Thailand Zwei Emanzen in Thailand

Chris war zusammen mit Benny und den Mädchen nach unten an den Pool gegangen. Er griff nach seinem Mobile als es den Eingang einer SMS vermeldete. Benny schaute neugierig zu Chris.

"Okay Benny, es hat geklappt, wir sind soeben um knapp 2.2 Millionen Baht reicher geworden. Das Geld war heute verfügbar und Hasso hat es wie vereinbart auf das Konto von Som überwiesen. Ich schlage vor, dass wir gleich zur Bank gehen und das Geld etwas umverteilen."

Chris informierte Som und Aeow, die ihr Konto für diese Transaktion zur Verfügung gestellt hatte. Chris vertraute Som einfach, deshalb hatte er sich in Abstimmung mit Benny für diesen Weg entschieden. Es war äußerst unwahrscheinlich, dass Som in Anbetracht dieser Summe auf ihrem Konto zu einer Kurzschlusshandlung neigen würde. Dafür war ihre Bindung mittlerweile einfach zu gefestigt. Von der Zeit würde es auch gut passen. Hasso war mit Wilma auf dem Weg zum Gericht. Christel würde gegen 14 Uhr ihre Verhandlung haben und nach Zahlung eines geringfügigen Betrages, zumindest aus Sicht eines Farang, würde sie das Gericht als freie Frau verlassen können. Vor 15 Uhr würden die Beiden nicht im Hotel aufschlagen. Und in einer Stunde hätten sie soweit auch alles abgewickelt. Chris und Benny würden sich das Geld untereinander aufteilen und den Mädchen jeweils 50.000 Baht als Anerkennung für ihre Hilfe überlassen. Das sollte allerdings für die Mädchen eine Überraschung werden. Sie hatten bis jetzt eigentlich nur aus drei Gründen mitgemacht, Sanuk, Sanuk, Sanuk, ganz einfach, weil sie Spaß daran hatten und es ihnen etwas mehr Abwechslung in den Alltag brachte.

Hasso erreichte mit Wilma kurz vor 14 Uhr das Gericht. Hasso erkundigte sich, wo die Verhandlungen stattfinden würden und bekam einen Raum genannt. Er sah kurz in den Raum, konnte aber Christel noch nicht entdecken. Sie würde aber jeden Moment eintreffen. Er informierte Wilma kurz und in diesem Moment fuhr ein vergitterter Polizeiwagen vor, der voll mit Thais war. Die Tür wurde geöffnet und Wilma entdeckte Christel unter den Thais, die von einigen Beamten unverzüglich in den Gerichtssaal geführt wurden.

Christel sah Wilma und sie wirkte etwas erleichtert ob deren Anwesenheit. Wilma wollte auf Christel zugehen, aber Hasso hielt sie zurück.

"Das wäre keine gute Idee. Warte, bald kannst du sie wieder in die Arme nehmen."

Zusammen folgten Sie der Gruppe in den Gerichtssaal. Diese Verhandlungen waren öffentlich und in der Regel handelte es sich um minderschwere Delikte, die eigentlich kaum der Rede wert waren. Die Aburteilung fand ohne große Anhörung statt, es gab keine Verteidiger, die sich die wenigsten hier auch wohl leisten konnten und auch einen Staatsanwalt suchte Hasso vergeblich. Der vorsitzende Richter betrat den Saal und die Verhandlungen begannen unverzüglich, wobei man eigentlich nicht von Verhandlungen sprechen konnte. Soweit Hasso mitbekam, was der Richter sagte, verlas er nur die dem Angeklagten zur Last gelegte Straftat. Der jeweils Angeklagte musste während dieser Verlesung aufstehen. Nach der Verlesung wurde das Urteil in Anlehnung an das thailändische Strafgesetz gesprochen. In Anbetracht der teilweise übervollen Gefängnisse wurden für solche Bagatellfälle lediglich Geldstrafen ausgesprochen. Nur wenn der Angeklagte nicht bereit oder nicht in der Lage war, die geforderte Summe zu zahlen, musste er die Strafe auf Dauer der zugrunde gelegten Tagessätze absitzen. Meist aber, sowie auch heute, wurden die Summen von Angehörigen direkt bezahlt und damit bekam der Angeklagte unmittelbar seine Freiheit wieder. Die Hausnummer für die Tagessätze lag je nach Art des Vergehens zwischen 50 und 200 Baht und die Urteile lagen bis jetzt alle so zwischen 7 und 21 Tagessätzen. Für Thais recht viel Geld, aber besser einmal einige hundert Baht Verlust als 2 oder 3 Wochen im Gefängnis zu sitzen.

Christel gehörte mit zum letzten Drittel der Verbliebenen als ihr Name aufgerufen wurde. Der Richter verlas kurz die Anklagepunkte, aber Christel verstand kein Wort, weil der Richter es nicht für notwendig befunden hatte, Englisch oder gar Deutsch zu sprechen. Wozu sollte er sich wegen einer Kleinkriminellen eine derartige Mühe machen.

Hasso hatte sich etwas weiter nach vorne in den Saal begeben um den Blickkontakt zu Christel herzustellen. Die blickte immer wieder verunsichert zu ihm rüber. Aber Hasso nickte nur beruhigend. Der Richter hatte seine Anklagepunkte verlesen und schaute Christel fragend an. Die schaute wieder verunsichert zu Hasso herüber, der ihr mit seinem Kopf andeutete, zu nicken. Der Richter hatte sie gefragt, ob sie sein Urteil, 15 Tagessätze zu 200 Baht annehmen würde und ob sie die Summe von 3.000 Baht bezahlen könne. Christel folgte Hassos Aufforderung und nickte. Für den Richter war der Fall abgeschlossen und er bedeutete Christel zu gehen um den Betrag zu bezahlen.

Wieder schaute Christel verunsichert zu Hasso rüber.

"Kommen Sie Christel, wir gehen ihre Strafe bezahlen. Danach sind sie wieder frei, sie haben es geschafft!"

Christel fühlte sich, als wäre ihr ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Sie hatte es immer noch nicht ganz realisiert, was der Botschafter ihr gesagt hatte. Langsam ging sie zu ihm und Wilma rüber. In diesem Moment brachen alle Dämme in ihr. Sie begann hemmungslos zu weinen und lehnte ihren Kopf an Wilmas Schulter an.

"Ist schon okay, Christel, du hast es überstanden. Lass uns jetzt erst mal ins Hotel. Dir zu sagen, dass du schlecht riechst, wäre maßlose Untertreibung."

