Dann kommen wir zum Montag und damit leider auch schon zum letzten Tag dieser Reise.
Wir wurden gegen halb sieben, sieben Uhr wach. Da es unser letzter gemeinsamer Morgen war, wollten wir jede Minute noch miteinander verbringen.
Zum Glück hatten wir am Vorabend bereits fast alles fertig gepackt. Lediglich die Lebensmittel aus dem Kühlschrank mussten noch verstaut werden. Sweetie wollte diese mit nach Bangkok nehmen und ihrer Freundin geben. Bei ihr hatte sie bereits die Woche vor meiner Ankunft kostenlos gewohnt und wird dort auch bis zum kommenden Samstag wieder unterkommen.
Der Grund dafür ist, dass sie noch auf einige Dokumente wartet, die sie beziehungsweise wir beantragt haben. Diese stehen im Zusammenhang mit ihrer thailändischen Arbeitserlaubnis und den entsprechenden Unterlagen. Erst wenn diese vollständig vorliegen, kann sie wie geplant nach Laos zurückfahren.
Ich hatte am Vortag mit dem Vermieter vereinbart, dass wir gegen 9.30 Uhr auschecken möchten, da unser Taxi für 10 Uhr bestellt war.
Gegen 8.40 Uhr meldete sich Janie noch einmal bei mir. Wie immer absolut professionell kündigte sie an, dass der Fahrer eventuell zehn bis fünfzehn Minuten Verspätung haben könnte, da es an diesem Morgen etwas stressig sei.
Gegen neun Uhr standen wir dann endgültig auf. Sweetie und ich gingen noch einmal gemeinsam duschen. Anschließend packte sie die letzten Lebensmittel aus dem Kühlschrank zusammen, die sie mit nach Bangkok nehmen wollte, und ich gönnte mir noch einen letzten Kaffee.
Um 9.30 Uhr war natürlich noch niemand von der Unterkunft da. Auch um 9.45 Uhr nicht und selbst um 10 Uhr ließ sich niemand blicken.
Also bat ich Sweetie, dort anzurufen und Bescheid zu geben, dass unser Taxi gleich da sei und wir gerne auschecken würden.
Sie hatte das Telefon noch gar nicht richtig in der Hand, da bog unser Fahrer bereits um die Ecke. Aus den angekündigten zehn bis fünfzehn Minuten Verspätung war sogar eine kleine Verfrühung von 2-3 Minuten geworden. Er lud schon einmal unser Gepäck ein und wartete geduldig.
Erst gegen 10.15 oder 10.20 Uhr erschien schließlich jemand von der Unterkunft.
Da ich schon vorher den Stromzähler draußen an der Straße abgelesen hatte, konnte ich den Verbrauch bereits selbst ausrechnen. Laut
Booking.com sowie laut Aussage des Vermieters bei unserer Ankunft waren während unseres Aufenthalts 25 Kilowattstunden inklusive. Nachdem ich diese abgezogen hatte, kam ich auf Stromkosten von 1.910 Baht. Da wir 2.000 Baht Kaution hinterlegt hatten, wäre das also problemlos aufgegangen.
Die Mitarbeiterin kontrollierte zunächst die Unterkunft und stellte fest, dass alles in Ordnung war.
Dann ging es an die Stromabrechnung.
Sie wollte plötzlich 2.150 Baht von mir haben.
Es ging mir dabei ehrlich gesagt überhaupt nicht um die 240 Baht Unterschied. Ich war allerdings schon etwas typisch deutsch angesäuert, weil wir mittlerweile fast eine Stunde auf den Checkout gewartet hatten, und fragte sie deshalb, wie dieser Betrag zustande komme.
Ist aber natürlich komplett normal in Thailand

Sie telefonierte daraufhin mit dem Office und erklärte mir anschließend, dass laut deren Aussage überhaupt keine freien Kilowattstunden enthalten seien.
