam er heute recht spät. Nun gut, heute war Sonntag und dem trug sie Rechnung.

"Guten Morgen die Damen! Wie geht es Ihnen heute trotz der widrigen Umstände?"

Hasso fiel auf, dass Christel scheinbar nachdenklich an der Wand saß und den Kopf gesenkt hatte. Wilma schien durchweg lebendiger und kam sofort zu ihm um ihn ebenfalls zu begrüßen.

"Was ist mit ihrer Freundin? Sie sieht ziemlich fertig aus."

"Nun, wie soll ich es sagen? Gestern hatten wir Besuch in der Nachbarzelle, ein Deutscher, der wohl durch ein paar widrige Umstände eine Nacht hier verbringen durfte. Irgendwie hat es zwischen uns gefunkt und wir, lassen sie es mich so sagen, hatten ein wenig Kurzweil. Christel hat das wohl kurz bevor wir fertig waren mitbekommen und einen Aufstand gemacht. Deshalb sind wir etwas aneinander geraten. Lassen sie es dabei, ich denke mal, dass ich das im Griff habe."

Hasso musste sich bei dem Gedanken, dass Wilma in dieser Umgebung mit einem Mithäftling gebumst hatte, schmunzeln. Andrerseits war es auch ein Indiz dafür, dass Wilma wohl wesentlich flexibler und auch stärker als Christel schien, in einer solchen Umgebung und unter solchen Umständen an Sex zu denken.

Hasso hatte wieder ein paar Kleinigkeiten eingekauft und reichte Wilma die Plastiktüte, die sie dankbar annahm.

"Herr Botschafter, ich habe mir ein paar Gedanken zu unserer Situation gemacht. Glauben sie, dass es möglich wäre, uns hier, sagen wir mal gegen eine kleine Aufmerksamkeit, herauszuholen? Wir sind doch in Thailand und mir ist zu Ohren gekommen, dass hier wohl einige Leute, auch Offizielle, durchaus nicht abgeneigt sind, einen solchen Obolus anzunehmen."

Hasso war im ersten Moment überrascht, dass Wilma genau das Thema zur Sprache brachte, das er heute anschneiden wollte. Wilmas Vorschlag machte die Sache wesentlich einfacher für ihn, ersparte es ihm doch die ganzen Ausführungen zu diesem Thema. Es lief alles besser als er gedacht hatte.

Christel hatte sich nun ebenfalls aufgerafft und kam zu ihm herüber und begrüßte ihn.

"Nun, das wäre natürlich eine Möglichkeit. Sie haben Recht, wir sind in Thailand. Aber Korruption ist etwas, mit dem man sehr vorsichtig umgehen muss. Zwar ist sie nach wie vor Alltag in Thailand, aber gerade in den letzten Jahren auch mehr und mehr in den Mittelpunkt des Interesses gerutscht. Und da muss sehr vorsichtig agiert werden und es wird mit Sicherheit auch seinen Preis haben."

"Bitte, Herr Botschafter, ich will hier raus, ich will die Sonne sehen und frische Luft atmen. Ich bin unschuldig!"

Hasso spürte die Verzweiflung in Christels Worten und am Klang ihrer Stimme. Es würde wohl einfach sein, Wilma hier rauszuholen. Die Polizei hatte durchaus mehr Befugnisse und Möglichkeiten als in Deutschland. Was in Deutschland eigentlich ein Fall für die Judikative ist, konnte in Thailand noch im Bereich der Exekutive erledigt werden. Offiziell würde ein Bußgeld verhängt und der Verstoß wäre auf diese Art und Weise geahndet. Unter dem Tisch würden ein paar Braune den Besitzer wechseln, sozusagen als Anreiz und Anerkennung dafür, dass der Wunsch des Gebers darin bestand, die Sache auf dem kleinen Dienstweg zu erledigen. Für Christel sah die Sache wegen des Drogenfundes allerdings ganz anders aus. Sie würde definitiv vor Gericht gestellt werden, zwar glimpflich davonkommen, aber das wusste Christel nicht und sollte sie auch nicht wissen.