Hasso hatte die 3000 Baht von Wilma entgegengenommen und die Strafe bezahlt. Damit sah er seine Aufgabe als erfüllt an. Auch wenn Wilmas Art recht angenehm und sie ihm mittlerweile sogar sympathisch war, verspürte er keinerlei Lust auf die Gesellschaft von Christel.

"Wilma, Christel, wie ich Ihnen versprochen hatte, sind sie noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen. Ich muss mich jetzt dringend um andere Sachen kümmern. Ich denke, sie kommen ab jetzt wieder ganz gut alleine zurecht."

Wilma hatte mittlerweile auch gewisse Sympathien für ihn entdeckt und bedauerte es ein wenig, dass sich ihre Wege jetzt trennen würden. Aber in erster Linie würde sie sich jetzt erst einmal um Christel kümmern müssen. Christel sah einfach nur furchtbar aus.

Spontan machte sie einen Schritt auf Hasse zu und ehe dieser sich versah, umarmte ihn Wilma und drückte ihm einen dicken Kuss auf die Wange.

"Danke vielmals, danke!"

Hasso war durch diesen plötzlichen Gefühlsausbruch von Wilma etwas überrascht, ließ sich aber nichts anmerken.

"Kein Problem, machen Sie sich bis zu ihrem Abflug noch ein paar schöne Tage und passen Sie auf, dass Sie nicht wieder in ein Fettnäpfchen treten."

Mit diesen Worten wandte er sich von den Beiden ab und verließ das Gerichtsgebäude.

Wilma reichte Christel ein Taschentuch, damit sie sich ihre Tränen trocknen konnte. Zusammen verließen sie kurz nach Hasso das Gebäude. Wilma stoppte einen leeren Bahtbus und wenig später waren sie auf dem Weg zum Hotel.
 
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Chris und Benny hatten ihre Bankgeschäfte abgeschlossen. Es war kein Problem, das Geld auf ihre Konten zu transferieren. Som und Aeow hatten nicht damit gerechnet, von Chris und Benny jeweils 50.000 Baht überwiesen zu bekommen und waren schier außer sich vor Freude. Diese Überraschung war Chris und Benny geglückt. Sie hatten gerade die Bank verlassen, als Chris die SMS von Hasso bekam, 'Die Schlampe ist wieder draußen!' ließ sie verlauten.

"Benny, es wird Zeit, zurück ins Hotel zu kommen. Die Beiden sind jetzt wohl ebenfalls zurück auf dem Weg ins Hotel. Ich habe große Lust, dieses Miststück mal als abgefuckte Schlampe zu sehen. Nach fast einer Woche Knast dürfte sie dem wohl sehr nahe kommen."

"Dann lass uns mal sputen, dass wir das Ereignis nicht verpassen."

Wilma und Christel erreichten nach kurzer Fahrt ihr Hotel. Wilma bezahlte den Fahrer und zusammen gingen sie auf Christels Zimmer. Christel riss sich förmlich ihre Klamotten vom Leib und stopfte sie achtlos in den Mülleimer. Unter keinen Umständen wollte sie diese Sachen noch einmal auf dem Leib tragen. Wilma ließ sie gewähren und Christel verschwand für fast eine Stunde unter der Dusche.

Chris und Benny waren alleine zurück ins Hotel gefahren. Ihre beiden Mädchen hatten sich von ihnen verabschiedet um in ihrer Massage nach dem Rechten zu sehen. Benny führ die Laptops hoch und kaum war die Verbindung hergestellt und die Monitore hell, öffnete sich die Tür zu Christels Zimmer.

Chris musste zweimal hinschauen um das, was Christel darstellte, als solche zu erkennen. Sie sah furchtbar aus, so als hätte sie tagelang unter einer Brücke unter Pennern gelebt. Ihre Haare waren zerzaust und verfilzt. Ihre Wange war wohl leicht geschwollen und wenn er genau hinsah, konnte er die Verfärbung unter ihrem Auge erkennen. Benny fiel der schlechte Zustand von Christel ebenfalls auf.

"Sieht ja so aus, als hätte sie noch etwas Gesellschaft zu jemandem gehabt, der anderer Meinung war und ihr dies nonverbal mitgeteilt hat."

Chris musste über diese eigenwillige Umschreibung Bennies einer wohl gewalttätigen Auseinandersetzung schmunzeln.

"Keine Ahnung, was da vorgefallen ist. Aber lass es mich mal so formulieren: Sie hat es wohl verdient."

Sie sahen zu, wie Christel sich auszog, ihre Sachen in den Mülleimer beförderte und für fast eine Stunde im Bad verschwand.

"Ich bin ja mal gespannt, was sie gleich so alles von sich geben wird. Was meinst du, Chris, ist sie geläutert?"

"Ich habe da so meine Zweifel. Ich kann mir bei Christel ganz gut vorstellen, dass es ihre Position nur noch verhärtet hat. Wilma scheint zumindest einen anderen Weg zu gehen, der mit Sicherheit positiver für sie sein wird."

Christel fühlte sich auch nach einer Stunde duschen immer noch nicht von dem Spuren ihres Aufenthaltes im Gefängnis befreit. Aber wenigstens äußerlich fühlte sie sich wieder einigermaßen sauber. An den inneren Spuren würde sie noch einige Zeit zu kauen haben. Wilma saß auf dem Bett und hatte das Fernsehgerät auf einen Musikkanal geschaltet. In der Hand hielt sie einen Drink und auf dem Beistelltisch hatte sie für Christel ebenfalls einen Drink bereitgestellt.

"Na, fühlst du dich jetzt etwas besser? Komm, setz dich zu mir!"

Nach Wilmas Worten erinnerte sich Christel wieder an Wilmas Verhalten im Gefängnis. Dort hatte sie auch schon eine Veränderung an ihr bemerkt, die ihr gar nicht so richtig bewusst geworden war. Jetzt fiel es ihr erneut auf. Vor ihrem Zwangsaufenthalt im Polizeigefängnis hätte Wilma sie gefragt, ob sie sich zu ihr setzen wolle. Nun forderte Wilma sie zwar höflich aber doch direkt auf. Im Augenblick konnte sich Christel auf Wilmas geändertes Verhalten noch keinen Reim machen. Etwas verhalten widerwillig folgte sie Wilmas Aufforderung, nahm neben ihr Platz und griff nach dem Glas.

"Sag mal Wilma, wie ist das eigentlich mit dem Geld gelaufen? Hast du es dem Botschafter in bar gegeben?"

"Nein, ich hatte es erst so machen wollen, aber er hatte mich angerufen und mich gebeten, auf ihn zu warten, damit das Geld direkt auf ein anderes Konto überwiesen werden konnte."

