So Leute,
jetzt gibt es den Bericht vom gestrigen Tag.
Wir sind gegen 8 Uhr aufgestanden. Ich hatte allerdings keinen großen Hunger. Sweetie hat sich erst einmal Frühstück gemacht und anschließend sind wir ins Central Pattaya gefahren, das ehemalige Central Festival gegenüber vom Pattaya Night Bazaar.
Dort sind wir ein bisschen durch die Läden geschlendert und haben uns jeweils ein Getränk ohne Zucker geholt. Für mich gab es Orange, für Sweetie Zitrone. Beide Getränke zusammen haben gerade einmal 55 Baht gekostet. Jeweils ein halber Liter. Das fand ich schon erstaunlich günstig.
Danach wollte ich zum Arzt, um mir eine Spritze gegen meinen Tennisarm geben zu lassen. Ich weiß nicht warum, aber genau wie bei meiner letzten Thailandreise fing das jetzt wieder an. Diesmal zwar nicht ganz so schlimm, aber ich wollte nicht warten, bis es richtig schlimm wird.
Da ich befürchtete, dass meine Auslandskrankenversicherung das vielleicht als Vorerkrankung einstuft und nicht übernimmt, wollte ich zunächst zu einem ganz normalen lokalen Arzt gehen. Ich brauchte ja eigentlich nur die Spritze und keine große Untersuchung. Ich hatte mir vorher sogar den Wirkstoff und alles Wichtige auf Thai übersetzen lassen.
Leider hatten sie den Wirkstoff dort nicht vorrätig und haben mir direkt gesagt, dass ich ins Memorial Hospital fahren soll. Also auf ins Memorial Hospital.
Am Empfang wurde mir erklärt, dass allein die Untersuchung durch den Arzt 1.500 Baht kostet, weil der Arzt sich den Arm vorher auf jeden Fall anschauen muss. Was die Injektion kostet, konnte mir niemand sagen. Also dachte ich mir: Egal, ich habe Urlaub. Lieber jetzt behandeln lassen als später noch größere Schmerzen haben.
Zunächst wurden Blutdruck, Größe und Gewicht gemessen. Danach wurde mir bestimmt zwanzigmal gesagt, dass ich Bluthochdruck habe. Das weiß ich allerdings schon seit meinem 20. Lebensjahr. Wenn ich beim Belastungs-EKG am Monitor hänge, sieht das wahrscheinlich auch immer nach Herzinfarkt aus. Mir geht es aber gut und ich bin deswegen regelmäßig beim Arzt.
Nach etwa fünf Minuten Wartezeit wurde ich zum Arzt gebracht. Ich zeigte ihm einfach meine Übersetzung. Er schaute kurz darauf, nickte und sagte sofort, dass er mir genau den gleichen Wirkstoff wie in Deutschland spritzen könne.
Ich fragte ihn direkt nach den Gesamtkosten. Er drehte den Monitor zu mir und zeigte mir den Endpreis: 1.650 Baht inklusive Untersuchung und Injektion. Das fand ich absolut fair.
Danach durfte ich im Wartebereich Platz nehmen, bekam sogar noch eine Flasche Wasser und nach zwei oder drei Minuten holte mich bereits eine sehr freundliche Krankenschwester ab. Im Behandlungszimmer waren tatsächlich drei Krankenschwestern damit beschäftigt, mir eine Spritze zu geben. Das ist schon verrückt, wenn man das mit Deutschland vergleicht.
Insgesamt war ich vielleicht 25 Minuten im Krankenhaus. Super Service, unglaublich freundlich, alles topmodern, klinisch sauber und perfekt organisiert. Es ist ja nicht mein erster Krankenhausbesuch in Thailand. Ich war auch schon einmal in Bangkok in einem Krankenhaus. Das war damals noch spektakulärer, mit meterhohen Decken, Marmorböden und sogar einem Starbucks im Gebäude. Schon beeindruckend.
Sweetie war natürlich die ganze Zeit bei mir.
Als wir dort fertig waren, war es ungefähr halb drei. Mit Stephan aus Bramburi hatte ich mich allerdings erst für frühestens halb sechs verabredet. Also sind wir noch einmal zurück ins Haus gefahren.
Ich bin erst einmal duschen gegangen, wir haben uns noch etwas hingelegt und Sweetie konnte natürlich wieder die Finger nicht von mir lassen. Es folgte ausgiebiger Matratzensport. Danach durfte ich direkt noch einmal duschen.
Anschließend bin ich kurz zum 7-Eleven gelaufen, habe Eiswürfel geholt und mir ein Leo-Bier eingeschenkt. Mein Kühlschrank ist momentan so voll, dass dort kein Bier mehr hineinpasst. Also wurde das Bier ganz klassisch auf thailändische Art mit Eiswürfeln getrunken. Leo ist und bleibt einfach mein Lieblingsbier hier.