"Okay, ich werde etwas versuchen, kann Ihnen aber keine Erfolgsgarantie geben und ich muss behutsam vorgehen. Wissen Sie eigentlich, in welche Lage Sie mich jetzt gebracht haben? Ich habe Ansehen und das stelle ich im Moment aufs Spiel!"

Hasso wusste natürlich, dass er im Moment dummes Zeug redete. Aber es war mit Sicherheit nicht verkehrt, den Beiden unter die Nase zu reiben, dass er ein nicht unerhebliches Risiko einging. Es würde sich aus seiner Sich positiv auf den Preis auswirken.

"Ich verspreche Ihnen, dass ich es heute versuchen werde. Ich kann aber nicht garantieren, Sie beide hier rauszuholen. Für Sie, Christel, sieht die Sachlage wegen der Drogen auch wenn Sie unschuldig sind, wesentlich prekärer aus. Das Einzige, was ich für Sie tun kann, ist, zu versuchen, ein Urteil für Sie positiv zu beeinflussen. Für Sie, Wilma, dürfte es wesentlich einfacher werden. Ich hoffe, dass ich bereits heute am Nachmittag Ergebnisse erzielt haben werde. Ich werde auf jeden Fall noch einmal vorbeikommen."

Hasso verabschiedete sich von den beiden Frauen und verließ den Zellentrakt. Mit dem Diensthabenden hatte er schon öfters zu tun gehabt, man kannte sich und wusste auch, was man voneinander zu halten und zu erwarten hatte. Zwar konnte es man nicht unbedingt Freundschaft nennen, es war eher ein Bindung zur Wahrung gemeinschaftlicher Interessen. Nach dem Austausch einiger Förmlichkeiten kam Hasso zum Thema. Er wusste um die Schwäche seines Gegenübers für einen guten Whisky und Hasso hatte noch einige Flaschen Jack Daniels in seinem Bestand. Er wusste aber auch, dass er behutsam vorgehen musste, das Gespräch so steuern, dass es seinem Gegenüber nahezu eine Verpflichtung sein musste, sich für das großzügige Geschenk erkenntlich zeigen zu dürfen. Jedes andere Vorgehen, auch wenn sie sich locker kannten, hatte die Gefahr einer Ablehnung beinhaltet. Aber Hasso hatte ein gutes Gefühl für solcherart Umgänge entwickelt und nach knapp 20 Minuten freute sich der Diensthabende über eine große Flasche Jack Daniels und einem kleinen Geldgeschenk in Form eines braunen Scheines vorab, sozusagen als Gewährleistung für die Lieferung der Flasche, die er unmöglich hier in der Station überreichen konnte.

Hasso hatte ausgemacht, gegen 16 Uhr wieder vor Ort zu sein. Christel würde sich dann in der unangenehmen Lage befinden, die nächsten Nächte alleine überstehen zu müssen. Für den Fall, dass Wilma ablehnen würde, hatte er schon ein paar schlagende Argumente, derer sie sich nicht würde entziehen können.

Es lief besser als er gedacht hatte. Es war kurz vor Zwölf und Hasso würde die Beiden etwa 3 Stunden schmoren lassen bevor er sie trennen würde. Er machte sich auf den Weg zu Chris und Benny und erstattete ihnen Bericht.

"Hasso, das hast du genial gemacht. Wir können uns glücklich schätzen, dass du über so gute Beziehungen verfügst."

Chris überreichte Hasso einen großen Briefumschlag.

"Hasso, unsere Mädchen waren fleißig, sie haben ihre Unterlagen für ihre Visa-Anträge zusammengestellt. Sei bitte so nett und schaue mal drüber. Wir denken und hoffen, dass es mit den Anträgen keine Probleme geben wird. Die Buchungen und Krankenversicherungen kannst du ja übernehmen."

"Nett, dass ihr an mich denkt und mich mit Arbeit eindeckt!"