"Bist du dir sicher, dass er es sich nicht selbst eingesteckt hat? Im Nachhinein kommt es mir nach dieser merkwürdigen Gerichtsverhandlung doch etwas komisch vor."

"Mensch Christel, was soll das jetzt? Dir war es doch soviel wert, wieder aus dem Knast zu kommen und nicht ein paar Jahre in einem thailändischen Gefängnis zu verbringen!"

"Ich habe nicht vergessen, dass du dich im Gefängnis fast verplappert hättest. Als du über den Botschafter gesprochen hast, ist dir ein 'Ro..' aus dem Mund gerutscht. Wie heißt den der Botschafter? Robert vielleicht?"

Wilma war nun doch etwas erstaunt, welche Details sich in Christels Gedächtnis gebrannt hatten. Sie erinnerte sich an diese Szene, hatte aber nicht geglaubt, dass Christel sich das gemerkt hätte.

"Er heißt Roland und ja, wir sind überein gekommen, uns zu duzen. Ändert das etwas an der Tatsache, dass du jetzt hier bist?"

Wilmas Tonfall war unmerklich aggressiver geworden.

"Gib es zu Wilma, du hast mit ihm gefickt und ihr steckt unter einer Decke!?"

Wilma traf diese Anschuldigung wie ein Fausthieb ins Gesicht. Früher hätte sie vielleicht geduckt und Christel Attacke geschluckt. Aber ihr neu erwachtes Selbstbewusstsein brach durch.

"Sag mal, hast du noch alle Tassen im Schrank? Bist du von Sinnen, mir so etwas zu unterstellen? Glaubst du nicht, dass ich mir Sorgen um dich gemacht habe speziell nach deiner Vergewaltigung? Du hast wohl einen Schaden davongetragen! Und wenn du es genau wissen willst: Gefickt habe ich nicht mit ihm, aber wir haben uns etwas miteinander vergnügt. Und ich wüsste auch nicht, was daran verwerflich sein sollte. Du solltest lieber dankbar sein, dass du jetzt hier sitzen kannst!"

Wilma war auf 180. Wortlos erhob sie sich und griff in ihre Tasche. Ebenso wortlos überreichte sie Wilma einen kleinen, blauen Zettel.

"Bitteschön, ich habe 60.000 Euro anweisen lassen. Bei dem aktuellen Tauschkurs waren das knapp über 2.6 Millionen Baht, 2.2 Millionen Baht habe ich überweisen lassen. Wie du siehst handelt es sich bei dem Empfänger nicht um einen Deutschen."

Wilma kramte immer noch wütend in ihrer Tasche und zog das Kontobuch aus ihrer Tasche. Sie überreichte es Christel.

"Schau selbst nach! Dort sind die Eingänge und Ausgänge vermerkt. Und wenn du jetzt immer noch an Märchen glaubst, lass es mich wissen, dann haben wir uns nämlich nichts mehr zu sagen. Hast du das verstanden?"

Christel hatte mittlerweile realisiert, dass mit Wilma eine Veränderung vorgegangen war. So hatte sie es noch nie gewagt, mit ihr zu sprechen. Christel biss sich fast auf die Zunge, um nicht erneut aufzubrausen. Die Daten der Überweisung stimmten mit den Angaben im Bankbuch überein. So war zumindest der Vorwurf gegen Wilma, sich selbst bereichert zu haben, Makulatur.

"Wilma, entschuldige bitte. Ich glaube, ich bin immer noch nicht ganz hier. Verzeih mir bitte!"

"Ist schon okay, aber pass besser auf, was du sagst!"

Chris und Benny hatten saßen auf der Couch in ihrem Zimmer. Benny hatte das Bild auf den Fernseher gelegt und beide verfolgten den Dialog zwischen den Beiden aufmerksam.

"Dieses dumme Miststück, kaum ist sie dieser kleinen Hölle entkommen, will sie schon wieder großkotzig daherkommen. Aber deine Wilma hat sich ja tatsächlich fein gemausert. Ich würde sie mal als von Christel geheilt bezeichnen. Da wird wohl nichts mehr in Richtung Bevormundung und Mitläufertum bezüglich diesem Emanzenscheiß abgehen. Wilma ist da wohl draußen."

"Da hast du wohl Recht. Wilma gefällt mir immer besser. Sie hat sich hier in Pattaya richtig gemausert. Nicht, dass du meinst, ich werde jetzt wieder rückfällig. Aber die Entwicklung die Wilma durchgemacht hat, ist im positiven Sinne schon anerkennenswert."

"Wilma, wieviel Geld haben wir noch übrig? Du sagtest, dass du 60.000 Euro angefordert hast?"

"Wirf doch noch einmal einen Blick in das Bankbuch. Ich habe ja noch etwas Bargeld übrig gehabt und heute nur das Bestechungsgeld angewiesen. Dafür, dass Roland mich auf dem Gefängnis geholt hat, habe ich ihm 45.000 Baht gegeben. Soviel hat er dafür ausgegeben."

"Und zum Dank hast du dich von ihm pimpern lassen!"

Christel konnte es nicht lassen, Wilma zu reizen. Sie hatte es immer noch nicht verkraftet, dass sie es hier und jetzt scheinbar mit einer anderen Wilma zu tun hatte. Umso mehr überrascht war sie von Wilmas abgeklärter Reaktion.

"Schätzchen, dir sollte eigentlich aufgefallen sein, dass sich meine Einstellung und infolge dessen meine Prioritäten etwas verändert haben. Ich will mein Leben genießen und dazu gehören auch Männer. Ich habe keine Lust mehr, mich durch irgendeinen Mainstream beeinflussen zu lassen und meine Bedürfnisse deshalb zu unterdrücken. Und zu Robert: Ja, ich habe mich mit ihm amüsiert. Und die Aktivität ging von mir aus. Und ich habe dir schon einmal gesagt, dass er nicht mit mir geschlafen hat. Ich wollte es zwar, aber er wollte nicht. Ich vermute mal, dass er nunmehr auf Thais oder Asiatinnen steht. Und mittlerweile kann ich das sogar verstehen."

Christel hatte mit einer völlig anderen Reaktion von Wilma gerechnet, nicht aber mit einem solchen Statement. Im ersten Moment wusste sie überhaupt nicht, wie sie darauf reagieren sollte. Ihr Unterbewusstsein hatte diese Herausforderung angenommen und reagierte entsprechend, blendete wie aus Selbstschutz vor den eigenen Ansichten und Einstellungen Wilmas Reaktion einfach aus.