Daraufhin zeigte ich ihr direkt die Buchungsunterlagen von
Booking.com, auf denen eindeutig vermerkt war, dass 25 Kilowattstunden inklusive sind. Zusätzlich erklärte ich ihr noch einmal, dass die Mitarbeiterin bei der Schlüsselübergabe uns genau diesen Punkt ausdrücklich bestätigt hatte.
Da unser Fahrer inzwischen aber schon sehr lange wartete und Sweetie ebenfalls langsam ungeduldig wurde, bezahlte ich letztendlich zähneknirschend den geforderten Betrag.
Wie gesagt, es ging mir dabei überhaupt nicht ums Geld, sondern einfach ums Prinzip.
Zum Glück hat mich der Vermieter später noch zweimal daran erinnert, ihn doch bitte positiv zu bewerten. Da werde ich meine Erfahrungen natürlich ebenfalls ehrlich schildern.
Die Fahrt nach Bangkok verlief anschließend erstaunlich entspannt. Obwohl wir sogar noch etwas weiter fahren mussten als bis zum Flughafen, waren wir bereits nach ungefähr anderthalb Stunden bei meiner Bekannten angekommen.
Über den Nachmittag dort habe ich ja bereits einen kurzen Bericht geschrieben. Wir haben gemeinsam gegessen, viel gelacht und einfach noch ein paar schöne Stunden miteinander verbracht.
Da ich meinen Koffer vor dem Flug noch einmal wiegen wollte, lief ich zu einem kleinen Laden direkt gegenüber. Dort stand eine große Waage, mit der normalerweise Reissäcke und andere schwere Dinge gewogen werden.
Zu meinem Schrecken zeigte sie allerdings an, dass mein großer Koffer rund zwei Kilogramm und mein Handgepäck sogar etwa ein Kilogramm zu schwer sei.
Das wunderte mich sehr, denn normalerweise kann ich das Gewicht ziemlich gut einschätzen.
Also nahm ich noch ein paar Dinge aus den Koffern heraus und wog sie einzeln nach, bis ich mir ziemlich sicher war, ungefähr bei den erlaubten 25 Kilogramm zu liegen.
Meine Thai Bekannte aus meinem Ort rief mich noch an. Ob es ok wäre, wenn ich ihr noch ein paar Sachen mitbringe, die sie dringend für ihre Massage benötigt.
Es wären auch nur 2kg
Also nochmal 2kg aus meinem Koffer genommen
Es war aber auch halb so wild. Da ich eh nur Bier, Orginal Red Bull und den Vitamin trink den ich so mag im Koffer hatte.
Das meiste war für bekannte, die das mal probieren wollten.
Da bekommt dann halt jeder 1-2 Flaschen weniger.
Für mich, hatte ich eh wieder nichts imm Koffer.
Für meine Bekannten mache ich das auch gerne.
Kurz darauf erschien ihr Sohn, der perfekt deutsch spricht.
Da er in Deutschland aufgewachsen ist, auch seinen Schulabschluss hat er dort gemacht.
Und gab mir die Sachen für seine Mutter.
Er fragte mich dann, ob ich ihm im Oktober Geld von seiner Mutter mitbringen könnte.
Da er sich ein Auto kaufen möchte, und ihm noch 3.000€ fehlten.
Seine Mutter würde ihm die leihen.
Ich ging dann etwas weiter weg, so dass mich niemand hören konnte und rief seine Mutter an.
Sie bestätigte mir das ganze.
Ich bot ihr an, mein restliches Bargeld dazulassen, sie könne es mir ja in Deutschland zurückgeben.
Sie hat das Angebot dankend angenommen. Und ich ließ ihrem Sohn 3.000€ da.
Ich behielt nur wenige Hundert Euro, als Puffer.
Der hat nicht schlecht geschaut, als ich zurückkam und ihm das Geld einfach in die Hand drückte.
Ich sagte nur „hier, von deiner Mutter“
Ich hatte vorher es so verstanden, dass er einen Teil auf ihr Konto stellen sollte. Doch es war dann doch komplett für ihren Sohn.