Benny guckte Hasso etwas schief an, begriff aber dann sehr schnell, dass er ins Boxhorn gejagt worden ist. Alle drei lachten, hatten allen Grund dazu, denn ihr Plan lief wie am Schnürchen.
 
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Martin bummelte mit Su durch Pattaya. Ein neues Problem hatte sich aufgetan. Su hatte ihn sanft aber bestimmt darauf hingewiesen. Su arbeitete in dem Hotel, in dem er sein Zimmer hatte. Würde sie dabei erwischt werden und es offensichtlich würde, dass sie eine Affäre mit einem Gast hatte, konnte es sie die Arbeitsstelle kosten. Zwar versicherte Su, dass sie sehr gut mit ihrer Vorgesetzten klar kommen würde. Aber es gab ja noch andere Bedienstete und nicht jede war Su wohlgesonnen. Ein kleiner Hinweis an einen Manager des Hotels könnte nicht nur ihren Job gefährden, sondern auch den ihrer Vorgesetzten, würde herauskommen, dass Su von ihr gedeckt wurde.

Martin hatte schnell einen Entschluss gefasst. Ohne lange zu zögern schleppte er Su mit in ein Internet-Café, klapperte ein paar Buchungsportale ab und nach nicht einmal einer halben Stunde hatte er ein Zimmer in einem kleinen Hotel gebucht, das einmal etwas günstiger lag und zudem über alle Annehmlichkeiten verfügte, wie sein gebuchtes Hotel. Martin war flexibel genug, sich lösen zu können, die kleine finanzielle Einbuße nahm er gerne in Kauf. Mit der Hilfe von Su war es kein Problem, den Weg dorthin zu finden. An der Rezeption musste er sich allerdings noch etwas gedulden, da die Buchungsbestätigung noch nicht vorlag. Martin checkte über sein Smartphone seine Email und zeigte dem Mädchen an der Rezeption die entsprechende Mail und bekam dann umgehend seinen Zimmerschlüssel. Das Zimmer gefiel ihm recht gut. Su schien da weniger anspruchsvoll zu sein. Allerdings hatte Martin noch keine Vorstellung davon, wie und wo Su in Pattaya wohnte. Martin bat Su, sich Sachen von zuhause zu holen während er zurück in sein Hotel fahren wollte, um ebenfalls seine Sachen abzuholen.

Kurz nach 15 Uhr machte sich Hasso auf zur Polizeistation. Er war etwas gespannt auf die Reaktion von Wilma aber vor allem auf die von Christel. Wie würde sie reagieren, wenn ihr plötzlich die Tatsache bewusst werden würde, ein paar Tage alleine in dieser kargen Zelle verbringen zu müssen. Es war Sonkran und es würde sich mit Sicherheit auch auf die Belegung im Gefängnis auswirken. Möglicherweise würde Christel etwas direkte Gesellschaft bekommen.

Wilma beobachtete Christel etwas besorgt. Sie hatte Hassos Worte wohl verstanden und zwischen den Zeilen gelesen, dass möglicherweise eine Trennung bevorstand. Christel schien dies überhaupt noch nicht realisiert zu haben. Wilma beschloss, mit Christel darüber zu reden.

"Christel...."

Christel unterbrach Wilma schroff.

"Du bist eine miese Verräterin an unserer Sache! Wie kommst du dazu, dich von solch einem dämlichen Macho hier bumsen zu lassen?"

Wilma klappte der Mund auf. In diesem Moment war sie in der Tat fassungslos über Christels Äußerung. Sie hatte Christel die Situation noch einmal erklärt und fühlte sich in keiner Art und Weise dadurch belastet, dass sie es getan hatte. Christel hatte ihrem Monolog schweigend aber ab und an mit dem Kopf nickend gelauscht. Wilma ist davon ausgegangen, dass Christel es letztendlich akzeptiert hatte. Von daher traf sie Christels Statement wie ein Schlag ins Gesicht.