"Mit 45.000 Baht bist du ja wesentlich günstiger weggekommen als ich. diese 60.000 Euro schmerzen mich. Und das habe ich alles diesem Mistkerl von Chris zu verdanken. Nur seinetwegen sind wir hier! Da kann er Gift drauf nehmen, dass ich mich an ihm gütlich halten werde, sobald ich zurück in Deutschland bin!"

"Christel, lass mich eines klarstellen! Nicht wir sind seinetwegen hier, sondern du bist seinetwegen hier. Mir ist in den letzten Tagen klargeworden, dass ich nur wegen dir und deinen verschrobenen Ansichten hier bin. Und noch etwas: Ich bin raus aus deinem Spiel. In Zukunft werde ich meine eigenen Wege gehen, meine Bedürfnisse ausleben und schlichtweg mein Leben nach meinen Vorstellungen gestalten und genießen. Dein Leben, dass ich aus welchen Gründen auch immer mitgelebt habe, ist nicht mein Leben und wenn du weiterhin diesen ganzen Mist ausleben willst, tu es einfach, aber ohne mich!"

Eigentlich hatte Wilma vorgehabt, mit Christel erst in Deutschland darüber zu reden. Aber die unsinnige Reaktion, die Anspielungen von Christel bezüglich Robert, waren letztendlich der Anstoß dafür, dass sie jetzt schon rausgelassen hatte, was ihr auf dem Herzen lag. Und Christel war ob dieses Statements ziemlich überrascht. Zumindest schaute sie Wilma aus verständnislos aufgerissenen Augen so an, als hätte sie den Sinn und die Bedeutung des Gesagten noch gar nicht erfasst.

Christel war in der Tat verwirrt und wandte sich von Wilma ab. Wieder weigerte sich ihr Bewusstsein, das gesagte aufzunehmen. Christel stand auf und verschwand im Bad.
 
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Habe ich mich da schon wieder vertan? Hasso heißt mit zweitem Namen Roland...(glaube ich wenigstens...:lolsen: )
 
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So, ich habe heute mit Hasso telefoniert. Sein zweiter Vorname ist Roland. :mrgreen:
 
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Chris und Benny sahen nach wie vor aufmerksam zu.

"So, so, dieses Miststück will sich als das Geld von mir zurückholen. Die ist doch nicht mehr ganz dicht. Mir die Schuld dafür zu geben, dass sie Geld verloren hat. So ein Blödsinn!"

Chris und Benny sahen sich kurz an und brachen dann in schallendes Gelächter aus.

"Nein, Chris, natürlich sind wir nicht Schuld an deren Desaster. Wie kommt man denn nur auf einen solchen Unsinn?"

"Diese Schlampe wird noch ihr blaues Wunder erleben, wenn sie zurück in Deutschland ist. Wenn die wüsste, dass das hier in Pattaya nur die Präliminarien zum Showdown waren, würde sie sich gleich die Kugel geben!"

Christel kam aus dem Bad zurück und setzte sich wieder zu Wilma aufs Bett. Sie wirkte so, als hätte es die Auseinandersetzung zwischen ihnen überhaupt nicht stattgefunden. Wilma war etwas verwundert über dieses Auftreten, nahm es aber an. Sie hatte einfach keine Lust auf dumme Auseinandersetzungen mit Christel. Sie wollte einfach noch die letzten Tage Urlaub genießen.

"Was wollen wir heute Abend unternehmen? Hast du Lust, lecker essen zu gehen? Du solltest zusehen, dass du wieder was auf die Rippen bekommst. Du hast recht heftig abgenommen. Das steht dir allerdings nicht schlecht."

"Gute Idee, du hast bestimmt ein Restaurant ausgeguckt."

"Lass uns in dieses Nang Nual an der Walking Street gehen, lecker Seafood, Steaks, eigentlich alles, was dein Herz begehrt und das zu annehmbaren Preisen."

Christel nickte Wilmas Vorschlag wortlos ab und ging ins Bad um sich zu schminken. Wilma führte Christels merkwürdiges Verhalten auf ihre Erlebnisse im Gefängnis und auch auf ihre eigene, veränderte Einstellung zurück, hoffte, dass sich das schnell wieder legen würde. Irgendwie belastete sie das alles nicht mehr so stark. Wilma trank ihren Whisky aus und ging auf ihr Zimmer um sich ebenfalls fertig zu machen.

Benny trennte die Verbindung und fuhr die Laptops runter.

"Was stellen wir denn an? Ich fühle mich nicht so ganz wohl dabei, mit dem Wissen, dass die Beiden in Pattaya unterwegs sind, auszugehen. Ich habe keinerlei Lust, den Beiden über den Weg zu laufen. Vielleicht sollten wir uns mal woanders als in Pattaya umsehen, was hältst du davon?"

"Warten wir mal ab, bis unsere Mädchen zurück sind, mal sehen, was sie davon halten. Was schlägst du vor? Wie wäre es mit Bangkok. Hasso ist ja am Montag wahrscheinlich auch in Bangkok um die Visa für die Mädchen abzuholen. Und am Montag ist dieses Miststück ja wieder in Deutschland und wir können uns wieder frei bewegen. Jedenfalls wird Christel noch ihr blaues Wunder erleben sobald sie zurück ist."

Zusammen gingen Wilma und Christel die Treppe hinunter. In der Lobby des Hotels kamen ihnen Su und Martin entgegen.

"Hi Wilma, how are you?"

Su ging sofort nachdem sie Wilma erkannte hatte auf die Beiden zu. Sie umarmte Wilma und begrüßte sie mit einem Hom auf die Wange, dem thailändischen Äquivalent eines Begrüßungskusses.

"Hi Su! Hallo Martin! Su, may I introduce you my friend Christel!"

Wilma wandte ihren Kopf Christel zu und erschrak im ersten Moment über deren ernsten Gesichtsausdruck. Su wandte sich ebenfalls Christel zu, hob ihre Hände und begrüßte sie mit einem respektvollen Wai. Auch Su bemerkte sofort die negative Aura von Christel. Ihre Erziehung ließ sie allerdings erst einmal darüber hinwegsehen. Martin hatte Wilma ebenfalls mit einem Kuss auf die Wange begrüßt und reichte Christel seine Hand, die diese mit deutlichem Widerwillen annahm.

"So, what you gonna do tonight? We are just on the way for dinner."

Su hatte die Frage an Wilma gerichtet und ihr Blick huschte unstet zwischen Wilma und Christel hin und her.

"We are on the way to eat something too. We want to go for Nang Nual. Do you wanna join us?"

Su wechselte einen kurzen Blick mit Martin, holte auf diese stumme Art und Weise sein Einverständnis.

"Okay, that's a good idea."