Sweetie ließ anschließend noch einige Lebensmittel bei meiner Bekannten, da sie unbedingt mit zum Flughafen fahren wollte. Ich hatte ihr allerdings erklärt, dass es wenig Sinn ergibt, ihren Koffer und die ganzen Taschen quer durch den Flughafen zu schleppen. Das sah sie schließlich auch ein.
Der Vater meiner Bekannten fuhr uns anschließend zum Flughafen.
Gegen 18.30 Uhr machten wir uns auf den Weg und waren ungefähr eine halbe Stunde später am Suvarnabhumi Airport.
Am Schalter G konnte ich meinen Koffer innerhalb von zwei Minuten aufgeben. Meinen Handgepäckkoffer wollten sie allerdings nicht zusätzlich einchecken.
Beim Blick auf die Waage musste ich dann schmunzeln.
Mein Koffer wog nicht 25 Kilogramm, sondern lediglich 22,4 Kilogramm.
Damit lag ich mit meiner eigenen Schätzung ziemlich genau richtig. Offenbar zeigt die Waage in dem kleinen Laden gegenüber vom Haus meiner Bekannten doch etwas großzügiger an, als sie sollte. Das habe ich meiner Bekannten natürlich gleich erzählt.
Anschließend setzten Sweetie und ich uns noch gemeinsam hin.
Plötzlich bekam ich doch noch Hunger.
Sweetie wollte mit mir noch unten in den Food Court gehen. Dort bekommt man, ähnlich wie im Terminal 21, für relativ kleines Geld richtig gutes Essen.
Dafür reichte die Zeit allerdings nicht mehr.
Also wollte sie noch schnell zum Seven-Eleven im Flughafen laufen.
Ich sagte ihr mehrmals, dass sie das sein lassen solle. Mir war die gemeinsame Zeit mit ihr deutlich wichtiger. Im Flugzeug würde ich später sowieso noch etwas zu essen bekommen.
Das wollte sie allerdings überhaupt nicht akzeptieren.
Plötzlich meinte sie, sie habe schrecklichen Durst und müsse unbedingt noch Wasser kaufen.
Natürlich wusste ich sofort, dass das nur eine Ausrede war, damit sie mir noch etwas zu essen besorgen konnte.
Und wenn ich sage, sie ist gerannt, dann meine ich wirklich gerannt.
Von oben konnte ich beobachten, wie sie unten aus der Rolltreppe herauskam und im Laufschritt zum Seven-Eleven lief. Genauso schnell kam sie auch wieder zurück.
In der Tüte hatte sie für mich ein Käse-Schinken-Sandwich, meinen Lieblingsnachtisch aus dem Seven-Eleven und ein Kokoswasser. Für sich selbst hatte sie lediglich die obligatorische Flasche Wasser gekauft.
Ich muss ehrlich sagen, das hat mich schon sehr berührt. Obwohl ich ihr mehrfach gesagt hatte, dass sie das nicht tun müsse, ließ sie es sich einfach nicht nehmen.
Dann ging plötzlich alles ganz schnell.
Ich ging noch einmal eine rauchen, wir unterhielten uns noch fünf Minuten und anschließend kam sie die berühmte Treppe der Tränen.
Und dieses Mal machte sie ihrem Namen wirklich alle Ehre.
Als wir uns dort verabschiedeten, fing Sweetie plötzlich bitterlich an zu weinen. Sie fiel mir um den Hals und drückte ihr Gesicht an meine Brust.
Ich versuchte sie zu beruhigen, doch es dauerte bestimmt zwei oder drei Minuten, bis sie sich wieder etwas gefasst hatte.
Ich muss allerdings zugeben, dass auch ich schwer mit den Tränen kämpfen musste. Die kleine Maus so weinen zu sehen, hat mich wirklich mitgenommen.
Mein T-Shirt war anschließend komplett durchnässt. Nicht übertrieben als hätte ich mir eine halbe Flasche Wasser darüber geschüttet.
Aber 20 Minuten später, waren immer noch die spuren zu sehen.