"Christel, was soll der Mist? Ich glaube, du hast ein ernsthaftes Problem. Komm mal wieder zur Besinnung. Was da geschehen ist, war ein kurzer Moment Spaß in einer zugegebenermaßen ungewöhnlichen Situation. Du solltest dir besser Gedanken darüber machen, wie es hier mit uns weitergeht."

"Du hast dich verhalten wie eine billige Nutte!"

Wilma schluckte diese Bemerkung von Christel. Es würde wohl keinen Zweck haben, dies jetzt auszudiskutieren. Hier half wohl nur eine Schocktherapie um Christel wieder auf Spur zu bringen. Eigentlich wollte Wilma das Thema schonend angehen. So wie sie den Botschafter verstanden hatte, würde der versuchen, das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden. Seinen Worten hatte sie entnommen, dass Christel auf jeden Fall eine Verhandlung zu erwarten hatte, während sie selbst wohl einem gnädigeren Schicksal entgegensehen konnte. Wilma setzte es in diesem Moment einmal als gegeben an, das sie das Gefängnis heute verlassen würde.

"Ich werde dich heute verlassen. Der Botschafter kommt gegen 16 Uhr vorbei und holt mich hier heraus!"

Das hatte wohl gesessen. Christel starrte Wilma etwas verständnislos an. Wie es Wilma schien, realisierte sie die Tragweite und die Konsequenzen nur langsam.

"Wie, äh, du wirst mich verlassen? Ich komme mit!"

"Christel, hast du überhaupt zugehört, was der Botschafter gesagt hat? Er geht ein gewisses Risiko ein, um uns zu helfen. Auch wenn ich heute hier rauskomme, heißt das nicht, dass er dich vergessen wird."

Christel schien immer noch nicht ganz begriffen zu haben, was Wilma ihr zu erklären versuchte.

"Aber Wilma, wie kann er dich hier rausholen und mich nicht?"

Wilma hatte sich ihre Gedanken darüber gemacht. Aber wie sollte sie das Christel jetzt nahebringen. Eine vertraute Stimme drang an ihr Ohr.

"Guten Tag, die Damen!"

Wilma hatte nicht bemerkt, dass der Botschafter den Zellentrakt betreten hatte. Sie drehte sich um und sah in sein strahlendes Gesicht.

"Hallo Herr Botschafter, wie ist es gelaufen?"

"Lassen sie mich erst einmal die weniger erfreulichen Nachrichten loswerden."

Er deutet auf Christel

"Es tut mir erst einmal leid für Sie. Aufgrund der deutlich höheren Schwere dessen, was Ihnen zur Last gelegt wird, ist es mir leider nicht möglich gewesen, sie ebenfalls, sagen wir einmal, freizukaufen."

Hasso machte bewusst eine Pause. Er wollte sehen, wie seine Worte auf Christel wirken würden. Er sah, wie Christel das Blut aus dem Gesicht entwich. Sie schien Hassos Worte in ihrer Tragweite begriffen zu haben.
 
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Christel rang in der Tat nach Fassung. Nach und nach wurde ihr klar, was Hasso ihr soeben zwischen den Zeilen mitgeteilt hatte. Christel musste schlucken, bevor sie überhaupt sprechen konnte. Ihre Stimme zitterte vor dem Szenario.

"Da heißt, dass Wilma mich heute verlassen wird?"

In ihrer Stimme schwang ein Anflug von Panik mit.

"Wilma, du wirst mich doch nicht hier alleine lassen. Sag bitte, dass du das nicht tun wirst?!"

Es war mehr ein Bitten und Flehen an Wilma.

"Christel, ich weiß auch nicht, was ich jetzt machen soll. Herr Botschafter, gibt es keine andere Möglichkeit. Kann für Wilma eine Art Kaution hinterlegt werden?"

"Ich verstehe, dass sie ihre Freundin jetzt nicht im Stich lassen wollen. Aber die Tatsachen sind jetzt geschaffen und auch, wenn sie hierbleiben wollten, ginge das wohl nicht mehr. Sie werden gleich mit mir kommen und ich bringe Sie zu Ihrem Hotel!"