Christel hatte bis jetzt noch kein Wort verloren. Wilma sah sie an und war ob Christels verstockt störrischer Art etwas angekratzt. Sie beschlich das Gefühl, dass es keine gute Idee war, sich den Su und Martin anzuschließen. Sie überlegte kurz, sich noch anders zu entscheiden, sah aber davon ab. Sie mochte Su und Martin und sie spürte, dass ihr deren Gesellschaft wesentlich mehr lag als die von Christel.

Su kümmerte sich um den Transport und wenig später saßen sie in einem Bahtbus, der sie zum Marine Plaza brachte. Von dort war es nur noch ein kurzer Weg ins Nang Nual. Su sprach kurz mit einem Mädchen vom Service, die sie dann zu einem freien Tisch direkt am Wasser geleitete.

Su und Martin hatten sich schnell entschieden, oder besser gesagt, sie hatten ja schon vorher ihre Wahl getroffen, Pepper Steak. Wilma entschied sich für Sashimi und nur Christel schien unschlüssig. Martin hatte schon öfter im Nang Nual gespeist und wollte Christel behilflich sein.

"Christel, würdest du lieber Fisch oder Fleisch essen?"

Christels hob ihren Kopf und Martin erschrak etwas über das angriffslustige Flackern in Christels Augen.

"Wer hat Ihnen erlaubt, mich zu duzen!"

Martin war etwas über die brüske Art, wie Christel auf sein Hilfsangebot reagierte, erschrocken. Bevor er noch etwas sagen konnte, griff Wilma ein.

"Christel, dass sind meine Freunde, wir haben uns in den letzten Tagen näher kennengelernt und ich erwarte von dir, dass du das etwas respektierst und nicht wegen jeder Kleinigkeit wie zum Beispiel mit 'Du' angesprochen zu werden, ausrastest. Das ist hier so üblich un dich erwarte von dir, dass du das respektierst."

Martin folgte dem kurzen Monolog von Wilma schweigend. Er hatte es hier mittlerweile als Selbstverständlichkeit angesehen, dass man sich duzt. und der Umgangston längst nicht so steif wie in Deutschland war. Su war ebenfalls hellhörig geworden. Zwar hatte sie nicht verstanden, was Christel von sich gegeben hat, sehr wohl aber hatte sie die Aggressivität in ihrer Stimme wahrgenommen. Martin erinnerte sich an Christels Auftritt im Gefängnis. Der hatte ihn nicht gerade positiv auf sie eingestimmt und ihm lag schon eine harsche Antwort auf der Zunge. Martin sprang in diesem Moment über seinen Schatten.

"Entschuldigen Sie Christel, darf ich Ihnen ein Menu empfehlen. Wenn sie gerne Fisch essen wollen, kann ich Ihnen Pla Nüng Mana-u empfehlen, gedünsteter Fisch in einer würzigen Lemon-Sauce, wenn..."

Christel schnitt ihm harsch das Wort ab.

"Danke, ich brauche Ihre Hilfe nicht. Ich kann selbst für mich entscheiden."

Hilfesuchend sah Martin erst zu Wilma und dann zu Su. Su legte ihm beruhigend die Hand auf seinen Oberschenkel. Martin bekam mit, wie es in Wilma brodelte.

Su winkte eine Bedienung heran und sie gab ihre Bestellung auf. Wilma tat es ihr gleich. Die Bedienung wandte sich an Christel, die immer noch etwas unschlüssig im Menu blätterte.

"Mam, did you make your choice or do you need more time?"

Wortlos drehte Christel ihr das Menu zu und sie zeigte auf ein Bild. Das Mädchen nahm die Speisekarte in die Hand, legte sie auf den Tisch um sich die Wahl Christels zu notieren. Noch einmal zeigte sie auf das Bild, auf das Christel gedeutet hatte und nachdem Christel bestätigend abnickte, notierte sie die Nummer von Christels Wahl.

Wilma war durch Christels Verhalten mindestens genauso irritiert wie Martin. Sie vermochte Christel nicht mehr einzuordnen, befürchtete aber, dass dieser Abend alles andere als harmonisch enden würde.
 
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Mal sehen, was da auf sie zurückfällt. Der Showdown naht.:hehe:
 
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:smilie_x_035::sbaer:

Kommt schon noch, bin fleißig am schreiben. Morgen geht es weiter.
 
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Wie zumeist im Nang Nual verging die Zeit bis zum auftischen recht schnell. Christel beteiligte sich nicht an dem Small Talk sondern blickte abwesend auf die See. Ab und an warf sie allerdings einen verstohlenen Blick auf Martin und Su. Wie sich herausstellte hatte Christel ein Tom Yam Gkung bestellt, eigentlich eine Delikatesse in Thailand, aber Christel stocherte nur mit Unlust in der Suppe rum, fischte sich die Garnelen und Pilze heraus und aß kaum etwas.

"Christel, schmeckt es dir nicht? Möchtest du von meinem Sashimi probieren?"

Wilma hatte Christel Unmut über ihre Bestellung ebenfalls bemerkt.

"Das ist ein ekelhafter Fraß. Wie kann man solch einen Mist nur anbieten?"

"Christel, jetzt mach aber mal einen Punkt. Es war deine Wahl und du hast Martins Hilfe abgelehnt. Du bist selber Schuld."

Wilma sah Christel an und erschrak, als sie in ihre Augen blickte. Dort flackerte Streitlust pur. Sie blickte zu Martin und Su rüber.

"Na, Martin, haben Sie es in Deutschland nicht geschafft, ihre Frau zufrieden zu stellen? Sie hatten wohl nicht den Mumm, sich den Bedürfnissen einer emanzipierten Frau anzupassen. Und Sie fliegen jetzt nach Thailand um sich mit billigen Flittchen abzugeben, weil ihre Frau einen Waschlappen wie Sie es wahrscheinlich sind verlassen hat. In Deutschland kriegen sie wohl keine mehr ab!"

Wilma sah, wie Martin die Wut über Christels unverhoffter, verbaler Attacke ins Gesicht schoss. Auch Su spürte, wie Martin sich verkrampfte und sich sein Muskeln anspannten. Sie drückte ihre Hand feste auf seinen Oberschenkel und hoffte, dass er jetzt nichts Unüberlegtes tun würde.

Wilma fixierte Christel.

"Christel, schau mich an!"

In Wilmas Stimme lag eine ungewohnte Schärfe.

"Dein Benehmen ist absolut unangebracht. Und weißt du, Martin, Su und ich haben uns auch schon äußerst intim miteinander vergnügt. Ich kann dir versichern, dass Martin ein ausgezeichneter Liebhaber ist und weiß, wie man eine Frau beglücken kann. Und im Vergleich zu Su kommst du mir im Bett vor wie ein grobschlächtiger Bauerntrampel!"