Irgendwann mussten wir uns dann trotzdem lösen.
Ich ging langsam auf die Treppe , drehte mich um, winkte ihr zu und wir machten beide noch ein paar Fotos. Sie machte auch noch ein Video von mir, bis ich schließlich aus ihrem Blickfeld verschwand.
Danach ging für mich alles erstaunlich schnell. Sicherheitskontrolle, der Zug zum SAT-1-Terminal und der Weg bis zum Gate – insgesamt habe ich dafür vielleicht 25 Minuten gebraucht.
So war ich sogar noch etwa eine halbe Stunde vor dem offiziellen Boarding am Gate.
Da Sweeties Internet aufgebraucht war, lies ich ihr meine Karte. So muss sie sich für die paar Tage keine mehr kaufen.
Und bis ich wieder komme, wäre ja eh die Karte abgelaufen.
Aber ich konnte ja das W-LAN nutzen.
Also verbrachte ich die restliche Zeit damit, mit Sweetie zu telefonieren.
Sie saß mittlerweile im Taxi.
Sie wollte ja kein Geld von mir, sie hat mir auch mehr als deutlich gemacht. Das sie es persönlich nehmen würde, wenn ich irgendwo etwas verstecke.
Ich hätte auch mehr als genug bezahlt. Den Urlaub mit ihr, sowie meine Reisekosten.
Dann habe ich ja noch Dinge für ihre Tochter und ihren Vater gekauft.
Das wäre mehr als ich müsste.
Aber ich konnte das ja natürlich auch nicht so auf mir sitzen lassen. Sie hat schließlich auch einiges bezahlt.
Auch ihre Anreise, hat sie selbst organisiert.
Also habe ich ihr und ihrer Tochter god gekauft.
Sweetie einen 1/2 Baht Goldring und ihrer Tochter ein Armband.
Beides zusammen kostete etwas mehr als 1.000€.
Als sie an der Wohnung angekommen war und alles ins Condo geschleppt hatte.
Habe ich ihr gesagt, dass das Boarding schon begonnen habe.
Sie soll jetzt einfach machen was ich sage, da uns die Zeit wegläuft.
Und ich im Flieger kein W-LAN mehr haben werde.
Ich habe ihr gesagt, sie soll ihre Lieblings creme aus ihrem Koffer holen.
Dann bitte die Schachtel öffnen und schauen was dort drin ist.
Als sie das Gold entdeckte, fing sie an zu weinen und zu schimpfen
Sie hat sich aber sehr gefreut.
Ich habe ihr gesagt, es ist kein Bargeld, also kann sie auch nicht sauer sein
Sie soll es als Spardose betrachten, es tragen und an mich denken.
Aber wenn sie mal einen Engpass hätte, hat sie auch Geld.
Ihrer Tochter, die auch sehr sparsam ist, soll sie sagen, es wäre ihr erstes Sparbuch.
Und wenn sie etwas Geld zusammen hat, kann sie einen Anhänger dazu kaufen.
Sie war total gerührt und obwohl Tränen ihr Gesicht runter liefen, strahlte sie bis hinter die Ohren.
Das tat mir sehr gut und war sehr froh, dass ich diesen Einfall hatte.
Das Boarding begann pünktlich und auch der Abflug erfolgte exakt zur geplanten Zeit. Der Flug selbst verlief völlig problemlos und wir waren so schnell unterwegs, dass wir in Deutschland fast eine Stunde früher als geplant angekommen wären. Kurz vor der Landung mussten wir allerdings noch eine rund zwanzigminütige Ehrenrunde über dem Flughafen drehen, da vor uns ein anderes Flugzeug die Landebahn blockierte und diese offenbar nicht rechtzeitig verlassen konnte. Dadurch ging der Zeitvorsprung zwar größtenteils wieder verloren, insgesamt war es aber ein absolut entspannter und angenehmer Rückflug. Im nächsten und letzten Abschnitt folgt dann noch der Flug selbst und mein persönliches Fazit zu dieser Reise, so wie zu Sweetie
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