Unser nächstes Ziel sollte eigentlich die Città di Como sein. Nicht zu verwechseln mit dem Castello di Bellagio.
Das Kuriose ist allerdings, dass die Città di Como bei Google und auf vielen anderen Seiten fälschlicherweise als das Castello di Bellagio geführt wird. Tatsächlich handelt es sich aber um eine eigene Anlage, die nur wenige Minuten vom Castello di Bellagio entfernt liegt. Und mehrere Cafés und Restaurants beherbergt.
Am Castello di Bellagio fuhren wir ebenfalls vorbei. Allein die Einfahrt ist schon beeindruckend. Überall stehen große Pferdestatuen und das gesamte Areal wirkt fast so, als wäre man plötzlich irgendwo in der Toskana angekommen. Alles ist sehr großzügig angelegt und macht einen wirklich imposanten Eindruck. Außerdem gehört dort auch ein Golfresort dazu. Die Preise dürften allerdings nicht ganz ohne sein. Beurteilen kann ich das allerdings nicht, da ich selbst bisher noch nie dort war.
Unser eigentliches Ziel war jedoch die Città di Como. Dabei handelt es sich um einen kleinen italienischen Themenpark mit einem See, verschiedenen Gebäuden im italienischen Stil und sogar einem Nachbau eines Amphitheaters. Außerdem gibt es dort mehrere Restaurants und Cafés, sodass man dort auch gemütlich etwas essen oder trinken kann.
Da die Anlage allerdings erst um 10.30 Uhr öffnet, beschlossen wir zunächst einen kurzen Zwischenstopp im Rabbit Café einzulegen. Das liegt praktisch direkt nebenan. Von dort läuft man vielleicht eine Minute bis zur Città di Como.
Im Rabbit Café angekommen, waren wir zunächst die einzigen Gäste. Angenehm klimatisiert war es ebenfalls. Vor der Tür war allerdings ein Mitarbeiter mit einer Motorsense beschäftigt und mähte Sand. Den Sinn dahinter habe ich ehrlich gesagt bis heute nicht verstanden. Als wir später wieder gingen, war er immer noch fleißig dabei.
Das Café selbst hat mir gut gefallen. Es ist modern eingerichtet, allerdings auch eher im oberen Preisbereich.
Ich bestellte einen Matcha Green Tea, Sweetie irgendein süßes Bubblegum-Getränk. Dort kann man wählen, ob man sein Getränk ganz normal im Plastikbecher bekommt oder in einem Gefäß das an ein großes Marmeladenglad erinnert, ist aber ebenfalls aus Plastik man kann es anschließend mitnehmen darf. Dafür werden allerdings noch einmal 100 Baht zusätzlich berechnet.
Da hier das Logo vom Café drauf ist.
Leider hat Sweetie das zunächst nicht verstanden und versehentlich genau diese Variante bestellt. Als sie später bemerkte, dass sie für das Glas 100 Baht extra bezahlt hatte, hat sie sich schon ein wenig darüber geärgert. Aber gut, passiert.
Geschmeckt haben die Getränke auf jeden Fall und wir blieben bestimmt 45 Minuten dort sitzen.
Im Café gibt es außerdem zwei Kaninchen, die in einem Kunststoffgehege untergebracht sind und eher gelangweilt vor sich hin dösten.
Für eine kleine Pause, um sich etwas abzukühlen und gemütlich etwas zu trinken, kann ich das Rabbit Café durchaus empfehlen. Man sollte allerdings pro Person schon mit etwa 120 bis 150 Baht rechnen.
Gegen 10.45 Uhr machten wir uns schließlich auf den kurzen Fußweg zur Città di Como.
Dort angekommen folgte allerdings die Enttäuschung.
Die komplette Anlage war geschlossen und menschenleer.
Ungepflegt sah sie überhaupt nicht aus. Ganz im Gegenteil. Alles wirkte ordentlich, die Hecken waren geschnitten und das Gelände machte einen gepflegten Eindruck. Es war einfach niemand da.
Mehr konnte ich durch das Tor nicht erkennen.
Schade. Ich hätte Sweetie die Anlage wirklich gerne gezeigt, weil sie sich sehr für Europa interessiert.
Also ging es wieder zurück zu unserem Taxi und anschließend zurück Richtung Haus.
Sweetie war mittlerweile ziemlich müde und legte sich erst einmal hin.