Christel sah Wilma mit aufgerissenen Augen an. Sie hatte sich innerlich auf eine durch sie provozierte Reaktion von Martin vorbereitet. Dass jetzt von Wilma eine derartige Reaktion kam, hatte sie nicht erwartet. Nur langsam sackte der Inhalt dessen, was Wilma gerade von sich gegeben hatte, in ihr Bewusstsein.

"Du widerliche Schlampe! Du hast mich verraten und verkauft. Du bist auch nicht besser als dieses ganze Nuttenpack in diesem abgefuckten Nest!"

Christels Stimme zitterte vor unterdrückter Wut. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, erhob sie sich und stampfte davon.

Wilma blickte zu Martin rüber, der sich langsam wieder entspannte.

"Martin, Su, I am so sorry for my friends behaviour. I think she needs more time to realize what had happened to her in the last few days."

Su hatte wohl einige der bösen Worte verstanden. Aber sie hatte Christel wohl schon länger durchschaut.

"Don't worry, Wilma, I am sorry for you, that you still have to stay with her a few days. But don't forget, she is your friend and you still should take care her before she will do some bullshit again!"

"Su, thanks. One thing, Christel was my friend, she isn't that any longer. She just has killed my last feelings and understanding for her. But don't worry, I will look after her."

Wieder war Martin erstaunt über diese abgeklärte Reaktion von Su. Dieser Angriff von Christel hatte ihn tief getroffen. Er mochte es nicht, mit Hinz und Kunz über einen Kamm geschert zu werden, zumal seine Beweggründe für diesen Aufenthalt hier vollkommen anderer Natur waren.

"Ist schon in Ordnung, Wilma, ich bin jedenfalls erst einmal froh, dass diese Furie nicht mehr hier ist. Sie war mir schon im Gefängnis suspekt und ich war froh, dass ich sie fast nur schlafend erlebt habe. So, und nun können wir uns jedenfalls noch einen schönen Abend machen."
 
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Chris und Benny mussten bis fast 20 Uhr auf ihre Mädchen warten. Glücklicherweise hatten die mitgedacht und reichlich zu essen eingekauft.

"What do you think ladies, shall we go for Bangkok for a couple of days? We don't wanna meet those Christel and Wilma and we also don't like to be forced to stay in our room two more days."

Das Strahlen in den Gesichtern von Som und Aeow bedurfte keiner Antwort. Sie waren zwar gerne in Pattaya und ihre Anwesenheit hier war ja wegen ihrer Massage bedingt ein Muss. Aber das war keine große Sache. Die Mädchen die für Som und Aeow arbeiteten waren loyal und durchaus in der Lage, das Geschäft mal für ein paar Tage eigenständig zu führen.

"Chris, how do you wanna go for Bangkok? I hope not with the bus?"

Som, so spürte Chris, führte schon wieder etwas im Schilde. Wenn sie derartig fragte, war das nur zu eindeutig.

"Som, I know that you want something. Okay, we don't go with the bus. Promised. Any wishes?"

"Yes, darling. we wanna go with Jane. She is my friend and I didn't see her long time. When I call her, I cann arrange, that she will be our driver. Please, Tirak."

Som zwinkerte mit den Augen und blickte Chris mit einem Ausdruck an, der keine abschlägige Antwort zuließ.

"It is okay, you can call her, we leave about 11 am tomorrow morning. Do you need to arrange something for your shop?"

Som antwortete nicht sondern fiel Chris nur um den Hals und belohnte ihn mit einem langen und tiefen Hom. Som telefonierte kurz mit einem ihrer Mädchen und verabredete sich mit ihr für den nächsten Morgen um ihr noch ein paar Instruktionen zu geben. Sie rief ihr Freundin an und bestellte das Taxi für 11 Uhr.

Benny hatt sich an einen Laptop gesetzt. Über Agoda buchte er 2 Zimmer im Mermaid Hotel an der Sukhumvit. Es lag zentral aber weit genug von der Suk weg, sodass man vom geschäftigen Treiben dort nichts mitbekam.

Wilma hatte den Abend und auch die Nacht wieder mit Martin und Su verbracht, sich jedoch am Morgen auf ihr Zimmer zurückgezogen. Sie überlegte kurz an Christels Tür zu klopfen, entschied sich aber dagegen. Christels unverschämter Auftritt am Vorabend lag ihr immer noch etwas im Magen, wenngleich sie mittlerweile soviel emotionalen Abstand gewonnen hatte, dass es sie nicht mehr sonderlich belastete. Sie schlief noch 3 Stunden und ging dann nach unten ins Restaurant des Hotels zum Frühstück. Sie entdeckte Christel an einem Tisch und setzte sich zu ihr.

Christel sah furchtbar aus, sie war ungeschminkt und das Veilchen unter ihrem Auge war mittlerweile in einen entsprechenden Farbton übergegangen. Um Christel schien ein Dunstschleier ausgedünsteten Alkohols zu liegen, der Wilma unangenehm in die Nase stieg.

"Darf ich mich zu dir setzen?"

Christel blickte sie mit immer noch glasigen Augen an und nickte nur.

"Sag mal, was ist gestern nur in dich gefahren, dass du dich so erbärmlich aufgeführt hast?"

"Was soll schon in mich gefahren sein? Ich hatte halt keine Lust, mit einem dämlich-primitiven Sextouristen und seiner Nutte an einem Tisch zu sitzen."

Christels Stimme klang durch ihren übermäßigen Alkoholgenuss rau.

"So, für dich ist also jeder der hier hinkommt, gleich ein primitiver Sextourist? Das mag vielleicht auf viele zutreffen. Aber hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum das so ist. Kennst du überhaupt Martins Schicksal? Hast du eine Ahnung, was ihn nach hier verschlagen hat?"

"Natürlich, diese Kerle sind den Frauen einfach nicht gewachsen und sie holen sich hier minderbemittelte Frauen, die nur vorhaben, in ein besseres Leben zu wechseln. Die Typen sind denen vollkommen egal, für die nur Mittel zum Zweck."

"Das mag durchaus für den einen oder anderen Fall zutreffen. Aber von solchen pauschalen und durch unsere Medien beeinflussten Meinungen halte ich mittlerweile überhaupt nichts mehr. Ich empfehle dir dringend, dir darüber mal Gedanken zu machen und zudem über dein bisheriges Leben nachzudenken. Es hat seine Gründe bei dir, weshalb du heute hier stehst und offensichtlich von Unzufriedenheit getrieben bist!"