Als die Flasche fast leer war, habe ich Sweetie gesagt, sie solle sich bitte fertig machen. Das liebe ich an ihr übrigens auch. Sie braucht normalerweise keine zehn Minuten im Bad und schminkt sich eigentlich nur, wenn wir abends noch richtig ausgehen.
Danach haben wir uns zwei Motorbike-Taxis bestellt. Zusammen waren sie zwar etwas teurer als ein normales Taxi, laut Grab aber rund zehn Minuten schneller.
Während der Fahrt rief mich mein Cousin an. Also habe ich die komplette Strecke per Videoanruf mit ihm telefoniert. Er war völlig fasziniert, dass ich hinten auf dem Roller saß, keinen Helm trug und dabei noch mit ihm telefonierte. Er konnte sich gar nicht vorstellen, dass da nicht sofort die Polizei kommt.
Mir ist natürlich bewusst, dass das aus Sicherheitsgründen nicht ideal ist. Safety first. Ich möchte auch niemanden dazu ermutigen. Aber ich bin auf dem Land groß geworden und wir haben früher sicherlich noch ganz andere Sachen gemacht. Deshalb bitte ich euch, mir jetzt keine Standpauke zu halten. Ich weiß selbst, dass das nicht optimal ist. Trotzdem ist genau diese Freiheit auch ein Grund, warum ich Thailand so liebe.
Bei Stephan angekommen haben wir uns dann ausführlich mit meinen Timekettle W4 Übersetzerkopfhörern beschäftigt. Er wollte ausprobieren, ob sich die Geräte in seinem Restaurant einsetzen lassen. Die Mädels dort bekommen die normalen Bestellungen mittlerweile problemlos hin. Schwieriger wird es allerdings bei Sonderwünschen.
Also haben wir die Tischfunktion ausprobiert. Das Handy lag auf dem Tisch und die thailändische Seite trug beide Kopfhörer. Anschließend haben wir bewusst etwas kompliziertere Bestellungen simuliert.
Dabei fiel auf, dass es für Bratkartoffeln keine direkte thailändische Übersetzung gibt. Trotzdem funktionierte die Verständigung erstaunlich gut. Das Gerät hat Bratkartoffeln und Pommes zunächst gleich übersetzt, trotzdem haben am Ende alle verstanden, was gemeint war.
Stephan stellte mir danach noch viele technische Fragen, die ich selbst gar nicht beantworten konnte. Schließlich hatte ich die Kopfhörer damals auf Empfehlung von @Pillo gekauft. Er war damals bei mir zu Hause in Deutschland zu Besuch und hatte verschiedene Modelle dabei, die ich alle in Ruhe ausprobieren konnte. Das war letztendlich auch der Grund, warum ich mich überhaupt für die Timekettle entschieden habe.
Also habe ich
@Pilo kurzerhand per WhatsApp angeschrieben und gefragt, ob er kurz Zeit für einen Videoanruf hätte. Keine fünf Minuten später telefonierte er bereits rund eine halbe Stunde mit Stephan und beantwortete sämtliche Fragen.
Am Ende fiel dann auch direkt die Entscheidung: Stephan hat sich die Timekettle W4 Pro bestellt. Mal sehen, ob sich die Geräte im Restaurant so einsetzen lassen, wie er sich das vorstellt. Aber selbst wenn das nicht optimal funktionieren sollte, kann er sich damit immer noch deutlich besser mit seiner Frau unterhalten als mit vielen anderen Übersetzungsprogrammen.
Ich selbst bin inzwischen wirklich zufrieden mit den Kopfhörern. Sweetie und ich haben sie schon oft genutzt. Wenn man ein paar Regeln beachtet und nicht beide gleichzeitig durcheinanderredet, funktionieren sie wirklich erstaunlich gut.
Ich würde sagen, was die Übersetzung zwischen Deutsch und Thai angeht, erfüllen sie etwa 70 bis 80 Prozent dessen, was in der Werbung versprochen wird. Bei Sprachen wie Englisch oder Spanisch ist die Übersetzungsqualität sogar noch besser.
Nachdem die Gäste weg waren, hat Stephan noch seinen kleinen Hund herausgeholt. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, welche Rasse das ist, aber der Kleine ist einfach super süß. Er hat uns alle bestens unterhalten. Außerdem hatte eine Mitarbeiterin wieder das Eichhörnchen Shakira dabei, das ich ja sowieso total gern habe. Das ist dann ebenfalls munter zwischen uns herumgeflitzt.