Christel schien wie erstarrt, schaute schon fast hilflos zu Wilma.

"Wilma, bitte, bitte, lass mich hier nicht alleine!"

Wilma sah, dass Christel Tränen in die Augen schossen. Sicher, sie hatte Mitgefühl für Christel. Aber andrerseits war ihr das Hemd näher als die Hose und sie würde definitiv diese unliebsame Örtlichkeit verlassen. Wilma versuchte, die positiven Aspekte aus dieser neuen Situation zu ziehen, nicht für sich, sondern für Christel.

"Christel, ich verspreche dir, dass ich jeden Tag vorbeikommen werde. Ich kümmere mich um dich und lasse dich nicht alleine. Herr Botschafter, können Sie das arrangieren?"

Hasso nickte zustimmend.

"Das sollte kein Problem sein. Ich habe schließlich auch noch andere Dinge zu tun."

"Herr Botschafter, Sie sprachen gerade von erfreulichen Nachrichten?"

Hasso wandte sich direkt an Christel die offensichtlich Probleme damit hatte, diese neue Situation zu verarbeiten.

"Das ist korrekt. Ich hatte ihre Problematik erörtert, aber mein Bekannter sieht sich absolut nicht in der Lage, in dieser Situation etwas für Sie zu tun. zumindest nicht in der Art wie das, was ich für Sie, Wilma, tun konnte. Für Sie, Christel, wird es am Donnerstag zu einer Verhandlung kommen Allerdings sehe ich die bescheidene Möglichkeit, den Ausgang für Sie positiv beeinflussen zu können. Einen entsprechenden Kontakt habe ich bereits hergestellt. Ob es allerdings klappen wird, hängt wahrscheinlich von Ihnen ab."

Langsam kehrte Christels Denkvermögen wieder zurück.

"Wie meinen Sie das, dass das von mir abhängt."

"Schauen Sie, was Wilma zur Last gelegt wurde, war im Vergleich zu einem Drogendelikt eine Lappalie. Sogar so geringfügig, dass ich problemlos in Vorleistung treten konnte. Wie ihre Freundin schon richtig vermutete, kann man mit Geld eine Menge erreichen."

Christel fühlte sich von Minute zu Minute unbehaglicher. Sie hatte ein ungutes Gefühl dabei, auch noch etwas mit Korruption zu tun zu bekommen.

"Sollten Sie verurteilt werden, dürfen Sie ihre Haftstrafe im Bangkok Hilton absitzen. Das ist der berüchtigte Knast in Thailand, in dem neben Schwerstkriminellen Thais auch Ausländer einsitzen. Gegen das Bangkok Hilton ist dieses Gefängnis hier eine Luxus-Suite."

Hasso übertrieb maßlos. Er hatte zwar vom Bangkok Hilton gehört, schätzte sich allerdings glücklich, dass es dabei geblieben ist.

"Lassen Sie uns nicht lange debattieren. Morgen werde ich genauere Informationen haben. Ich werde vorbeikommen und Sie informieren. Dann sehen wir weiter. Wilma, verabschieden Sie sich von ihrer Freundin, Sie können ja morgen vorbeikommen und ihr ein paar frische Sachen mitbringen und sich so gut es unter diesen Umständen möglich ist, ihren Aufenthalt hier etwas behaglicher gestalten."

Wilma ging zu Christel und nahm sie in den Arm um ihr etwas Trost zu spenden. In Christel brachen die Dämme und sie begann hemmungslos zu weinen. Wilma nötigte Hasso die Zeit ab, die sie brauchte, um Christel etwas zu beruhigen. Sie versprach ihr, morgen in aller Frühe wieder vorbeizukommen.

Als Wilma mit dem Botschafter die Polizeistation verließ und sie nach 3 Nächten zum ersten mal wieder die Sonne sah und frische Luft atmete, durchströmte sie ein Glücksgefühl. Einem inneren Impuls folgend umarmte sie den Botschafter.