Ich dagegen hatte noch überhaupt keine Lust, den Tag schon zu beenden. Da die Villa Germania nur wenige Minuten von unserem Haus entfernt liegt und ich schon länger nicht mehr dort gewesen war, machte ich kurzerhand noch einen kleinen Abstecher dorthin.
Dort gönnte ich mir drei Bier, unterhielt mich noch ein wenig und fuhr anschließend wieder nach Hause.
Gemeinsam aßen wir noch eine Kleinigkeit und tranken noch das eine oder andere Bier.
Später wollte Sweetie noch etwas kochen. Dabei stellten wir allerdings fest, dass unsere Gasflasche leer war.
Es war gerade einmal 17.30 Uhr. Also rief Sweetie direkt unseren Vermieter an. Er versprach, sofort eine neue Gasflasche zu organisieren.
Um 18.30 Uhr war allerdings immer noch niemand erschienen.
Also schrieb ich ihm noch einmal. Daraufhin meinte er, er schicke zunächst einen Techniker vorbei. Die Gasflasche könne eigentlich gar nicht leer sein.
Ich erklärte ihm, dass ich durchaus erkenne, wann eine Gasflasche leer ist und wann nicht. Aber gut, er wollte unbedingt erst den Techniker schicken.
Etwa zehn Minuten später stand dieser dann tatsächlich vor der Tür.
Sein Ergebnis nach wenigen Sekunden: Die Gasflasche war leer.
Das Problem war nur, dass der Gashändler inzwischen bereits geschlossen hatte und keine neue Flasche mehr erhältlich war.
Also gab es an diesem Abend eben nichts Warmes mehr.
Das war allerdings halb so schlimm. Ich hatte ohnehin keinen großen Hunger mehr.
Wir saßen anschließend noch eine Weile gemütlich zusammen.
Zwischendurch rief noch Sweeties Schwester an und erzählte, dass ihre Mutter krank geworden sei. Das hat Sweetie verständlicherweise etwas mitgenommen.
Irgendwann gingen wir dann auch schlafen.
Heute Morgen wurde ich gegen halb acht wach, blieb aber noch bis etwa halb neun gemütlich liegen.
Sweetie telefonierte zunächst mit ihrer Familie und ich saß mit dabei. Wir unterhielten uns gemeinsam per Videoanruf mit ihrer Familie. Mittlerweile kenne ich eigentlich ihre gesamte Familie, da wir schon öfters zusammen per Videocall telefoniert haben.
Danach ging sie duschen.
Ich hatte ehrlich gesagt auf unsere morgendliche Tradition gehofft und bekam diese auch bereits in Aussicht gestellt.
Sweetie meinte allerdings noch, sie müsse nur ganz kurz ins Badezimmer.
Als sie nach etwa zehn Minuten immer noch nicht zurück war, dachte ich mir, ich schaue einfach mal nach.
Ich öffnete also splitterfasernackt die Schlafzimmertür.
Und wer stand direkt vor mir?
Der Mitarbeiter vom Gasshop, der gerade unsere Gasflasche austauschte.
Und direkt daneben die Reinigungskraft, die bereits angefangen hatte, das Haus zu putzen.
Ich machte die Tür selbstverständlich sofort wieder zu, schnappte mir ein Handtuch und zog mir wenigstens etwas über.
Ganz ehrlich, in diesem Moment war ich schon etwas genervt.
Wir hatten schließlich 11 Uhr als Termin vereinbart.
Natürlich weiß ich das Zeitangaben in Thailand oft etwas flexibler ausgelegt werden. Trotzdem hätte Sweetie mir einfach kurz Bescheid geben können, bevor sie beide ins Haus lässt.
Sie hatte ihnen bereits die Tür geöffnet und war damit beschäftigt, unsere Wertsachen zusammenzusuchen und in ihre Tasche zu packen, anstatt mir einfach kurz zu sagen: „Du, die sind schon da.“
Das habe ich ihr anschließend auch ganz offen gesagt.
Natürlich hatte sich die Sache nach einem Kaffee auch schnell wieder erledigt. Wirklich böse konnte ich ihr deshalb nicht sein.
Aber manchmal dürfen die Asiaten dann eben auch einmal einen kleinen Rüffel bekommen.
Jetzt sitze ich gerade auf der Terrasse, trinke meinen Kaffee und bringe diesen Reisebericht für euch zu Ende.
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