Viele Gäste lieben die beiden Tiere natürlich. Leider gibt es aber auch immer wieder einige deutsche Gäste, die sich darüber beschweren. Obwohl die Tiere an einem ganz anderen Tisch sind, überhaupt nicht mit dem Essen in Berührung kommen und auch niemanden stören, regen sich manche darüber auf. Lustigerweise sind das oft genau die Leute, die in Deutschland ihren eigenen Hund selbstverständlich mit ins Restaurant nehmen würden. Aber gut, darüber kann man streiten. Wir sind hier in Thailand und ich persönlich finde das völlig in Ordnung und sogar schön. In der Gastronomie ist es allerdings leider so, dass man auf die Gäste Rücksicht nehmen muss, die sich beschweren.
Stephan und ich saßen anschließend noch bis etwa halb elf zusammen am Stammtisch. Sweetie und seine Frau unterhielten sich ebenfalls die ganze Zeit. Wir haben noch ein paar Bier getrunken. Wobei Stephan eher der Mischetrinker ist und sich lieber SangSom mit Cola gemischt hat. Wir haben uns wirklich richtig gut unterhalten.
Für Montag haben wir uns direkt wieder verabredet. Dann kommt Stephan zu mir ins Haus. Wir wollen eine Kleinigkeit essen, ein paar Kaltgetränke genießen und anschließend gemeinsam verschiedene Märkte abklappern.
Als Sweetie und ich wieder zu Hause waren, ging sie direkt duschen und anschließend ins Bett. Ich habe mir dagegen noch zwei Bier auf der Terrasse gegönnt und die ganze Zeit mit einem sehr guten Freund aus Deutschland telefoniert. Irgendwie verging die Zeit wie im Flug und es war bestimmt schon halb eins, bis ich ebenfalls duschen und schlafen gegangen bin.
Ich hatte Sweetie vorher noch angeboten, im anderen Schlafzimmer zu schlafen, weil ich genau weiß, dass ich nach ein paar Bier schnarche wie ein Sägewerk. Wahrscheinlich hört man mich bis auf die Straße. Sie wollte davon aber nichts wissen und bestand darauf, dass ich bei ihr schlafe.
Heute Morgen habe ich dann erst einmal eine kleine Standpauke bekommen, weil ich die ganze Nacht geschnarcht habe. Ich meinte nur, dass ich beim nächsten Mal eben im anderen Zimmer schlafe. Das wollte sie aber auch wieder nicht. Sie würde mich dann vermissen. Tja, dann muss sie wohl damit leben.
Heute Morgen gab es dann erst einmal ausgiebigen Matratzensport. Sweetie ist dabei heute richtig aus sich herausgekommen. Und das alles noch vor dem ersten Kaffee und vor dem Frühstück.
Jetzt liegt sie immer noch im Bett, ich sitze inzwischen beim zweiten Kaffee und habe endlich diesen Bericht für euch geschrieben.
Ich hänge natürlich noch ein paar Fotos an. Viele sind es diesmal allerdings nicht geworden.
PS:
Als die Gäste weg waren und wir noch gemütlich zusammensaßen, haben sich Sweetie, Fey, Stephan und ich noch lange unterhalten. Ich verstehe ja mittlerweile ein paar Brocken Thai und habe mitbekommen, dass Sweetie Fey von Ban Petch erzählt hat, wo ich sie wegen ihrer Beinschmerzen hingebracht hatte.
Dabei habe ich auch aufgeschnappt, dass Fey wohl ebenfalls Schmerzen hat. Ich habe dann mit Stephan darüber gesprochen und er meinte nur: „Mir tut auch die Schulter weh.“ Also habe ich ihm direkt den Google-Maps-Link von Ban Petch geschickt und ihm dringend empfohlen, dort einmal hinzugehen. Allerdings möglichst ohne seine Frau.
Der Typ dort ist nämlich wirklich unglaublich. Der drückt gefühlt dreimal irgendwo drauf und kennt anschließend sämtliche Wehwehchen. Das ist natürlich erst einmal etwas Positives. Blöd wird es nur, wenn er anschließend der Frau bis ins kleinste Detail erklärt, was mit einem alles nicht stimmt. Danach bekommt man nämlich erst einmal zu hören, was man alles nicht mehr essen, trinken oder machen soll und worauf jetzt unbedingt geachtet werden muss.
Genau so ist es mir nämlich auch mit Sweetie ergangen. Er hat ihr direkt tausend Dinge erklärt, was für mich gut und was für mich schlecht ist. Das Gleiche war übrigens auch im Krankenhaus wegen meines Bluthochdrucks. Sie hat sich dort sogar noch thailändische Flyer mitgenommen, um alles ganz genau nachzulesen. Momentan ist zum Glück aber wieder Ruhe.

Die Schaschlikspieße sind übrigens aus feinstem Filet. Da Filet in Thailand ja sehr günstig ist, da die Thais dieses Fleischstück selbst gar nicht so mögen. Und auf dem Teller fehlt im Grunde sogar schon ein Spieß der war nämlich bereits verputzt.
Bis spätestens morgen!
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