Hasso war ob dieses emotionalen Ausbruchs sichtlich überrascht. Normalerweise war er solchen Gefühlsausbrüchen gegenüber nicht abgeneigt. Allerdings ging von Wilma ein derart strenger Geruch aus, dass er sich mit sanfter Gewalt von ihr löste.

"Bevor sie dies noch einmal tun, sollten sie dringend ein Bad nehmen!"

Wilma stießen diese Worte in die Realität zurück. Ihr wurde bewusst, dass diese Zeit in Polizeigewahrsam nicht nur sichtbare Spuren hinterlassen hatte. Sie entschuldigte sich bei dem Botschafter.

"Sie haben gesagt, dass sie meinetwegen in Vorleistung getreten sind. Heißt das, dass ich Ihnen jetzt Geld schulde?"

"Das ist korrekt, aber lassen Sie uns das morgen klären. Genießen Sie jetzt erst einmal ihre neue Freiheit. Ich bringe Sie in Ihr Hotel und dort gehen sie am besten erst einmal solch alltäglichen Sachen nach, wie ausgiebig zu duschen. Um es mal deutlich auszusprechen: Sie stinken wie ein Otter."

Wilma lachte über diese Bemerkung herzlich. Die ganze Erleichterung, wieder ein freier Mensch zu sein, brach sich ihre Bahn.
 
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Martin war vor Su im Hotel, nutzte die Zeit, um ausgiebig zu duschen und die Spuren der letzten Nacht abzuwaschen. Er dachte dabei kurz an Wilma, an das nette Zwischenspiel, das seine Stunden im Gefängnis auf angenehme Art und Weise versüßt hatte. Was mochte wohl mit den Beiden passieren. Nun, Christel war im ob ihrer dämlichen Anmache so ziemlich egal. Aber Wilma schien da wohl etwas anders gestrickt zu sein. Oder besser gesagt, sie hatte sich ein anderes Outfit bezüglich ihrer Einstellung zugelegt. So wie sie ihm erzählt hatte, schlug sie bis vor kurzem in die gleiche Kerbe wie Christel. Nach ihrer Darstellung, hat ihr Aufenthalt in Pattaya wohl eine, wie Wilma sich ausdrückte, eine Rückkehr zur Frau ausgelöst. Martins Gesichtszüge erhellten sich, als sich da ein Vergleich aufdrängte. Auch sein Leben nahm gerade in Pattaya eine Richtungsänderung vor. Von Pattaya schien etwas auszugehen, was in der Lage war, Menschen grundlegend zu verändern. Er musste sich korrigieren. Pattaya lieferte ja nur das Ambiente. Dieses Potenzial zur Veränderung schien von den Mädchen zu kommen, die hier arbeiteten und lebten.

Martin war gerade mit der Dusche fertig, hatte sich in den vom Hotel gestellten Bademantel gehüllt, als es an der Tür klopfte. Er öffnete und Su kam mit einem Trolli herein. Sie hatte sich ebenfalls umgezogen und Martin fand, dass sie verdammt sexy aussah.

Su schloss die Tür und fiel Martin in die Arme. Sie hatte sich so sehr nach diesem Moment Zweisamkeit gesehnt. Sie schmiegte sich an Martin und spürte, wie Martins Schwanz unter dem sanften Druck ihres Schoßes zum Leben erwachte. Sie löste sich kurz von ihm, öffnete seine Bademantel und Zog Martin zu der Couch, stieß ihn spielerisch kurz an, sodass Martin sich zwangsläufig setzen musste. Su kniete sich vor ihm nieder, ihre Hände streichelten sanft seine Brust und glitten nach unten, wo sie sich sanft um seinen harten Schwanz legten. Langsam begann sie ihn zu massieren. Als Martin nach Su greifen wollte, unterbrach sie ihr Spiel, griff nach seinen Armen und drückte sie behutsam zurück.

"Darling, let me take care you now. I want to relax you first, so tonight you can have me and it will last longer. Okay?"

Martin nickte nur und gab sich Su hin.