Wilma sah Christel während ihres Statements an um deren Reaktion mitzubekommen. Sie hatte das Gefühl, dass ihre Worte Christel überhaupt nicht erreichten. Christel reagierte überhaupt nicht.

Wilma empfand Christel mittlerweile als Belastung und sie fühlte sich in ihrer Nähe nicht mehr wohl. Ein Nacht lag noch vor ihnen und am Samstag würden sie spät Abends zum Airport fahren. Ihr Entschluss, zurück in Deutschland eigene Wege ohne Christel zu gehen, war durch Christels gestriges Auftreten noch mehr gefestigt worden.

Som war glücklich Jane endlich mal wiederzusehen. Ihre Arbeit ließ ihr kaum Zeit für privates Vergnügen. Ab und an kam sie zwar mal in die Massage um sich etwas zu entspannen, aber das hatte eher Seltenheitswert. Für die Fahrt von Pattaya bis nach Bangkok benötigten sie fast zwei Stunden. Der Inbound Verkehr war an diesem Freitag heftig. Aber alles in allem verlief alles sehr entspannt.

Chris hatte am Morgen mit Khun Somsak telefoniert und ihm versichert, die Kameras spätestens am Montagnachmittag wieder zu deinstallieren. Eigentlich wäre es Khun Somsak lieber gewesen, dies so schnell wie möglich zu machen. Aber in Anbetracht der abflauenden Saison nach Songkram hatten sich kaum Gäste eingebucht und der Leerstand war einfach da. Khun Somsak hatte Chris zudem zugesagt, ihn anzurufen, sobald Wilma und Christel ausgecheckt hatten. Ihre Zimmer waren bis Sonntag gebucht, das war wegen des späten Rückfluges nach Mitternacht eine durchaus gängige Angelegenheit.

Im Hotel machten sie sich etwas frisch. Sie hatten den Mädchen versprochen, gemeinsam mit ihnen nach Pratunam zu fahren. Pratunam war das Viertel inBangkok, in dem sich günstig einkaufen ließ. Der alte Markt gegenüber von der Platinum Fashion Mall, einer riesigen Shopping Center in der man so ziemlich alles an Bekleidung kaufen konnte was das Herz begehrte, verlor mehr und mehr an Attraktivität. Aber immer noch fanden Wiederverkäufer und normale Touristen den Weg in diesen Irrgarten aus sich ewig kreuzenden Gängen und Shops. Wer sich hier nicht im Kreis bewegen wollte, der musste über einen guten Orientierungssinn verfügen.

Mit dem Elevated Skytrain fuhren sie von Asoke bis nach Chid Lom. Die Mädchen drängten danach, dem Erawan Shrine ihre Aufwartung zu machen. Dieser Schrein war schon seit vielen Jahren eine Touristenattraktion und um ihn rankten sich zahlreiche Geschichten. Beim Bau des Erawan Hotels hatte es seinerzeit zahlreiche tödliche Unfälle gegeben. Ein Schiff, das Marmor anliefern sollte, sank auf hoher See. Die abergläubischen Arbeiter verweigerten wegen dieser Anhäufung von Unglücksfällen die Arbeit, weil sie Angst vor bösen Geistern hatten. Ein dazu befragter Astrologe sagte, dass der Platz, an dem das Hotel erbaut werden sollte, ein schlechtes Kharma hatte. Daraufhin wurden die Arbeiten gestoppt und an der nordwestlichen Ecke wurde zu Ehren des Gottes Brahma ein Geisterhäuschen erbaut um die Geister zu beschwichtigen. Zwar stand das Hotel heute nicht mehr dort, es wurde an anderer Stelle neu gebaut, aber der Shrine ist erhalten geblieben und Zeit seiner Errichtung Pilgerstatt der Gläubigen und Attraktion für Touristen.
 
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Den Rest des Tages verbrachten sie mit einer ausgedehnten Shopping Tour rund um den Pratunam Market. Für Chris und Benny waren solche Touren eher ein Akt gähnender Langeweile, aber den Mädchen machte es offensichtlich Spaß und sie kauften reichlich ein. Zuvor hatten Chris und Benny lediglich die Bedingung gestellt, den Einkaufstag im Phantip Plaza ausklingen zu lassen. Diese mehrstöckige Mall war ähnlich dem Tukcom in Pattaya, nur um einiges größer. Hier gab es alles an Elektronik, rund um den Computer, massenhaft raubkopierte Software und Video-DVD's mit den neuesten Filmen. Cris und Benny deckten sich mit einigen DVD's ein und auf Wunsch der Mädchen besorgten sie sich auch ein paar Hardcore Filme. Zwar war Pornografie in Thailand verboten, aber dennoch blühte der Handel damit prächtig. Überall auf den Etagen wurden sie von den Scheppern angesprochen und bei Interesse in eine versteckt liegende Ecke geführt, wo man sich in aller Ruhe durch die umfangreichen Sammlungen wühlen konnte. Hatte man sich entschieden, wurde bezahlt und man erhielt die Weisung, nach 10-15 Minuten wiederzukommen. Die Händler hatten die eigentliche Hardware irgendwo außerhalb des Panthip Plaza gelagert und sobald eine Bestellung bezahlt war, wurde ein Bote losgeschickt, der nach der vereinbarten Zeitspanne die Hardware ablieferte.

Zu groß war die Angst der Händler vor einer plötzlichen Aktion der Polizei. Nicht, dass es ein großer Akt wäre, zumeist waren diese Aktionen zuvor durchgesickert und entweder war an diesem Tag dann keiner der Verkäufer anwesend oder man bot nur unverfängliche Ware feil. Diese Aktionen der Polizei fanden vielleicht zweimal im Jahr statt und die Polizisten waren stets fündig. Chris äußerte einmal den Verdacht, dass diese ganzen Aktionen abgesprochen waren. Es wurde eine nicht unbedeutende Menge an Raubkopien aus allen Warengruppen beschlagnahmt, einige Bauernopfer wurden gebracht, damit die Polizei einen entsprechenden Erfolg vorweisen konnte. An einem der drauffolgenden Tage fand dann unter einem großen Presserummel eine öffentlich inszenierte Vernichtungsaktion statt, bei der die beschlagnahmten Waren unter großem Tamtam vernichtet wurden. Thailand wahrte damit nach außen hin sein Gesicht und demonstrierte so recht eindrucksvoll, dass man ja alles tat, um diesem Übel zu begegnen. Die Realität sah allerdings ganz anders aus. Schon ein oder zwei Tage später sah es im Panthip Plaza genauso aus, wie vor der Polizeiaktion. Zwar ist es nicht rechtens, was diesen Markt betrifft, aber der Anteil an der inländischen Wirtschaft ist nicht gerade gering und das war jedem Beteiligten bekannt.

