genau - und ein "afrikan. township" ist noch weiter weg - die allermeisten S.A.- Besucher werden sich hüten, dort hinzugehen
Unbewusst bzw. völlig ungeplant bin ich einmal in ein Township etwa 20 Kilometer von Kapstadt entfernt gefahren.
Ich stieg in ein Minibus-Taxi (Matatu) und ging ganz selbstverständlich davon aus, dass es, wie ich es aus Kenia kannte, mehrere Fahrgäste einsammelt und dann direkt von A nach B fährt.
Diesmal kam es allerdings ganz anders. Das Sammeltaxi fuhr mitten in ein Township und plötzlich stiegen alle Fahrgäste aus. Auch der Fahrer verließ das Fahrzeug. Ich blieb als einziger Fahrgast im Matatu sitzen. Zunächst dachte ich mir nichts dabei und ging davon aus, dass es sich lediglich um eine kurze Pinkelpause handelte.
Doch aus ein paar Minuten wurde eine halbe Stunde und schließlich eine ganze Stunde. Je länger ich dort alleine saß, desto unwohler wurde mir. Irgendwann fragte ich mich, warum eigentlich alle ausgestiegen waren und warum der Fahrer so lange wegblieb.
Normalerweise bin ich kein ängstlicher Mensch. Aber irgendwann fing ich an zu schwitzen. Und das lag definitiv nicht an der Temperatur.
Nach etwa einer Stunde kam der Fahrer zurück. Zusammen mit zwei männlichen Fahrgästen stieg er wieder ins Matatu ein. In diesem Moment schossen mir die schlimmsten Gedanken durch den Kopf. Ich dachte tatsächlich, jetzt fahren die mit mir irgendwohin, wo ich an einer einsamen Stelle ausgeraubt werde.
Gott sei Dank kam es völlig anders. Das Sammeltaxi fuhr ganz normal weiter und brachte mich schließlich zu meinem eigentlichen Ziel. Mir ist nichts passiert.
Im Nachhinein denke ich, dass es vielleicht meine Intuition war, die mich davon abgehalten hat, während dieser Stunde auszusteigen. Irgendetwas in mir sagte offenbar, bleib lieber sitzen. Wer weiß, was passiert, wenn ich hier aussteige. Das könnte der Ausstieg aus meinem Leben sein.
Jedenfalls war ich sehr froh, als das Minibustaxi nach der Stunde wieder ganz normal weiterfuhr. Ich fragte den Fahrer, wieso er so lange gehalten hatte.
Er meinte, das war seine Mittagspause.
Eines steht für mich allerdings fest. In Südafrika werde ich mich nicht noch einmal in ein Minibustaxi setzen. Dabei ging es mir überhaupt nicht darum, ein paar Rand zu sparen. Im Gegenteil. Ich bin mitgefahren, weil ich die Atmosphäre erleben und Einheimische kennenlernen wollte.
Dieses Erlebnis hat mir allerdings gezeigt, dass solche Abenteuer manchmal ganz anders verlaufen können, als man sie sich vorher vorgestellt hat.