Su nahm seinen Schwanz in den Mund, umspielte die Eichel mit der Zunge, erhöhte mit Feingefühl den Druck an den Stellen, von denen sie wusste, dass es die Lust eines Mannes besonders steigert und massiert mit der einen Hand Martins Schwanz während sie mit einem Finger Druck auf die Stelle unter seinem Sack und über seinem Anus ausübte.

Martin war dieser spezielle Reiz fremd, aber er spürte, wie er seine Lust schlagartig steigerte. Er blickte in Su’s hübsches Gesicht und in ihren offenherzigen Ausschnitt. In ihm wurde der Wunsch übermächtig, Su berühren zu wollen. Aber Su unterband Martins Versuch. Martin ergab sich in sein Schicksal, und genoss Su's reizvollen Anblick. Er spürte, wie sein Orgasmus nahte und schloss seine Augen.

Su spürte ebenfalls, dass es bei Martin nicht mehr lange dauern würde. Sie erhöhte den Reiz und fühlte, wie sich Martins Schwanz noch etwas mehr versteifte. Im nächsten Moment stöhnte Martin auf und sein Schwanz begann zu zucken. Su spürte, wie er sich in ihren Mund ergoss. Sie ließ in der Intensität ihrer Reizung nach, wusste, dass die meisten Männer während und kurz nach ihrem Orgasmus an der Eichel sehr empfindlich waren. Martins Wellen der Lust ebbten langsam ab und Su gab ihn frei.

"Wow, Su, I never had an experience like that. Thank you so much!"

Su strahlte ihn an, setzte sich wortlos neben ihn und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.

"I think, you have to take a shower again."

Martin nickte und verschwand kurz im Bad um sich zu reinigen. Als Martin aus dem Bad zurückkam, sah ihn Su etwas merkwürdig an.

"Martin, may I ask you something?"

"Yes of course, no problem. What do youi want to know?"

Su zögerte einen kurzen Moment, als wäre sie sich nicht ganz sicher, die Frage überhaupt zu stellen. Aber ihre Neugier war größer und obsiegte letztendlich.

"Martin, you did not come big, not same than yesterday morning. Did you had something with a girls last night?"

Martin war erstaunt über die Gedankengänge von Su. War es tatsächlich so offensichtlich für Su gewesen, dass ihr das aufgefallen ist. Andrerseits wusste er ja, dass sie durchaus professionelle Ambitionen diesbezüglich hatte und auf einen entsprechenden Erfahrungsschatz zurückgreifen konnte. Martin beschloss, mit offenen Karten zu spielen.

"Okay, I will tell you the truth. When I have been out yesterday, I only thought about you. I were not after some girls. But when I stayed in prison, there were to women in my neighbourin cell."

Su sah ihn etwas ungläubig an.

"Martin, you not wanna tell me that you had something with some Thai bitches in the monkey house?"

Martin hörte den Begriff "Monkey House" zum ersten Mal, schloss aber, dass es wohl ein Synonym für das Gefängnis sein musste.

Martin hörte eher etwas Entsetzen und Panik aus Su’s Stimme heraus, aber keinen Anflug von Eifersucht. Dazu gab es auch noch keinen Grund.

"No Thais, two ladies from Germany!"

Er sah förmlich die Erleichterung in Su’s Gesicht.

"And you really wann tell me that you did it with them?"

"Only with one of them, it just happend."

"Okay, I believe you. I must have been a funny situation. Did you like that lady?"

"She was a kind of attractive. But this event also opened my eyes fo ryou and after that, I really knew, what I want and what not. My decision was clear that I want to see you again. I am a little bit thankful for that lady, because she opened my eyes and my mind."

If it is really lik eyou say, it is okay for me. I hope that lady will have good luck. Did you tell her about what you want?"

"Yes, I did. She was a little bit disappointed but last but not least she agreed that I didn't lie to her."

"Maybe Buddha will give me a chance to say thank you for her too."

Für Su schien die Sache damit erledigt. Sie ahnte allerdings noch nicht, wie wohlgesonnen ihr Buddha war.
 
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