Bepackt mit zahlreichen Taschen verließen sie das Panthip Plaza. Der Abend dämmerte bereits und sie nahmen sich ein Taxi und fuhren zurück zum Hotel.

Wilma hatte in der Tat die Nase gestrichen voll von Christel. Deren schlechte Laune überlagerte alles. Wilma hatte Christel nach ihrem Frühstück einfach sitzen gelassen. Sie verbrachten den Vormittag am Pool, hoffte, dass Martin und Su eventuell noch zu ihr stoßen würden. Ihre Hoffnung erfüllte sich allerdings nicht. Gegen Nachmittag ging sie auf ihr Zimmer, machte sich frisch und verbrachte die Zeit bis zum Abend mit einem ausgedehnten Bummel durch Pattayas Shopping Malls, deckte sich mit reichlich Sachen und ein paar Souvenirs ein.

Als sie zurück ins Hotel kam, traf sie Martin und Su, die gerade aus einem Bahtbus stiegen. Sie begrüßten sich herzlich.

"Hey, how are you today? What have you done?"

"Not that much, we have been to Jomtien, just a little bit relaxing on the beach over there. It is not that crowded and dirty like over here in Pattaya"

Su hatte das Wort übernommen. Wilma hatte zwar schon einmal von Jomtien gehört, sich aber noch nicht aufraffen können, einmal dorthin zu fahren.

"Martin, tomorrow is my last day. We will leave late evening. Our flight will be after midnight."

"Okay, we hope, you enjoyed the time with us. What will you do tomorrow. Do you have a late check-out?"

"Yes, we have ordered a taxi for 10:30 pm. So tomorrow evenening I still have time to do something. Do you have any idea?"

"Sure, why don't you join us? We want to make a trip to Koh Larn. Su does not need to work. She took some days off."

"That's a good idea, but I can’t. Don't worry, I need to go shopping a bit so I don’t have time enough.

Su atmete über diese abschlägige Entscheidung von Wilma einmal tief durch, war etwas enttäuscht.

"So, what will you do tonight?"

Wilma überlegte kurz, nur flüchtig hatte sie mit dem Gedanken gespielt nach Christel zu schauen, ihn aber gleich wieder verworfen. Selbst ohne Gesellschaft würde sie wahrscheinlich mehr Spaß haben als zusammen mit Christel. Christels ätzende Auftritte hatten die letzten emotionalen Bindungen, die noch vorhanden waren, gekappt.

"I want to go for dinner and after I want to walk a little bit along Walking Street. Later I want to enjoy in some discos."

"Okay, what do you think, that we meet us around 11:30 in Red Car?"

Wilma erklärte sich einverstanden. Der Abend schien gerettet.

Chris uns Benny waren froh, diesen Einkaufsbummel überstanden zu haben. Normalerweise drückten sie sich regelmäßig davor, mit den Beiden durch die Shopping Malls zu schleichen. Es gab wohl für einen Mann kaum Schlimmeres als solche Events. Ähnlich ging es allerdings den Mädchen, als sie mit Chris und Benny im Panthip Plaza waren. Allerdings gab es hier für die Mädchen die ausgleichende Gerechtigkeit in Form von zahlreichen Verkaufsständen für Fones und Tablets, wahrscheinlich die einzige Technik, für die Mann Mädchen erwärmen konnte.

Was folgte war die übliche Modenschau nach einer solchen Einkaufsorgie. Stolz präsentierten Som und Aeow ihre neuen Sachen. Und das war für Chris und Benny eine Augenweide. Die beiden besaßen Geschmack und genau das richtige Feingefühl für sexy Sachen, den richtigen Geschmack für das Outfit ohne dabei nuttig zu wirken. Viele der Mädchen sowohl in Pattaya als auch in Bangkok besaßen dieses Gefühl nicht und wirkten dann zumeist overdressed.

Sie kamen nicht oft nach Bangkok, aber wenn sie diese Metropole besuchten, war es schon fast ein Ritual, dass sie in der Soi 22 zusammen eine Massage genossen. Im Anschluss an die Massage spazierten sie zur Soi 18 um gemeinsam an der dortigen Straßenküche zu Abend zu essen. Diese Essensstände dort waren immer sehr gut besucht, zumeist von Einheimischen, weniger von Farang. Aber die Qualität des Essens dort war einfach nur gut und abgesehen von der Einfachheit konnten sie durchaus mit den Restaurants im MBK oder Siam Square mithalten.

Ebenso obligatorisch war der folgende Soi Cowboy und Sukhumvit Walk. Sie verzichteten allerdings darauf, in die dortigen Bars der Soi Cowboy einzukehren. Die riesigen Leuchtreklamen und die Lockvögel in den Eingangsbereichen versprachen mehr, als in den Bars geboten wurde.

Die Sukhumvit hatte sich teilweise in den letzten Jahren stark verändert. Neue Hotels sind entstanden, aber nach wie vor wurde die sie von der Soi 15 bis hin zum Expressway von Verkaufsständen gesäumt, an denen von Waffen über Generika, von Raubkopien der neusten Filme bis hin zu Erotik-Artikeln, Schuhen und Klamotten und dem üblichen Touri-Tinnef alles zu teils recht deftigen Preisen den Touristen angeboten wurde. Chris wunderte sich oftmals über die Blauäugigkeit von Touristen, die hier Dildos oder Generika kauften. Speziell die Generika werden teils zu Schleuderpreisen angeboten, deutlich unter dem in Drug Stores üblichen Preisen. Aber der Wunsch nach einem stehenden Schwanz verdrängte wohl den Verstand. Gegen Mitternacht würden diese Händler ihre Stände abbauen, und die ganzen Artikel würden in kleinen Rollcontainern verstaut, die dann verschlossen in irgendwelchen kleinen Sois abgestellt wurden. Und das bedeutete über die Tage und Wochen teils extreme Temperaturwechsel, was mit Sicherheit Auswirkungen auf die Generika haben würde. Ganz zu schweigen von den Plastik-Dildos mit unbekannter Herkunft. Europäische Standards in der Fertigung würden da mit Sicherheit nicht vorliegen. Chris grauste bei dem Gedanken, was die Weichmacher für Spätfolgen bei den Frauen haben würde. Die Vier ließen den Abend im Hillaries in der Soi 4 nach einem kurzen Abstecher ins NEP ausklingen und entschlossen sich, den Weg zurück zum Hotel zu laufen.
 
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